"Es gehört Mut dazu!"

Schwangauer Freie Wähler stellen ihr Konzept für die neue Amtsperiode vor

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Stellen das Konzept der Schwangauer Freien Wähler vor: Martin Helmer (v.l.), DR. Michael Krehl und Klaus Mielich.

Schwangau – Nachdem die Freien Wähler Schwangau e.V. (FW) kürzlich ihre Themen sowie die Liste ihrer Gemeinderatskandidaten vorstellten, erläuterten Dr. Michael Krehl, Martin Helmer und Klaus Mielich jetzt das Konzept des Vereins. Der „Mehrwert für Schwangauer“ stehe dabei an oberster Stelle.

Nur wenn die Gemeinde für ihre Bürger ein lebenswerter Ort bleibe, sei Schwangau auch für seine Besucher attraktiv. Es gelte bei allen Themen „perspektivisch auf die Dinge zu schauen. Mit einem Konzept, das alles im Blick hat“, sagte Krehl. „,Mehrwert für Schwangauer‘, das heißt, wir setzen uns ein für die Bevölkerung als allererstes, und erst in zweiter Linie, für die Dinge drumherum“, sagte Krehl. 

Dieses Konzept setzt darauf, sich etwas zu trauen. Nur so könne die gute Arbeit von Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) fortgesetzt werden, ergänzte Martin Helmer. „Es gehört Mut dazu, Dinge durchzuziehen.“ So habe es die Gemeinde erreicht, schuldenfrei in die nächste Legislaturperiode starten zu können. Die FW möchten die Gemeinde die hohe Lebensqualität in der Kommune weiter ausbauen. „Die Kandidaten, die in den Gemeinderat gewählt werden, möchten sich um die Leute kümmern, die sie wählen!“ 

Und dazu gehöre, so Krehl weiter, bezahlbarer Wohnraum. Ganz gezielt haben die FW die Bezeichnung „für Einheimische aller Lebensphasen“ gewählt, erklärte er. Für junge Leute, junge Familien oder Paare, die eine Familie gründen möchten und mehr Raum brauchen, ebenso wie für die, die „am anderen Ende des Lebens stehen“ – Senioren, die mit ihrer Rente haushalten müssen. 

Auch der Tourismus als größte Einnahmequelle gehöre zu Schwangau, sagte Krehl. Aber auch Arbeitsplätze in Handwerk und Gewerbe ebenso wie Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zum Gymnasium in sollen sich entwickeln und berücksichtigt werden. „Mehrwert für Schwangauer“ umfasst viele Bereiche: Partizipation der Bürger in Gemeinderatssitzungen zum Beispiel, Erweiterung und qualitative, bedarfsgerechte Verbesserung des Kindergarten- und Kindertagesstätten-Angebots oder die Weiterentwicklung des von den FW in Gang gebrachten Verkehrskonzepts zwischen Horner Gabel und König-Ludwig-Brücke. 

Nachhaltiger Waldumbau

Unbedingt soll außerdem ein nachhaltiger und klimaverträglicher Waldumbau unterstützt werden. Bei dem Vorhaben, sich um die Bevölkerung zu kümmern, gehöre selbstverständlich auch der Nahverkehr dazu. Jedoch nicht in erster Linie für die Touristen. Es gelte „mit kleinen Schritten den Verkehr zu verflüssigen“, sagte Krehl. „Die Touristen zahlen nichts fürs Busfahren, die Einheimischen schon. Dass muss sich ändern“, erklärte Helmer. 

Dabei planen die FW nicht, ein Konkurrenzunternehmen zu den RVA aufzubauen. Es solle nur an das bestehende System andocken und den Heimischen, idealerweise im Halbstundentakt, mehr Mobilität ermöglichen. Ein kostenloser Dorfbus könnte den Individualverkehr minimieren. Wie genau das verwirklicht werden soll, ist indes noch unklar. Es gebe jedoch verschiedene Ansätze, so Krehl. Die Jugendlichen würden so von den Eltern unabhängig, Senioren mobiler und die Umwelt geschont. 

Was für den Verkehr und den Tourismus gemacht wird, sei somit zu Gunsten der Wirtschaft. „Schwangau lebt vom Tourismus“, weiß der Hotelier Helmer. Manche direkt, andere indirekt. Jedoch habe es die Gemeinde nicht mit dem „Schloss-Tourismus“ oder den „Einnächtlern“ zu tun. Es handle sich vielmehr um Kurbetrieb und Stammgäste, also Buchungen über mehrere Nächte. Die hohe Qualität des Tourismus soll noch gesteigert werden, um ihn als Wirtschaftsfaktor nachhaltig zu erhalten. „Davon wollen wir ja auch leben. Daraufhin arbeiten wir seit 100 Jahren hin“, sagte er. 

Dazu gehöre auch der Ausbau von Geh- und Radwegen und die Unterstützung der relevanten Betriebe. Dabei denken die FW ebenfalls an die Landwirte. Die Wege, die für die Landwirtschaft notwendig seien, dürften weiterhin nicht in Konkurrenz zu Rad- und Gehwegen stehen. Ausgleich müsse geschaffen werden.

Ein weiterer Touristenmagnet, jedoch mindestens genauso wichtig für die Einheimischen, sei der Forggensee. „Das ist eines unserer Steckenpferde“, so Krehl. Das bekannte Problem sind die Sedimente, die sich am Ostufer, also auf Schwangauer Grund, so stark ablagern, dass der See verlandet. Daher fordern die FW, dass der Landkreis und oder die Regierung aktiv werden. „Die Unterstützung der Regierung wäre möglich, die Freien Wähler haben da einen guten Draht hin.“ Außerdem sollen die Schwangauer den Uferbereich pflegen und attraktiver gestalten. 

Sorgen wegen Schloss

Ein weiteres Anliegen sind dem Trio die Parkplätze beim Schloss. Die Massen an Autos würden die Anwohner massiv einschränken. „Es kann nicht sein, dass wir hier Weltkulturerbe machen, dadurch noch mehr Gäste anziehen und keine Parkmöglichkeit haben“, betonte Krehl. Es gebe Schwangauer, die nicht mehr aus ihrem Hof fahren könnten, weil am Schloss der Verkehr durch die Parkplatzsuche zum Erliegen komme. 

Außerdem bestehe durch die Parkplatzsucher eine erhöhte Gefahr für die Gäste. „Weltkulturerbe ja, aber nur auf einem eingeschränkten Platz und nicht gleich auf der gesamten Schwangauer Fläche. Und nur nach der Realisierung eines Gesamtkonzepts!“ Dazu möchten die FW ins Gespräch mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfond und der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung gehen. Auch sei eine bessere Organisation bei der Lenkung der Besucherströme mit Hilfestellungen und direktem Service für die Gäste wünschenswert. 

Auch wenn Investitionen dem Tourismus nutzen, sollten Investitionen in erster Linie den Bürgern dienen. Die Finanzkraft und die gesunde wirtschaftliche Situation der Kommune müssen erhalten bleiben, so Krehl. Rückflüsse sollten durch sinnvolle Investitionen erfolgen. Statt hoher Rücklagen aufzubauen, sollte die Gemeinde investieren. „Das Geld ist in den Taschen der Bürger besser aufgehoben als in den Taschen der Verwaltung!“

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