»Ehrenamtliche Arbeit ist sinnstiftend«

Die Neue AWO-Bezirksvorsitzende Protschka spricht über die Schwerpunkte ihrer Arbeit

Die AWO-Bezirksvorsitzende Brigitte Protschka
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Die neue AWO-Bezirksvorsitzende Brigitte Protschka.

Füssen – Seit zwei Wochen ist die Brigitte Protschka Präsidiumsvorsitzende der AWO Schwaben. Sie folgt damit auf Dr. Heinz Münzenrieder, der dem Verband 35 Jahre vorstand (der Kreisbote berichtete). Protschka ist seit vielen Jahren nicht nur Vorsitzende des AWO-Ortsverbandes Füssen-Schwangau, sondern auch Kreisvorsitzende der AWO Ostallgäu. Im Interview beschreibt sie, welche Aufgaben und Gedanken sie als besonders wichtig erachtet und die es in der momentanen prekären Corona-Lage vordringlich zu organisieren gilt.

Mit Ihnen steht erstmals eine Frau als Vorsitzende der AWO Schwaben an der Spitze. Sehen Sie das als eine besondere Herausforderung oder wird es einen nahtlosen Übergang geben, da sie ja bereits stellvertretende Vorsitzende waren?

Protschka: „Eigentlich sollte diese Frage überflüssig sein. Ob Mann oder Frau am Ruder sitzt, spielt keine Rolle. Bedeutend sind Kenntnisse des Verbandswesens und kommunikative Fähigkeiten. Denn neben den Aktivitäten im eigenen Verband, gehört es auch zu den Aufgaben der Wohlfahrtsverbände, sich sozialpolitisch für Verbesserungen einzusetzen. Wenn ich nur an die ständig steigenden Kosten für die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Seniorenheime denke ist doch klar, dass wir da unsere Stimme erheben müssen, um von Politikerinnen und Politikern nicht nur zu fordern, dass diese Kosten zu deckeln sind, sondern auch entsprechende Mittel und Wege dafür aufzuzeigen.“

Welche Schwerpunkte werden im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen?

Protschka: „Grundlage für mein Engagement bei der AWO sind unsere Werte. Sie spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben – auch außerhalb unseres Verbandes. Dessen Zukunft steht in meinen Augen mit an vorderster Stelle und es wird eine meiner Aufgaben sein, Menschen für die Freude am Ehrenamt zu begeistern. Denn ehrenamtliche Arbeit ist sinnstiftend und kann wirklich beglückend sein.“

Letztendlich stehen sie ja auch dem Unternehmen AWO Schwaben mit 25 Seniorenheimen, über 40 Kinderbetreuungseinrichtungen, zwei Suchtkliniken und diversen Beratungsstellen vor – besonders in der heutigen Zeit eine Herkules Aufgabe. Immerhin sind unter dem Dach der AWO Schwaben 3000 hauptamtliche und ebenso viele Ehrenamtliche vereinigt. Wie sind hier ihre Vorstellungen für die kommenden Jahre?

Protschka: „Wir werden uns wappnen müssen, um unsere bisher erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Wir werden neue Wege finden müssen, um dem Personalmangel entgegenzuwirken und wir müssen unsere Einrichtungen mit Blick in die Zukunft bereits so ausstatten, dass wir mit Krisen wie Corona oder dem Klimawandel aber auch dem Fachkräftemangel so zurecht kommen, dass wir unsere gute Betreuungsqualität erhalten können.“

Der AWO eilt ja der Ruf voraus, dass sie sich für die Schwächeren engagiert und dafür sorgt, dass jeder in unserer Gesellschaft eine faire Chance hat. Dies durchzusetzen und dieses Ziel zu verfolgen ist in unserer heutigen Ellenbogen-Gesellschaft schwieriger denn je. Was ist ihre Motivation, sich für diese Menschen einzusetzen und den Wohlfahrtsverband AWO nach außen hin so zu repräsentieren, dass dieses Prädikat auch weiterhin seine Gültigkeit hat?

Protschka: „Unseren starken Wohlfahrtsverband und wertvolle Stütze in unserer Gesellschaft weiter voranzubringen ist Teil meiner Motivation. Wir müssen den Mut haben, uns zu verändern, damit wir die kommenden großen Herausforderungen bewältigen können. Dafür werde ich zusammen mit meinem engagierten Team im Präsidium und unseren kompetenten Vorständen im Unternehmen kämpfen.“

ed

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