Frühe Hilfen für Familien

Für einen guten Start ins Leben sind für Kinder verlässliche und sichere Bindungspersonen und soziale Unterstützung ihrer Familien besonders wichtig. Um Eltern und Fachkräfte vor allem in den ersten drei Lebensjahren dabei zu unterstützen und Kinder vor Vernachlässigung und Misshandlung zu schützen, hat der Landkreis Ostallgäu nun eine Koordinierungsstelle (kurz Koki) beim Jugendamt eingerichtet und mit Sonja Klippel, Sozialpädagogin, und Eva-Maria Rottach, Pädagogin, besetzt.

Landrat Johann Fleschhut zur Einrichtung der Stelle: „Der Landkreis hat ein Gesamtkonzept entwickelt, da wir gesehen haben, dass wir passgenaue und frühe Hilfen benötigen. Bausteine sind zum einen die gestartete Koordinierende Kinderschutzstelle sowie niedrigschwellige aufsuchende Hilfen durch Familienhebammen und FamilienhelferInnen.“ Denn häufig seien es auch sehr junge Mütter oder Eltern, die während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ihres Kindes größere Unterstützung benötigen. Soziale Vorbelastungen, wirtschaftliche Notlage, psychische Belastungen oder soziale Isolation können Risikofaktoren für die Gefährdung von Kindern sein. Die beiden KoKi-Mitarbeiterinnen stehen als beratende und vermittelnde Ansprechpartner zur Verfügung. Das neue Angebot richtet sich sowohl an alle Fachkräfte, die sich um Familien während der Schwangerschaft und mit Kindern von 0 bis 3 Jahren kümmern, als auch an die Familien selbst. Ziel ist, die Risiken in Familien in belasteten Lebenssituationen möglichst frühzeitig zu erkennen und mit entsprechenden Frühen Hilfen entgegenzuwirken, bevor es eskaliert. Die beiden Mitarbeiterinnen zu ihrem neuen Aufgabenfeld: „Wir sind erste Anlaufstelle zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Eine der ersten Hauptaufgaben ist, Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, wie z.B. Kinderärzte, Hebammen, Gynäkologen, etc. und die Jugendhilfe auf uns aufmerksam zu machen, miteinander zu vernetzen und bestehende Angebote aufeinander abzustimmen. Hierzu gehören u.a. Elternfortbildungen, Informationsveranstaltungen und Fachkräftequalifizierungen.“ Unterstützung durch Familienhebammen und Familienhilfen Darüber hinaus finanziert das Kreisjugendamt speziell ausgebildete Familienhebammen und FamilienhelferInnen des Kinderschutzbundes, da gerade auf dem Land aufsuchende Hilfen, die zu den Familien ins Haus kommen, notwendig sind. Die zwei neu gewonnenen Familienhebammen Frau Schmid-Lindner und Frau Scheffler bieten seit Juli 2009 Unterstützung während des gesamten ersten Lebensjahres des Kindes an. Die Familienhelferinnen des Kinderschutzbundes Pfronten, Buchloe und Kaufbeuren sind dagegenschnell und unbürokratisch zur Stelle, wenn die Belastungen des Alltags überhand nehmen. Sie helfen z.B. bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Anträgen, bei Problemen mit der Betreuung der Kinder oder bei der Suche nach alternativen Lösungen für Alltagsprobleme. Reichen die vorhandenen Hilfestellungen der Fachkräfte, wie Kinderärzte, Hebammen, Erziehungsberatungsberatungsstellen, etc. nicht aus, nehmen die Mitarbeiterinnen der KoKi selbst gezielt und aktiv den Kontakt zur Familie auf, beraten und vermitteln zusätzliche geeignete Hilfen. Ihre Erfahrungen in der Arbeit mit den jungen Familien werden die Mitarbeiterinnen dazu nutzen, gemeinsam mit den Fachkräften weitere Möglichkeiten zur Unterstützung von Familien im Landkreis zu entwickeln. Ansprechpartner der „frühen Hilfen“ Eva-Maria Rottach und Sonja Klippel, Landratsamt Ostallgäu Schwabenstraße 11, Zimmer 133 in Marktoberdorf; Tel. 08342/911-284 oder -465 oder E-Mail: koki@lra-oal.bayern.de. Familienhebammen: Frau Schmid-Lindner, zuständig für den südlichen Landkreis - Tel.: 08367/477 Frau Scheffler, zuständig für den nördlichen Landkreis – Tel.:08341/9611132. Familienhelferinnen: Kinderschutzbund Kaufbeuren, Heinzelmannstraße 1, in Kaufbeuren unter Tel. 08341/62663, E-Mail: dksb-kaufbeuren@web.de. Wer sich als Familienhelferin oder Familienhelfer beim Kinderschutzbund engagieren möchte, kann sich melden. kb

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