"Ein Bruch hätte katastrophale Folgen"

Minister Huber besucht Forggensee – Arbeitsgruppe soll Lösungen erarbeiten

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Die Interessen und Probleme rund um den Forggensee sind vielfältig. Lösungen soll jetzt der „Masterplan 2030” bringen.

Füssen – Wie geht es mit dem Forggensee weiter? Dieser Frage haben sich am Mittwoch nicht nur die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) gestellt, sondern auch der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber (CSU).

Dieser besuchte auf Zinneckers Einladung Deutschlands größten Stausee und sprach mit den betroffenen Bürgermeistern unter anderem über die Probleme Verlandung, Treibholz, Kiesabbau und die derzeitige Staudammsanierung und ihre Folgen. 

„Einen Kompromiss zu finden, darum geht’s“, erklärte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber (CSU) beim anschließenden Pressegespräch mit der Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) und Carsten Gollum, Leiter der Kraftwerksgruppe Lech der Uniper Kraftwerk GmbH.

Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber (Mitte) beim Pressegespräch im Festspielhaus Füssen mit der Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) und Carsten Gollum (rechts) von der Uniper Kraftwerk GmbH.

 Denn der Forggensee ist nicht nur wirtschaftlich sondern auch touristisch von großer Bedeutung – und dient damit vielen unterschiedlichen Interessen. Das wurde spätestens dann klar, als feststand, dass der Damm bei Roßhaupten saniert werden muss und der See deshalb nicht zum gewohnten Zeitpunkt aufgestaut werden kann. „Die Sicherheit ist das Wichtigste“, unterstrich der Umweltminister. Darin waren sich alle Versammelten einig. Die Unterlieger am Lech, von Landsberg bis Augsburg, müssten geschützt werden. „Ein Bruch hätte katastrophale Folgen“, sagte Huber.

Trotzdem hat die Dammsanierung „schon massive Auswirkungen“ für Segler, Fischer und die Gastronomie am See, fügte Zinnecker hinzu. „Der Schaden ist nicht bezifferbar.“ Von einer Million Euro gehe derzeit die Forggenseeschifffahrt aus (der Kreisbote berichtete.) Und mit Entschädigungen ist nicht zu rechnen. So könne sein Unternehmen „weder vertragliche noch gesetzliche Ansprüche Dritter erkennen“, erklärte Gollum. „Sollten Ansprüche herangetragen werden, werden wir jeden einzelnen prüfen, ob ein Rechtsanspruch vorliegt.“ Von Seiten der Staatsregierung könne das höchstens auf Kulanzebene erfolgen, informierte Huber. 

Schließlich wurde der See nicht zu touristischen Zwecken angelegt. Trotzdem: „Wir tun alles dafür, den Schaden so gering wie möglich zu halten“, fügte Gollum hinzu. Deshalb habe sich sein Unternehmen auch für die „schnellste, kostenintensivste und aufwendigste“ Sanierungsmethode entschieden. „Wir sind sehr zufrieden, wie sich die Baustelle entwickelt. Wir sind positiv gestimmt.“ 

Ob der See voll aufgestaut werden kann, soll sich aber erst Anfang/Mitte Juni klären. Ist das möglich, wird der See zwei Wochen länger, bis zum 1. November, voll Wasser sein. So könne die Schifffahrt wenigstens noch das Herbstgeschäft mitnehmen. Daneben möchte das Unternehmen auch Kleinprojekte unterstützen. „Wenn der Staudamm die nächsten 50 Jahre hält, sind wird alle froh“, fügte Zinnecker hinzu. Und auch wenn der Forggensee derzeit nicht türkis im Sonnenlicht glitzert, übe er auf so manchen trotzdem seinen Reiz aus. „Die Mondlandschaft ist, wenn sie befristet ist, für den ein oder anderen auch attraktiv.“

kk

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