"Das macht der vernünftige Radfahrer"

Umfrage: soll die Füssener Ritterstraße für Radfahrer gesperrt werden?

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So ist`s richtig: aus der Stadt raus darf geradelt werden, in die Stadt rein muss geschoben werden.

Füssen – Sollen Radfahrer die Ritterstraße während der Sommermonate befahren dürfen oder nicht? Seit nunmehr acht Jahren diskutieren Gegner und Befürworter alljährlich Für und Wider des Durchfahrverbots. Bislang gilt allerdings die Sperrung.

Aber auch der neu zusammen gesetzte Planungs-, Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss (PBUV) ist in dieser Frage geteilter Meinung, wie sich in der Sitzung am Dienstagabend zeigte. Und so bleibt zunächst alles beim Alten: Bis auf Weiteres dürfen Radfahrer zwischen 10 und 18 Uhr die Ritterstraße nicht in Richtung Fußgängerzone befahren. 

Anlass für die neuerliche Diskussion war ein Antrag von BfF-Stadtrat Dr. Martin Metzger, die Ritterstraße auch im besagten Zeitraum stadteinwärts für Radler wieder frei zu geben.

Seit 1. Juli ist die Straße, wie bereits berichtet, für Radfahrer in Richtung Innenstadt gesperrt. Metzger sprach am Dienstagabend von „einem falschen Signal“ für die Zweiradfahrer. Denn anders als in den vergangenen Jahren dürfen Autos wegen der Sperrung der Theresienbrücke die Ritterstraße auch jetzt während der Hauptsaison stadtauswärts in Richtung Westen ganztägig befahren. „Autos bringen viel mehr Unruhe in die Fußgängerströme“, sagte er. „Wir haben das Problem, dass wir Radfahrer und Autofahrer haben, die sich nicht an die Regeln halten.“ 

Mit der Entscheidung, die Straße für Radler zu sperren, für Autos aber zu öffnen, signalisiere man den Radfahrern, dass sie Verkehrsteilnehmer 3. Klasse seien. Dabei seien die meisten Radler verantwortungsbewusst. „Die Mehrheit wird automatisch absteigen und schieben – das macht der vernünftige Radfahrer“, meinte Metzger. Er selbst radle dort ebenfalls nur im Schritttempo.

Viele Verstöße

Die Stadtveraltung wollte dieser Argumentation nicht folgen. Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) betonte: „In der Fußgängerzone hat der Radfahrer nichts auf dem Rad verloren!“ Werde die Ritterstraße stadteinwärts für Radfahrer geöffnet, komme es in der engen Straße mit ohnehin schon vielen Menschen zusätzlich noch zum Gegenverkehr mit den stadtauswärts fahrenden Autos. 

Da sich viele Radfahrer nach der Sperrung der Straße Anfang Juli zunächst nicht an diese gehalten hätten, habe die Polizei eine größere Kontrollaktionen vorgenommen und dabei zahlreiche Verstöße festgestellt. Auch am vorvergangenen Freitag habe es bei einer Großkontrolle in der Fußgängerzone „haufenweise Bußgelder“ gehagelt. „Das Gros der Radfahrer war aber einsichtig, dass in der Menschenmasse Radfahren nicht ungefährlich ist“, berichtete Eichstetter. 

Thomas Meiler, CSU-Stadtrat und Polizist, ergänzte: „Die meisten Radfahrer, mit denen wir gesprochen haben, sind über die Ritterstraße gekommen“, berichtete er. Einen Kompromiss schlug schließlich Stadtrat Thomas Scheibel von den Füssener Freien Wählern vor. Demnach solle bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Theresienbrücke an der bisherigen Regelung festgehalten werden. Bis dahin sollen sich Verwaltung und Politik nochmals über eine Lösung der Streitfrage nachdenken.

mm

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