Das jüngste Krimidinner im Luitpoldpark Hotel kommt gut beim Publikum an

Eine Mordsgaudi beim Rätseln

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Im Hotel Luitpoldpark schmeckt den Gästen die Serie „Kriminaldinner“. Schauspieler des Tegernseer Volkstheaters klärten gemeinsam mit dem Publikum den heimtückischen Mord an Rocksänger Johnny Bacon (Andreas Kern) auf.

Füssen – Ein Zeitungsjunge verteilt an die Restaurantgäste im Luitpoldpark Hotel ein Revolverblatt mit der fetten Schlagzeile: „Johnny Bacon ist tot“. Sofort danach nimmt ein Kommissar aus München diesen heimtückischen Mord von der Bühne aus unter die Lupe.

Wer hier im Saal sitzt, ist zur Mithilfe bei den Ermittlungen „verurteilt“ und steht gleichzeitig unter starkem Verdacht, die tödlichen Schüsse auf Altrocker Johnny abgegeben zu haben. Der Abend in der Reihe „Kriminaldinner“ war im Luitpoldpark Hotel Füssen vor kurzem einfach eine Mordsgaudi. Das schreit natürlich nach einer Fortsetzung wie Direktor Uwe Strompf mitteilte, lädt die Hotelküche am Sonntag, 25. Januar, 17 Uhr, zum Drei-Gänge-Menü im stilvollen Ambiente des Hauses ein. „Der Restaurantbesuch wird von einem neuen interaktiven Kriminalstück umrahmt“. Weil Johnny Bacon seit einigen Tagen schon oben im Himmel singt, gibt es bei dieser Veranstaltung eine neue Leiche - und wieder zahlreiche Mordverdächtige im Publikum. 

Bereits im Oktober 2013 war durch das enge Zusammenspiel von Theaterleuten und der Füssener Hotelküche ein echter Coup gelungen. Auch zum neuesten Fall kamen zahlreiche Besucher. Wer sich einen Abend der erfolgreichen Reihe „Kriminaldinner“ gönnt, sollte vorher wissen, dass es hier unterschiedliche Stücke gibt, die vor festlich eingedeckten Tischen aufgeführt werden. Der Abend 2013 hatte ins britische Empire zu einem Inspektor Watson entführt, das jetzt präsentierte Stück „Johnny kehrt z´ruck‘“ ist eine Perle aus dem Angebot unterhaltsamer Werke. 

Das Stück spielt in Bayern und ist als Vorlage recht gut, doch was Andreas Kern und Peter Fischer mit Raphaela Zick als „das Mädchen für alles“ mitten im aktivierten Publikum in Füssen daraus machten, hat gut und gern vier Sterne verdient. Aufmerksamer und freundlicher Service, der drei Gänge aus der guten Hotelküche servierte, gehört dazu, wenn die gemeinsame Suche nach Johnnys Mörder gelingen soll. Es gab viel Beifall für die vor der kleinen Bühne von Restaurantleiter Nalin Bulathinhala kurzzeitig aufgestellte Brigade. 

War es der Manager? 

Über die Story des Stücks mit Happyend soll nur so viel verraten werden, dass den Rock`n Roll-Sänger Johnny hinterrücks eine Kugel trifft. Für den schurkischen Mord könnte das Motiv Geldgier sein, dann wäre sein Freund und Manager der Hauptverdächtige. Ist es jedoch Eifersucht, müsste das Mädchen geschossen haben, das vor der Nachspeise im Luitpoldpark eine köstliche Gesangsparodie als hässliches Entlein anstimmte und als sexy Girl ausklingen ließ. Raphaela Zick hat sich Sonderapplaus redlich verdient.

 Doch solche Verwandlung zum schwarz gekleideten Vamp macht sie in ihrer Rolle umso verdächtiger. Der Kreis der möglichen Todesschützen wird größer, weil Leute aus dem Publikum Rollen freiwillig übernommen hatten. Nach dem Genuss von „finsterer Schokolade“ wurde dieser Mordfall gelöst. Viel Beifall und ein freies Getränk nach Wahl bekam eine Mrs. Marple aus der Publikumsschar die darzulegen wusste, wer hier geschossen hat und welches Motiv der Tat zugrunde lag. 

Schauspieler Andreas Kern, der erst Johnny und anschließend den Kommissar super verkörperte, freute sich ebenso wie sein Kollege Peter Fischer als glaubwürdiger (über-)gewichtiger Manager, dass sich Leute zwischen den drei Gängen nicht lange bitten ließen, das improvisierte Spiel mitzumachen.

Chris Friedrich

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