Polizei Füssen ermittelt

60-Jährige fällt auf Liebesbetrüger herein - 8520 Euro Schaden

Frau sitzt am Computer
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Einen sogenannten Liebesbetrüger hat eine 60-Jährige übers Internet kennen gelernt. Sie hat sich deswegen nun an die Polizei in Füssen gewandt.
  • Katharina Knoll
    vonKatharina Knoll
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Landkreis - Opfer eines Liebesbetrügers ist jetzt eine 60-jährige Ostallgäuerin geworden. Der unbekannte Betrüger erleichtere die Frau dabei um 8520 Euro. Das berichtet die Polizei.

Die Frau chattete demnach zunächst über Facebook mit dem Unbekannten, der sich als Chirurg ausgab. Er sagte der 60-Jährigen, dass er derzeit im Auftrag der UNO im Irak arbeite. Damit er sie besuchen könne, überwies die Ostallgäuerin 8520 Euro an den Mann.

Als der angebliche Chirurg eine weitere Überweisung in Höhe von 35.000 Euro von der 60-Jährigen erbat, wollte die Frau den Betrag über ihre Hausbank dem Mann zukommen lassen. Ein aufmerksamer Bankmitarbeiter wurde aber in Anbetracht der Höhe der Auslandsüberweisung stutzig. Dadurch konnte der Betrag zurückgehalten und die Frau vor weiterem Schaden bewahrt werden.

Die Frau erstattete schließlich Anzeige bei der Füssener Polizei, die nun in dem Fall ermittelt.

Die Masche

Das Phänomen ist bei der Polizei als „Love Scamming“ oder „Romance Scamming“ bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Danach ebbte die Welle ab und wurde von neueren Phänomenen wie beispielsweise den „Falschen Polizeibeamten“ abgelöst. Mittlerweile erlebt die Geschichte der falschen Liebschaften aber wieder eine Art „Come-Back“, so die Polizei.

Der Hintergrund

Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten – und auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld.

Die Empfehlung der Polizei

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen, so die Polizei. Gerade im Internet tummeln sich nach Angaben der Beamten viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Die Polizei rät deshalb immer misstrauisch zu sein bei unglaublichen Angeboten.

Detailliertere Hinweise zur Vorgehensweise der Täter, zu deren Erkennbarkeit, zum Schutz und zur Nachweisbarkeit der Tat gibt die Polizei online.

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