Tiefgarage unter neuem Bahnhof wird intensiv diskutiert

Neue Tiefgarage für Füssen?

Nichtöffentlich diskutieren Stadträte und Planer anscheinend derzeit eine Tiefgarage unter dem neuen Füssener Bahnhof. Die Zufahrt in diese könnte dort erfolgen, wo derzeit noch die Toilettencontainer (links) stehen. Foto: Matz

Füssen – Die Änderungen am Entwurf für den neuen Bahnhof sind weitaus umfangreicher als bisher bekannt. So wird derzeit nach Informationen des Kreisboten hinter verschlossenen Türen nicht nur ein geneigtes Satteldach für den Neubau intensiv diskutiert, sondern auch der Bau einer Tiefgarage darunter.

Während Bürgermeister Paul Iacob (SPD) für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar war, wollte sich eine Sprecherin der Baufirma Hubert Schmid auf Anfrage des Kreisboten dazu nicht äußern. 

Am Dienstagabend im Anschluss an die öffentliche Sitzung des Stadtrates folgte ein nichtöffentlicher Teil. In diesem sollte ein Tausch von Grundstücken im Bereich des Bahnhofs zwischen der Stadt Füssen und der Firma Hubert Schmid stattfinden, um dem Marktoberdorfer Bauunternehmer den Neubau des Bahnhofs zu ermöglichen. „Der Tausch ist in trockenen Tüchern“, heißt es dazu von an dem Vorgang Beteiligten. 

Viel spannender ist aber, was die Stadträte hinter verschlossenen Türen noch debattierten: den Bau einer Tiefgarage unter dem neuen Bahnhofsgebäude. Diese soll nach Informationen unserer Zeitung 33 Plätze bekommen. Ein- und Ausfahrt sollen über eine einspurige Zufahrt erfolgen, die dort gebaut werden soll, wo derzeit noch die Toilettencontainer stehen. Damit kommt die Baufirma zum einen offenbar verschiedenen Stadträten entgegen, die sich gesorgt hatten, ob tatsächlich ausreichend Parkplätze ausgewiesen werden. 

Denn wie mehrfach im Kreisbote berichtet, soll der neue Bahnhof künftig auch Geschäfte sowie Büros und Praxen mit entsprechender Kundenfrequenz beherbergen. Bislang waren rund um den Bahnhof 46 Parkplätze geplant.

 Zum anderen nehmen die Planer damit Gegnern des Neubaus den Wind aus den Segeln, die bislang auch damit argumentiert hatten, dass für den neuen Bahnhof nicht unerheblich in den Freybergpark eingegriffen werde und dort zahlreiche Bäume gefällt werden müssten. 

Während Bürgermeister Paul Iacob zunächst für eine Stellungnahme gegenüber dem Kreisboten nicht erreichbar war, wollte sich eine Sprecherin von Hubert Schmid auf Anfrage unserer Zeitung dazu nicht weiter äußern. Sie verwies auf weitere Gespräche mit der Stadtverwaltung, die in der kommenden Woche stattfinden sollen. 

Harald Vauk, Initiator der Bürgerbegehren gegen den Bahnhofsneubau, äußerte sich dagegen vorsichtig optimistisch. „Der große Wurf ist das noch immer nicht“, sagte er. Aber der Vorgang zeige, dass zumindest einige Stadträte die Sorgen der Bürger erkennen würden. „Ein Stadtrat braucht die Bürgerunterstützung – und wir werden von den Füssener Bürgern gestützt“, so Vauk weiter. Angesichts der neuen Entwicklung sei er bereit, zwei Begehren, in denen es um den Freybergpark geht, ruhen zu lassen – „sobald uns schriftlich zugesagt wird, dass die Tiefgarage kommt“, betonte er. 

Darüber hinaus kündigte er an, der Firma Hubert Schmid bis Montagabend Zeit zu geben, sich zu dem jüngsten Grundstücksgeschäft mit der Stadtverwaltung zu äußern und dieses rechtlich prüfen zu lassen. Ansonsten werde er eine dementsprechende Klage prüfen. 

Endgültig entscheiden über den Neubau des historischen Bahnhofs soll der Stadtrat in einer weiteren Sondersitzung am 27. Januar. Anfang Dezember war das kommunale Einvernehmen in der Stadt einer ersten Sondersitzung zunächst nur in Aussicht gestellt worden. Zu massiv war seinerzeit die Kritik an der äußeren Gestaltung des Baukörpers an dieser für das Stadtbild sensiblen Stelle.

Matthias Matz

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