Freibier, Böller und Musik

Die Wertachtaler demonstrieren erst am Schrannenplatz und später im Festzelt mit Gitarren und Bass ihr musikalisches Können. Foto: cf

Es war ein Auftakt nach Maß, nur Petrus hat bei der Eröffnung des Füssener Volksfest am vergangenen Mittwoch nicht mitgespielt. Am Schrannenplatz, dem Treffpunkt der Vereine für den gemeinsamen Zug zum Festplatz, wurden auch die abgestellten Alphörner nass, bevor die Besucher sich im Festzelt in der Kemptener Straße versammelten und Bürgermeister Paul Iacob beim Anzapfen des Bierfasses anfeuerten.

Während die – später elektrisch verstärkt auftretende - Gastkapelle „Wertachtaler“ die Besucher beim Freibier-Genuss am Schrannenplatz unterhielt, wollte der siebenjährige Luca, der seine Ferien bei den Großeltern verbringt, wissen, ob das „große Blasinstrument sehr schwer ist“. Roland Kurz beantwortete dem Buben seine Fragen und meinte dabei, dass solch ein Horn aus Holz innen hohl und daher „nur drei bis vier Kilo wiegt“. Darüber hinaus erfuhr Luca, dass Kinder auf dem Festplatz – in seiner Sprache – „Box-Auto“ fahren können. Er bekomme dafür zusätzlich Taschengeld, versprachen die Großeltern dem Jungen. Ob die drei dann mit Regenschirm zum Volksfest mitmarschiert sind oder bis Sonntag, 17. Juni ihren Besuch planen, ging kurze Zeit später in der Menge unter, die sich in den Altstadtgassen verlaufen sollte. Die Musiker stiegen mit ihren Instrumenten in die Kutsche, während Bürgermeister Paul Iacob, Hauptamtsleiter Andreas Rist und weitere örtliche Prominente den Weg zum Fest zu Fuß zurück legten. Die Böllerschützen setzten sich an die Spitze des Zugs und waren dann vor dem Zelteingang im Einsatz. Jeder konnte die Botschaft hören: Das traditionelle Fest hat seinen Startschuss zum elftägigen Unterhaltungsprogramm erlebt. Alle Besucher, die schon vor der „Krone“ das frische Freibier genießen durften, sind dabei gesund, wenn auch feucht unter dem Zeltdach angekommen. Der Erste Polizeihauptkommissar Helmut Maucher, der mit seinen Kollegen aus der Inspektion in Füssen den Zug begleitet hatte, schätzte gegenüber dem Kreisbote die Teilnehmerzahl auf „circa 60 bis 70 gut gelaunte Personen“. Eine heitere Stimmung hatten nicht nur die dafür bekannten „Schindauer“ mitgebracht. Feste zu feiern wissen auch die Kolpingbrüder, eine Trachtengruppe wie „Almrausch“ oder die Country- und Westernfreunde Ostallgäu, die einige „Cowgirls“ im Gefolge hatten. Im 1200-Mann-Festzelt blieben trotzdem am Eröffnungsabend noch einige Bänke leer. Das Festwirtpaar Krämmer und sein Serviceteam, die Königliche Schlossbrauerei Kaltenberg und die Schausteller, die in diesem Jahr einiges darbieten werden, sind optimistisch, dass die Füssener und ihre Gäste in den nächsten Tagen vorbeischauen und sich zum Beispiel auch im überdachten Biergarten mit einem knusprig-frischen Hendl oder einer Haxn verwöhnen lassen. „Der Eintritt zu allen musikalischen Veranstaltungen ist frei“, betonte der Festwirt. Zum Auftakt bekamen die Wertachtaler für ihre „gute Musik“ nicht nur ein Kompliment vom Kreistagsabgeordneten Rudi Leinweber.

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