Ein Frühlingslied aus Numata

Es war eine Begegnung alter Freunde, als am Mittwoch vergangener Woche eine Delegation aus Füssens japanischer Partnerstadt Numata den Großen Sitzungssaal des Rathauses betrat, um das 15-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern. Füssens Numata-Beauftragter und ehemalige Zweite Bürgermeister Karl Brandner, Ex-Bürgermeister Dr. Paul Wengert und Hotelier Wilhelm Schwecke waren, so war zu hören, „very happy“ über das Wiedersehen. Sie hatten von Füssener Seite die Partnerschaft mitbegründet.

Bürgermeister Paul Iacob begrüßte unter anderem den ehemaligen Bürgermeister von Numata, Koji Nishida, Mitorganisator Kyoji Maschimo, sowie Yutaka Yamada, Direktor der „Numata International Association“ im Rathaus. Er erinnerte an die Entstehung der Städtefreundschaft 1984. Damals waren Brandner und Schwecke nach Japan gereist, um den japanischen Markt für den Füssener Tourismus zu erschließen. Was viele noch Utopie hielten, sorgte letztendlich dafür, das ein Viertel aller Füssener Gäste aus dem Land des Kaisers kommen. Ein Jahr später gab es erste Kontakte mit der japanischen Version der Romantischen Straße. Es folgten zum Beispiel Auftritte der Harmoniemusik Füssen entlang dieses Tourismusweges. 1994 wurde dann im Stadtrat die Städtepartnerschaft beschlossen und ein Jahr später besiegelt. Schwecke, Wengert, Brandnder und den mittlerweile verstorbenen ehemaligen Kurdirektor Fred Schiffbäumer bezeichnete Iacob als die vier Säulen des Bündnisses. Yutaka Yamada war es nach eigener Aussage eine Ehre, in dem selben Saal, in dem 1995 die Partnerschaft besiegelt wurde, beim Jubiläum dabei zu sein. Er überbrachte Iacob ein Geschenk des verhinderten Bürgermeisters von Numata, Mikio Hoshino. „Daruma“ heißt die rundliche rote Figur, wie Yamada aus einem Brief des Stadtoberhaupts vorlas. Glücksbringer für Iacob Die buddhistische Figur sei ein Glücksbringer und typisch für die Provinz Gunma, in der Numata liegt. Die Augen werden zumeist nicht ausgemalt – das erledigt der Besitzer selbst. Eine Auge malt er aus, wenn er einen dringenden Wunsch hat, das zweite, wenn er in Erfüllung gegangen ist, erläuterte Yamada die Bewandtnis. Auch für die japanischen Besucher gab es Gastgeschenke. Für die musikalische Untermalung sorgten einerseits Schüler der Sing- und Musikschule, die einige Stücke mit Blasinstrumenten zum Besten gaben. Aber die Gäste, bewiesen, dass sie einem musikalischen Volk entstammen und stimmten kurzerhand im Chor ein Frühlingslied an. Danach trugen sich alle Beteiligten in das Goldene Buch der Stadt ein.

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