Wohngebiet soll kommen

Bürgermeister Eichstetter hält an neuem Stadtquartier im Norden fest

Google Satellitenbild zeigt die Flächen bei Füssen, wo ein Stadtquartier der Zukunft geplant ist.
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Zwischen B310 und B16 soll nach den Plänen der Stadtverwaltung ein „Stadtquartier der Zukunft“ entstehen. Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation verzichtet die Stadt heuer aber auf weitere Grundstückskäufe. Dennoch soll laut Bürgermeister Eichstetter an dem Projekt weiter festgehalten werden.

Füssen – Ein neues modernes Stadtquartier, das den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden soll – so stellte sich die Stadtverwaltung die Zukunft der Grünflächen nördlich des Gewerbegebiets Füssen-Nord vor. Doch mittlerweile ist die Euphorie der Ernüchterung gewichen: Weil die Stadtverwaltung heuer weniger Geld ausgeben kann als geplant, verzichtet sie vorerst auf weitere Grundstückskäufe im Füssener Norden. Umgesetzt werden soll das Projekt aber trotzdem, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) erklärt.

Die Überlegungen der Stadtverwaltung sahen noch vor einem Jahr ein „Generationenübergreifendes Wohnen, Arbeiten und Leben“ auf den Flächen nördlich der B310 und westlich der B16 vor, wo einst das Tourismus-Projekt „Allgäuer Dorf“ entstehen sollte. In dem neuen Quartier sind nach den vor einem Jahr im Stadtrat vorgestellten Überlegungen rund 60 Prozent der Fläche für Wohnen und 40 Prozent für Gewerbe vorgesehen. Von den Mietwohnungen – Ein- bis Vier-Zimmerwohnungen – sollten 40 Prozent im bezahlbaren Segment angeboten werden. Auf den geplanten Gewerbeflächen – die an der B310 entstehen könnten – soll darüber hinaus ein Mix aus klassischem verarbeitenden Gewerbe, Medien- und Kreativwirtschaft sowie Dienstleistungsbetrieben entstehen. Angedacht ist demnach, das neue Quartier Abschnitt für Abschnitt umzusetzen, wobei jeder Abschnitt für sich voll funktionsfähig sein müsse.

Stadt muss sparen

Um dieses Stadtquartier der Zukunft verwirklichen zu können, braucht die Stadt allerdings ausreichend Flächen. 7,5 Hektar im genannten Bereich sind laut Kämmerer Marcus Eckert bereits im Eigentum der Stadt und der Heilig-Geist-Spitalstiftung. Mehr werden es zunächst aber nicht werden: wie bereits am Samstag im Kreisboten berichtet, fährt die Stadt ihre Ausgaben in diesem Jahr massiv zurück. Allein zehn Millionen Euro weniger will Kämmerer Eckert durch den Verzicht auf weitere Grundstückskäufe für das geplante neue Quartier ausgeben. „Im Ursprungshaushalt waren insbesondere für den Füssener Norden 12 Millionen Euro vorgesehen, so dass jetzt die ‚eingesparten‘ zehn Millionen vollständig auf Füssen Nord entfallen“, erklärte er.

Gutachten laufen

Vor dem Aus steht das ambitionierte Vorhaben damit zwar nicht, gleichwohl wird es sich womöglich aber verzögern. „Das Projekt wird weiterhin projektiert, eine mögliche Umsetzung ist noch nicht in Aussicht, da derzeit noch diverse Gutachten laufen“, teilte Bürgermeister Eichstetter auf Nachfrage mit. Doch wie will die Stadt in den Besitz der Grundstücke kommen? Immerhin wird sich die finanzielle Situation der Kommune in den kommenden Jahren nach Ansicht von Kämmerer und Bürgermeister eher verschlechtern als verbessern. „Grundstückserwerb wird auch in den nächsten Jahren stattfinden, denn Grundstücke und Immobilienwerte stellen in der Regel eine gesunde Verschuldung dar“, sagte Eichstetter dazu.

Ohnehin sei noch gar nicht klar, ob die Stadt tatsächlich sämtliche Flächen auf dem Areal erwerben muss. „Ob, was und wie dort erschlossen werden kann, werden unter anderem die aktuell laufenden Untersuchungen zeigen“, erläuterte Kämmerer Eckert auf Nachfrage des Kreisboten. „Ebenso ob damit zwingend zusätzlicher Grunderwerb, beispielsweise für die verkehrliche Erschließung verbunden ist.“ Die weiteren Flächen liegen Eckert zufolge alle eher am Rand des geplanten Gebiets, vor allem in Richtung Hopfen, so dass grundsätzlich auch ohne diese Grundstücke eine Entwicklung des Gebiets denkbar sei.

mm

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