WhatsApp-Nachrichten einer verängstigten Frau lösen Großeinsatz der Polizei aus

SEK stürmt Wohnung in Füssen

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Mitglieder des SEK aus München sammeln sich in der Nacht auf Samstag auf dem Hof des Füssener Feuerwehr-Gerätehauses.

Füssen/München – Die unbedachten Äußerungen eines 30-Jährigen und die Angst einer 24-Jährigen haben in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einem Einsatz des Münchner Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei in Füssen geführt.

Doch statt der erwarteten Schusswaffen fand das SEK nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West lediglich Spielzeugwaffen aus Plastik in der Wohnung des 30-Jährigen. 

Alarmiert hatte die Polizei der Exfreund der 24-Jährigen., Gegen 18.30 Uhr erschien er nach Polizeiangaben auf der Füssener Polizeiinspektion und berichtete, dass ihm seine Exfreundin über den Kurznachrichtendienst WhatsApp berichtet habe, dass sie Angst vor ihrem neuen Freund habe. „Aufgrund weiterer Nachrichten der 24-Jährigen, die der Mitteiler im Laufe des Abends erhielt, musste davon ausgegangen werden, dass der Mann über mehrere Schusswaffen verfügt“, so Polizeisprecher Christian Owsinski. 

Darüber hinaus habe im Raum gestanden, dass er die junge Frau möglicherweise in seiner Wohnung in einem Mietshaus festhält und bedrohe, falls sie trotzdem gehen sollte. Immerhin war der junge Mann bereits wegen eines Körperverletzungsdelikts gegen eine andere ehemalige Freundin polizeilich registriert. 

Da erste Ermittlungen außerdem ergaben, dass sich der Mann zusammen mit seiner Freundin und deren dreijährigem Kind in der Mietwohnung befanden, wurde neben der Verhandlungsgruppe des Präsidiums auch das SEK in München alarmiert. Keine Bedrohung Gegen 2 Uhr in der Nacht erfolgte laut Polizeisprecher Owsinski schließlich der Zugriff durch die Spezialeinheit, die den völlig überraschten 30-Jährigen ohne Widerstand festnehmen konnte.

 Bei der Durchsuchung der Wohnung stießen die Polizisten tatsächlich auf fünf Kurz- und eine Langwaffe. Diese erwiesen sich jedoch als Spielzeugwaffen aus Kunststoff. Die weiteren Ermittlungen durch den Kriminaldauerdienst Memmingen (KDD) ergaben außerdem schnell, dass keine konkrete Bedrohungslage vorgelegen hatte. „Vielmehr“, so Polizeisprecher Owsinski, „waren von dem 30-Jährigen aus Angst, dass sich seine neue Freundin von ihm trennen könnte, unüberlegte Aussagen getroffen worden, welche diese wiederum in den Nachrichten weitergegeben hatte.“

kb/mm

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