Interview über Gabalier-Show

"Außerordentlich zufrieden"

Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier ist stolz darauf, dass die „Gabalier-Show“ im Festspielhaus aufgezeichnet wurde. Hier beim Star-Talk mit B3-Sprecher „Fleischi“ Fleischmann. Foto:Lang

Füssen – Die „Andreas-Gabalier-Show“ wurde kürzlich im Festspielhaus Füssen aufgezeichnet. Hauptsponsoren waren der Landkreis Ostallgäu, die Allgäu GmbH, die „Allgäu Top Hotels“ sowie Füssen Tourismus und Marketing (FTM). Mit dessen Direktor Stefan Fredlmeier sprach der Kreisbote über die Sendung.

Herr Fredlmeier, die Füssen Tourismus und Marketing GmbH ist bei der Show als Hauptsponsor mit einer erheblichen Summe eingestiegen. Warum? 

Fredlmeier: „Der Hauptgrund für uns ist der Marketingaspekt, dass die Reichweite einer Eurovision-Sendung nicht zu schlagen ist. Zudem sind wir sehr interessiert, das Festspielhaus – das mit seiner Drehbühne eine herausragende Technik für solch eine Übertragung bietet – als prädestinierten Standort für Fernsehsendungen zu präsentieren. Bei welcher anderen Gelegenheit sonst hören und sehen so viele Menschen in drei Ländern von Füssen? Die Sendung ist eine überaus wertvolle touristische Werbung für die Stadt und das Festspielhaus. Aber ich möchte unterstreichen, dass das Festspielhaus in privater Hand ist und wir als Tourismusbüro weder auf den Spielplan Einfluss nehmen noch das Haus subventionieren. Wir stellten nur die Kontakte her. Und ja, es ist auch richtig, dass wir und unsere Partner mit einer großen Summe eingestiegen sind. Es ist in diesem Jahr unsere größte Marketing-Einzelmaßnahme, eine größere gibt es nicht.“ 

Wie zufrieden sind Sie über die Erwähnung Füssens in der Show? 

Fredlmeier: „Sehr zufrieden! Füssen und das Festspielhaus wurden immer wieder genannt und bei Schaltungen in den Outdoor-Bereich sah man die Bühne direkt am Forggensee und dahinter ‘DAS Schloss der Schlösser’! Besser geht es doch nicht. Mit so eine privilegierten Location als Kulisse kann man auch so hochrangige Künstler wie die ‘Scorpions’ perfekt präsentieren: Das hat sich gelohnt. Wann kamen jemals so viele hochkarätige Künstler hierher? Normalerweise verbindet man sie mit Großstädten, zu denen die Zuschauer auch unserer Region in die Konzerte reisen, und nun hat Füssen gezeigt: Wir können das auch! Und sogar geballt! Wann hat es das schon gegeben, all diese Künstler auf einmal in einer Show, an einem Ort. Auch den Zuschauern vor Ort, denke ich, wurde viel geboten. Da hat sich die Produktionsfirma viel einfallen lassen. Auch hier war das Veranstaltungsniveau hoch. Die Karte im Outdoor-Bereich kostete 35 Euro, Indoor ab 110 Euro... Und es gab Show-Arrangements mit Übernachtung im Sterne-Hotel im Tannheimer Tal mit Shuttle-Service für bis zu 700 Euro. Leider ist Füssen im August eh immer fast ausgebucht, also auch ohne diese Sendung, sodass es im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der Veranstaltung nur eingeschränkt zu zusätzlichen Übernachtungen kam. Trotzdem: Zuschauer aus dem In- und Ausland nahmen stundenlange Reisestrecken auf sich, um nach Füssen zur Aufzeichnung zu kommen, und werden sicher zu Hause viel zu erzählen haben.“ 

Trotzdem: Hätten Sie sich nicht gewünscht, dass mehr über die Stadt in der Sendung gezeigt worden wäre? 

Fredlmeier: „Auf den ersten Blick ist ‘mehr’ natürlich immer besser. Aber wenn man die Formate kennt, wäre eine noch stärkere Präsentation der Stadt Füssen nur wenig realistisch, hätte eventuell den Rahmen der Sendung gesprengt und den roten Faden der Show unterbrochen. Zudem wurden aus allen drei Eurovision-Ländern Städte gezeigt. Gabalier reiste von Graz über Luzern in die USA und dann nach Füssen. Das Konzept der Show war sehr gut durchdacht. Wir kamen darin nicht zu kurz. Wenn man sich überlegt, wie viel eine Übertragungssekunde im Fernsehen kostet, sind wir außerordentlich zufrieden. Hundertprozentig.“ 

Wie haben Ihre Mitarbeiter darauf reagiert, dass Sie die „Gabalier-Show“ nach Füssen holen? Sicherlich war das doch keine nebenbei zu leistende Aufgabe für sie? 

Fredlmeier: „Die Kernarbeit im Festspielhaus fand weitgehend ohne uns statt; Hier sind die Sender und die Produktionsfirma vorrangig gefordert. Aber sicher, unsere Mitarbeiter haben die Produktion im Umfeld entlastet, allen voran Katja Kalbantner, die selbst berufliche Erfahrung aus Funk und Fernsehen mitbringt. Sie kennt alle Kontakte vor Ort und konnte so die Produktion jederzeit bestens unterstützen. Und (lächelt) ich wusste, dass wir Fans des Steirers unter unseren Mitarbeitern haben. Als alles fest stand und ich das in unserem wöchentlichen Meeting bekannt gab, gab es durchaus die eine oder andere freudige Hyperventilation.“ 

Herr Fredlmeier, Sie waren gespannt auf die Einschaltquoten, auch weil Sie mit ip-Media noch einen Vertrag bis 2016 haben. Wie zufriedenstellend waren die Einschaltquoten und was bedeutet das weiter für die Stadt und das Festspielhaus? 

Fredlmeier: „Die Sendung hatte eine Einschaltquote von 3,36 Millionen Zuschauern in Deutschland und 550 000 in Österreich. Nehmen wir die nicht veröffentlichten Zahlen aus der Schweiz, sind wir schon bei vier Millionen Zuschauern. Das sind sehr zufriedenstellende Zahlen. Auch weil sehr gute 9,3 Prozent des Marktanteils davon 14- bis 49-jährige Zuschauer waren. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben seit geraumer Zeit gerade in dieser jungen Altersklasse Probleme, Zuschauer zu locken und zu binden. Mit der Gabalier-Show aus Füssen ist es ihnen aber scheinbar gelungen. Der Vertrag bis 2016 sieht vor, dass bei Gelingen der Sendung es durchaus weitere Eurovision-Sendungen aus Füssen geben könnte. Wir sind gespannt, der Rote Teppich bleibt ausgerollt.“ 

Herr Fredlmeier, vielen Dank für das Gespräch.  Johanna Lang

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