Die Freundschaft vertiefen

Im Füssener Kaisersaal schreibt sich der japanische Gouverneur Toshizo Ido (Mitte) ins Goldene Buch der Stadt Füssen ein. Kulturführer spielten danach (von links) Bürgermeister Paul Iacob, Landrat Johann Fleschhut und Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert. Foto: cf

Neuschwanstein hat einen entfernten Verwandten in Japan - in der Präfektur Hyogo ist das Schloss Himeji seit 1993 als Weltkulturerbe anerkannt. Auch Schloss Himeji ist schneeweiß. Es war die Idee des Füssener Hoteliers Wilhelm Schwecke, eine der Völkerverständigung und dem Tourismus dienende Verbindung zwischen beiden Schlössern anzustreben. Dem nächsten Schritt hat kürzlich ein Empfang von hochkarätigen japanischen Gästen, darunter der Gouverneur Toshizo Ido, durch Bürgermeister Paul Iacob gedient.

Neuschwanstein und Hemeji sind sich in der Tat inzwischen näher gerückt, ohne dass dabei schon deutlich wurde, wie die beiderseitig angedachte Brücke konkret aussehen könnte. Ein japanischer Besuch in Füssen hat einer solchen Partnerschaft nun einen weiteren Impuls gegeben. Im Rahmen des traditionell freundschaftlichen Kontakts nach Fernost hat am vergangenen Freitag der Füssener Bürgermeister Paul Iacob eine Delegation aus Hyogo empfangen. Der japanischen Gruppe stand kein Geringerer vor als Toshizo Ido. Er ist Gouverneur der Präfektur Hyogo. Bevor sich Ido unter Beifall ins Goldene Buch der Stadt eintrug, hatte er – „mit warmen Herzen“ – noch bekräftigt: Eine Verbindung der beiden weißen Schlösser wäre aus seiner Sicht wünschenswert. Wie Bürgermeister Iacob vor Gästen aus Politik und Wirtschaft in seiner Begrüßungsrede betonte, unterstrich auch der Gouverneur im Kaisersaal den besonders hohen Wert der deutsch-japanischen Beziehungen. Er dankte nochmals für die Unterstützung, nachdem Japan zuletzt von zahlreichen Katastrophen heimgesucht worden war. Der längst zum Ehrenbürger von Kobe ernannte Wilhelm Schwecke, der 1995 nach dem Erdbeben 20 Kinder aus der betroffenen Region Ferien in Füssen ermöglicht hatte, habe hier menschlich vorbildlich gehandelt. In der Präfektur Hyogo leben von den 5,6 Millionen Einwohnern 1,5 Millionen in der Hauptstadt Kobe, wie am Rande der Feierstunde in Füssen zu erfahren war. Hohe Beamte begleiteten den Gouverneur, der Deutschland schon in früheren Jahren besucht hat. Aber erst jetzt sei es möglich gewesen, auch nach Füssen zu kommen, meinte er. Ido zeigte sich beeindruckt von der „wunderschönen Landschaft im Allgäu“, wie er über seinen Dolmetscher den Gastgeber wissen ließ. Pianistin Hasako Sakai, die Ehefrau von Wilhelm Schwecke, erntete herzlichen Beifall für die sensible Umrahmung der Feierstunde. Andrea Fröhle vertrat Füssen Tourismus und Marketing. Sie brachte Geschenke für die Delegationsmitglieder mit. Gemeinsam mit dem Hauptamtsleiter Andreas Rist, Landrat Johann Fleschhut und dem Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert besichtigte der Gouverneur anschließend die Cremona-Geigenausstellung im Museum der Stadt. Nächstes Ziel der gemischten Gruppe war dann natürlich Schloss Neuschwanstein.

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