Kopfschütteln bei der Bahn

Die neue Diskussion über einen Bahnhalt in Füssen-West sorgt bei der Bahn für Befremden

Zug fährt durch Winterlandschaft
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Die geplante neue Bahnhaltestelle in Füssen-West ist in der Lechstadt umstritten. Dass der Füssener Stadtrat kurz vor Weihnachten eine Entscheidung darüber vertagt hat, sorgt bei der Deutschen Bahn für Unverständnis.

Füssen – Fast sechs Jahre nach der Ankündigung der Deutschen Bahn, im Venetianerwinkel einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt in Füssen bauen zu wollen, bestehen die Pläne weiterhin nur auf dem Papier. Ändern wird sich daran so schnell wahrscheinlich nichts: kurz vor Weihnachten hatten sich die Ratsmitglieder wegen zu vieler offener Fragen zu keiner Entscheidung durchringen können und das Thema vertagt. Bei der Deutschen Bahn stößt das offenbar zunehmend auf Unverständnis, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) am Dienstag im Stadtrat berichtete.

Bei dem Unternehmen, aber auch im Verkehrsministerium, seien die Zuständigen „aus allen Wolken gefallen“, als sie jetzt erfuhren, dass der Stadtrat das Thema wieder diskutiere und eine Ablehnung des Bahnhalts in Erwägung ziehe (der Kreisbote berichtete), informierte Eichstetter (CSU) über die jüngsten Gespräche. Denn dort sei man aufgrund eines Grundsatzbeschlusses des Stadtparlaments vom 24. April 2017 davon ausgegangen, dass der Bahnhalt realisiert werden soll. „Die haben das damals als Planungsauftrag verstanden“, sagte er.

Sollte das Gremium nun zu der Entscheidung kommen, dass es doch keinen zusätzlichen Bedarfshalt an der Mariahilfer Straße will, wollen Bahn und Ministerium die bisherigen Planungskosten in Höhe von 50.000 Euro von der Stadt erstattet bekommen. Außerdem sei ihm signalisiert worden, dass sich im Falle einer Ablehnung durch die Stadträte in den kommenden zehn bis 15 Jahren am Bahnübergang Froschenseestraße nichts tun werde.

50.000 Euro für die Planungskosten nach München zu überweisen, könnte für die Stadt aber immer noch günstiger sein als dem geplanten Bahnhalt zuzustimmen. Denn der ist vonseiten der Bahn an klare Bedingungen geknüpft.

Noch keine Entscheidung

Während die Bahn und der Freistaat die Baukosten für den barrierefreien Bahnsteig und die Erneuerung des Bahnübergangs in der Froschenseestraße übernehmen wollen, müsste die Stadt alles bezahlen, was drumherum geplant ist. Dazu zählen fünf bis zehn „Park&Ride-Parkplätze“, teilweise überdachte Fahrradstellplätze und eventuell der Bau eines Fuß- und Radwegs am Bahnübergang Froschenseestraße. Unterm Strich könnten so auf die Stadt leicht Kosten von 120.000 bis 150.000 Euro zukommen (der Kreisbote berichtete).

Freie Wähler-Stadtrat Jürgen Doser wunderte sich über die Einschätzung der Bahn und des Ministeriums und erinnerte daran, dass das Thema bereits 2017 „sehr, sehr kontrovers“ im Gremium diskutiert worden sei. Eichstetter betonte, dass es in der heutigen Sitzung nichts zu beschließen gebe. Sein Bericht diene nur der Information der Räte, da das Thema in einer der nächsten Sitzungen oder im Rahmen einer Klausurtagung nochmals aufgegriffen werden soll.

mm

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