Heißer Sommer für die Bergwacht

Allgäuer Bergwacht muss im Sommer zu fast 700 Einsätzen ausrücken

Ein Bergretter wartet bei Sonnenuntergang auf den Rettungshubschrauber, um mit dessen Hilfe einen Verletzten vom Säuling ins Tal zu bringen.
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Bei ihren Einsätzen – wie hier auf dem Säuling – muss die Bergwacht oft mit der Besatzung der angeforderten Rettungshubschrauber eng zusammen arbeiten.

Allgäu – Die Allgäuer Bergwacht blickt auf einen ereignisreichen Sommer zurück: Nach einem eher verhaltenen Monat Mai stieg die Zahl der monatlichen Einsätze rasch an, mit Höhepunkt im Ferienmonat August mit 185 Alarmierungen. Insgesamt war die Allgäuer Bergwacht nach eigenen Angaben in diesem Sommer bei 671 Einsätzen vor Ort. Und: alles unter den neuen Herausforderungen der Pandemie-Beschränkungen und entsprechenden Auflagen im Einsatz.

Nach einem eher ruhigen Jahresbeginn stieg die Zahl der Einsätze nach Ende des ersten Corona-Lockdowns rapide an. Bekanntlich wurde das Allgäu seinerzeit förmlich überrannt, oftmals war an Wochentagen am frühen Vormittag schon kein Parkplatz mehr an den touristischen Hotspots im südlichen Ost- und Oberallgäu zu finden. Polizei und Ordnungskräfte hatten Schwerstarbeit zu verrichten, bei den Einheimischen wuchs der Verdruss angesichts des Ansturms von auswärts (der Kreisbote berichtete mehrfach) .

Daraus resultierten auch für die Bergwachten in den besonders betroffenen Gebieten zahlreiche Einsätze in mittleren bis niedrigeren Höhenlagen, während es in den Allgäuer Hochalpen erst einmal ruhig blieb. Schwerpunkte im Oberallgäu waren der Grünten, die Nagelfluhkette und das Hörner-Gebiet. Im Ostallgäu lockten vor allem Breitenberg, Tegelberg und Säuling die Wanderer in Scharen an.

In der Statistik für das Sommerhalbjahr schlug sich das in einem Plus an „normalen Rettungseinsätzen“ nieder – fast 500 insgesamt. Schwierige „Sondereinsätze“ im Hochgebirge gab es mit 90 dagegen eher seltener als in den Vorjahren.

Die „neue Mobilität“ mit dem E-Bike macht auch vor den Bergen nicht Halt. Neben knapp 50 Mountainbike-Unfällen mit „normalen“ Mountainbikes, wurde die Allgäuer Bergwacht auch zu 14 verunglückten E-Bikern gerufen. Und 32 Mal sind Klettersteig-Einsätze im Bericht verzeichnet. Offenbar ein beliebtes Ziel für Bergwanderer.

Neue Herausforderungen durch Corona

„Die Einsätze standen natürlich alle auch unter dem besonderen Blickwinkel der Vorschriften und der Vorsicht im Umgang mit dem Corona-Virus. Trotz der anstrengenden Arbeit mussten die Bergretter auf ihren Eigenschutz achten und die Schutzvorkehrungen einhalten“, betont Peter Eisenlauer, der Regionalleiter der Allgäuer Bergwacht. „Das ging nicht immer ganz einfach, denn die Kommunikation war durch die Maske stark beeinträchtigt; insbesondere bei Hubschraubereinsätzen stellte das die Bergretter vor neue Herausforderungen. Insgesamt sind wir gut durch den Sommer gekommen und haben selbst nur wenige Fälle mit Kontakten zu infizierten Patienten zu vermerken“, bilanziert Eisenlauer weiter. Dennoch musste auch der eine oder andere Allgäuer Bergwachtler dennoch in Corona-Quarantäne gehen.

kb

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