Freie Fahrt für Gäste

Tourismuschef Stefan Fredlmeier nennt beim diesjährigen Tourismusabend im Haus Hopfensee zunächst die Erfolge der Stadt, bevor er für die Erhöhung des Kurbeitrags argumentiert. Dadurch soll den Gästen künftig die kostenlose Nutzung des ÖPNVs ermöglicht werden. Foto : Sommer

Ob der Tagesordnungspunkt „Kurbeitrag ab der Saison 2013“ mit Absicht auf den Schluss des ersten Tourismusabends diesen Jahres gelegt worden war, ist schwer zu beurteilen. Tourismuschef Stefan Fredlmeier nutzte die Tagesordnung, um die Erfolge der Stadt voranzustellen, die Erhöhung des Kurbeitrages zugunsten des ÖPNV forderte dann aber nochmals den ganzen Einsatz des Tourismuschefs.

Den Gästen einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen und auch ein kostenloses Parken für diese Gruppe, das ist das Ziel, das Stefan Fredlmeier vehement verfolgt und dafür mit Leidenschaft auch die Erhöhung des Kurbeitrages in Füssen um 60 Cent ab dem kommenden Jahr verteidigt. „Unsere Gäste haben einen unheimlichen Nutzen davon“, so Fredlmeier, „wenn sie ihre Gästekarte nehmen, steigen sie in den Bus und fahren irgendwohin“. Es werde die Wettbewerbssituation des Allgäus, im Vergleich zu anderen Urlaubsgebieten enorm stärken, so der Touristiker, wenn die Gäste im gesamten südlichen Ostallgäu kostenlos mit dem Bus, in einem weiteren Schritt auch mit dem Zug und schließlich bis Kempten und zur Wies fahren könnten, ohne dafür Geld in die Hand zu nehmen. Als Beispiel nannte Fredlmeier den Schwarzwald, wo man seit Jahren nicht mehr zwischen Mittel, Süd oder Nord unterscheide, sondern eine Region geschaffen habe mit 137 Orten und einem guten Dutzend Verkehrsgesellschaften, die der Gast allesamt mit einer Karte und vor allem eben kostenlos nutzen könne. Man habe hart mit den Verkehrsunternehmen verhandelt und ihnen den Deckelbetrag von 35 Cent abgerungen. Deckelbetrag deshalb, weil, wird der ÖPNV über die Massen genutzt, nur maximal 35 Cent fällig werden. Werden Bus und Bahn geringer als erwartet genutzt, falle auch der Betrag geringer aus und es bleibt mehr für die Orte übrig. Dass Füssen den seit 1995 unveränderten Kurbeitrag gleich auf 2,20 Euro anhebt, erklärte Fredlmeier damit, dass man dem Gast auch ein kostenloses Parken, im Gespräch ist etwa die, zur Zeit noch kostenlose Uferstraße in Hopfen, anbieten wolle. Die touristische Infrastruktur gehört nicht zu den Pflichtaufgaben und Ausgaben einer Kommune, hatte Fredlmeier zuvor schon erklärt. Bevor also auch von Einheimischen genutzte Toiletten wie am Lechfall etwa, repariert werden können, müsse die Kommune andere Aufgaben erfüllen. Dabei generiert ein Ort wie Füssen knapp ein Drittel seiner Einkünfte aus dem Tourismus. So müssten entsprechende Projekte aus dem Kurbeitrag finanzieren werden. Eine derartige Erhöhung des Kurbeitrags, so Fredlmeier, führe natürlich zu einem Aufschrei. Aber, wenn man sich die Zeit nehme, und dem Gast erkläre, wofür das Geld ausgegeben werde, könne man die 60 Cent dem Gast durchaus verkaufen, so der Tourismuschef. Vor allem, so Fredlmeier unterbrochen von Applaus, könne man wieder Themen wie Wasser in den Brunnen oder die Weihnachtsbeleuchtung angehen. Projekte wie Hallenbad, Kurhaus und Bahnhof, wie man sie aus anderen Kurorten kennt, erwähnte Fredlmeier allerdings nicht.

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