Keine Einsparungen

Füssen: Bundesleistungszentrum und Grund- und Mittelschule sollen eigene Küchen bekommen

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Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird die Grund- und Mittelschule Füssen nun doch eine eigene Küche bekommen.

Füssen – Auch wenn es manche Stadträte kaum glauben konnten: Zwei separate Küchen in der Grund- und Mittelschule Füssen sowie im Bundesleistungszentrum (BLZ) kommen der Stadt günstiger als eine kombinierte. Das haben jetzt Untersuchungen der ods GmbH im Zuge der Sanierung der Grund- und Mittelschule Füssen ergeben. Diese stellte das Beratungsunternehmen am Dienstag dem Füssener Stadtrat vor.

Nachdem das Unternehmen in seinen Berechnungen davon ausgegangen ist, dass in den beiden Schulen künftig bis zu 300 Schüler mit Mittagessen zu versorgen sind, kam es zu dem Schluss: Wird in der Schule gekocht und anschließend das BLZ beliefert, muss die Stadt Füssen mit Kosten von 559.200 Euro rechnen. Kocht man dagegen im BLZ und versorgt die Schule mit, kostet das der Stadt sogar 808.800 Euro. Die günstigste Variante sind dagegen zwei separate Küchen. Dafür müsste die Stadt wohl 504.200 Euro ausgeben.

„Wie schaffen Sie es, eine halbe Million Euro in der Küche zu versenken“, wunderte sich daraufhin Dr. Martin Metzger (BfF). „500.000 Euro erscheint mir als Laie relativ großzügig.“ Bei seinen Berechnungen habe das Unternehmen unter anderem die nötige Ausstattung für die wichtigsten Funktionen, aktuelle Ausschreibungen und untere Quadratmeterpreise berücksichtigt. Beachte man dann noch die aktuellen Lebensmittelhygienevorschriften sei man schnell bei diesen Summen, erklärte Rainer Wellen, Geschäftsführer der ods GmbH.

Verschiedene Zeiten

Dass zwei Küchen für die Stadt günstiger seien als eine, konnte dagegen Dr. Anni Derday (FWF) nicht nachvollziehen und fragte sich, ob bei den Berechnungen auch die Personal- und Betriebskosten mitaufgenommen wurden. Doch das bejahte Wellen. Ausschlaggebend für die Kosten seien die unterschiedlichen Zeiten, in denen die Schulen und das BLZ mit Essen versorgt werden müssen. Während Schüler mit Frühstück und Mittagessen auskommen, brauchen die Sportler darüber hinaus auch Abend- oder Spätessen. Daneben gibt es während der Ferien kein Essen an der Schule, während die Sportler auch dann, an den Wochenenden oder an Feiertagen spielen. „Der Küchenchef muss da sein, obwohl Ferien sind“, erklärte Wellen. Da es sehr viele solcher unterschiedlichen Prozesszeiten gebe, würden die Vorteile wegfallen, die sich durch eine gemeinsame Küche ergeben. „Durch die extremen Schwankungen bei den Zeiten und Anforderungen gibt es keine Einsparungen.“

Warum die Schulküche in der ersten Variante teurer sei als in der zweiten, wollte dagegen Gerlinde Wollnitza (FWF) wissen. Das Beratungsunternehmen verwies dabei auf die Spülküche im BLZ, die in der ersten Variante ebenfalls ertüchtigt werden müsse. „Einen gewissen Anteil gibt es immer, der stehen bleibt.“

Vor diesem Hintergrund sprach sich der Füssener Stadtrat einstimmig für zwei unabhängige Küchen in der Grund- und Mittelschule sowie im Bundesleistungszentrum aus.

Katharina Knoll

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