VHS in die Von-Freyberg-Straße?

Seit der Kinderhort der AWO an das Schulzentrum verlegt wurde, steht das Haus am Otto-Kreisel leer. Einige Stadträte würden gern die vhs dort einziehen lassen, der es im Gebäude von Füssen Tourismus am Kaiser-Max-Platz zu eng wird. Foto: Schuster

Füssen – Die Freien Wähler haben in der jüngsten Stadtratssitzung beantragt, einen Umzug der vhs in das ehemalige AWO-Hort-Gebäude in der Von-Freyberg-Straße zu prüfen. Auch vhs-Leiterin Petra Schwartz unterstützte den Plan. Doch Bürgermeister Paul Iacob prognostizierte hohe Sanierungskosten.

Eine wichtige Bildungseinrichtung aufwerten wollten die Freien Wähler mit ihrem Antrag im Stadtrat. Die Volkshochsschule, seit einiger Zeit erstmals mit einer hauptamtlichen Leiterin versehen, soll mit neuen Räumlichkeiten weiter gestärkt werden. Vom Gebäude von Füssen Tourismus soll die vhs in das Haus umziehen, das seit dem Umzug des AWO-Kinderhorts ans Schulzentrum leer steht. Leiterin Petra Schwartz betonte in einem mehrseitigen Papier an die Stadträte, wie wertvoll der Umzug für die Anforderungen und die weitere Entwicklung der Einrichtung wäre. 

Bürgermeister Paul Iacob jedoch relativierte. Es hätten die Montessori-Schule, eine weitere Bildungseinrichtung sowie zwei gewerbliche Interessenten ebenso bei der Stadt wegen der Räume angefragt. Iacob bat den Rat daher, ihm den Auftrag zu erteilen, alle Optionen zu prüfen und dann vorzustellen.

Den nachhakenden Freien Wählern, die ein Bekenntnis zu einer Bildungseinrichtung forderten, erläuterte er, dass der Füssener Architekt Engelbert Lochbihler die Räume bereits begutachtet habe. Gesetzeshalber notwendige Umbauten, etwa in Sachen Barrierefreiheit, könnten 900.000 Euro kosten, sagte Iacob, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Fördermittel stünden keine in Aussicht, da der Umzug eine freiwillige Leistung darstelle. 

Anschließend wurde es emotional im Stadtrat. Dass Dr. Martin Beyer (CSU) dennoch „eine Richtungsentscheidung für die Bildung“ forderte, wertete SPD-Rätin Brigitte Protschka als „Frechheit“, schließlich hatte auch die CSU-Fraktion kurz zuvor Spar-Disziplin gefordert, als es um den Haushalt ging. 

Petra Schwartz schlug vor, selbst mit einer Architektin das Gebäude zu begutachten, um zu überprüfen, welche Kosten auf die Stadt zukämen. Weitestgehend einigte sich der Stadtrat auf Iacobs Vorschlag, mehrere Alternativen prüfen zu lassen. ps

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