Nächstenliebe in Zeiten der Krise

Corona-Pandemie: Franziskaner sammeln Spenden für bedürftige Menschen im Umland

Pater Michael zeigt Spendenmöglichkeit
+
In der Füssener Franziskanerkirche zeigt Pater Michael, wo fürs „Antoniusbrot“ gespendet werden kann.
  • vonChris Friedrich
    schließen

Füssen – Die Füssener Franziskaner sammeln Spenden, um Bedürftigen in der Region zu helfen. In der Franziskanerkirche gibt es die Möglichkeit, in einen Schlitz Geld einzuwerfen. Die Ordensbrüder verteilen diese Spenden dann unter dem Leitsatz „Antoniusbrot“. Im Gespräch mit dem Kreisbote erklärt Pater Michael Hubatsch, was es mit dieser speziellen Nothilfe auf sich hat. Traditionell unterstützt der Orden damit „weltweit in direkter Form arme Menschen“.

„Spenden aus dem speziellen Einwurf in der Franziskanerkirche werden individuell an bedürftige Menschen im Füssener Land weitergegeben“, erklärt der Pater. Rechts neben dem Eingangsportal der Franziskanerkirche können Besucher den Spendeneinwurf nutzen, der mit „Antoniusbrot für die Armen“ gekennzeichnet ist. Denn gerade während der Corona-Pandemie ist Soforthilfe für ärmere Menschen in der Region notwendig.

Um zu verstehen, wie es zu der Nothilfe für bedürftige Menschen kam, dient eine überlieferte Legende, die in Italien spielt. Das „Antoniusbrot“ geht zurück auf eine Begebenheit mit dem heiligen Antonius von Padua (1195 – 1231). „Ein zweijähriger Bub war beim Spielen in einen Wasserbottich gefallen und ist ertrunken“, fasst Pater Michael die „Wundererzählung“ zusammen. „Die Mutter, die ihn tot fand, wandte sich in ihrer Verzweiflung und Trauer an den Heiligen Antonius und gab ein Versprechen: Sollte ihr Bub weiterleben können, dann würde sie den Armen so viel Brot schenken, wie er wog. Sie wurde erhört und sie löste ihr Versprechen ein.“

Konkrete Hilfe für die Armen

Das Antoniusbrot sei weiterhin eine konkrete Hilfe für die Armen in Erinnerung an das Gute, das man selbst empfangen habe. „Wir Franziskaner fühlen uns dieser Tradition verpflichtet. Wir können damit Familien mit Kindern im Füssener Land, die in Not geraten, individuell finanziell helfen.“ Wer dafür spende, habe von den Franziskanern die Garantie, dass seine Spende sicher ist.

Eine gute Tradition, um Spenden zu sammeln, ist auch der Opferstock. Dabei dienen Opferstöcke und „Antoniusbrot“ nicht dem gleichen Zweck. .

In die Schlagzeilen sind Opferstöcke jedoch aktuell geraten, weil sie aufgebrochen wurden. Besondere Sicherheitsvorkehrungen sieht Mesner Max Fischer von der Pfarrkirche St. Peter und Paul im Füssener Stadtteil Hopfen am See aber nicht als notwendig an. „Unsere Kirche wird gern besucht“, freut sich der Mesner. In katholischen Kreisen wird zudem gern an den Tag vor zehn Jahren erinnert, als ein aufmerksamer Klosterbruder Diebe in der Franziskanerkirche stellte und bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei einsperrte. Bruder Johannes, der hier furchtlos handelte, und seine Mitbrüder bleiben gewiss auch weiter aufmerksam.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenzen nähern sich der 100er-Grenze
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenzen nähern sich der 100er-Grenze
Riskantes Überholmanöver: Minifahrerin bedrängt Mofafahrer beim Abbiegen
Riskantes Überholmanöver: Minifahrerin bedrängt Mofafahrer beim Abbiegen
Stadt Füssen plant neuen Parkplatz vor Hopfen - BUND kündigt Widerstand an
Stadt Füssen plant neuen Parkplatz vor Hopfen - BUND kündigt Widerstand an
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30

Kommentare