Eine unkomplizierte Lösung

Einigung erzielt: Der Weg zwischen Klinikum und Lech soll künftig ganzjährig geöffnet werden

Weg zwischen Lech und dem Klinikum Füssen.
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Die Stadt Füssen und das Klinikum Ostallgäu-Kaufbeuren haben sich geeinigt. Der Durchgang zwischen Krankenhaus und Lech soll künftig ganzjährig passierbar sein.

Füssen – In der Diskussion um den Weg zwischen Krankenhaus und Lech scheinen die Verantwortlichen nun eine Lösung gefunden zu haben. Immer wieder hatten Bürger und auch Vertreter des VdK moniert, dass diese kurze und nahezu flache Verbindung zur Altstadt gesperrt ist. Zuletzt machte darauf UBL-Stadtrat Magnus Peresson im Bauausschuss aufmerksam. Doch mittlerweile haben sich Stadt und Klinikum geeinigt, berichtete Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Wer vom Lech schnell und ohne größere Steigung in die Altstadt will, hat in der Vergangenheit oft die Abkürzung über das Krankenhaus zum Blutangerweg genutzt. Doch in den vergangenen drei Jahren war dieser Weg aufgrund von Umbauarbeiten am Krankenhaus gesperrt. Erst im vergangenen Sommer wurde er kurzzeitig geöffnet, bevor ihn die Klinik im Winter aufgrund von Personalmangel, Sicherheits- und Haftungsgründen wieder abriegeln ließ. Schließlich liegt dieser auf privatem Grundstück.

Das bedauerten Christine Halaby und Reiner Schweiger, VdK-Berater für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, und wandten sich deshalb am 23. Dezember mit einem Weihnachtswunsch unter anderem an Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, und Bürgermeister Eichstetter. „Wir werden immer wieder darauf angesprochen, ob wir uns dafür einsetzen könnten, dass der Durchgang offen bleibt, der ja schon seit mehr als 120 Jahren besteht und ein Teil der Geschichte Füssens und des Krankenhauses ist“, heißt es darin.

Während der dreijährigen Sperrung hätten sich die Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und die Lechhalde, die Spitalgasse und die Klosterstraße aufgrund ihrer Steigung nicht bewältigen konnten, wie eingesperrt gefühlt. Ihnen blieb nur ein Umweg von ca. einen Kilometer entlang des Lechs.

Barriere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität

„Außerdem wäre es ein Anliegen der Bürger, dass man eine Lösung findet, um besser den Rasengitterweg zu begehen“, heißt es in dem Brief weiter. Denn hier würden Blinde, Sehbehinderte, Menschen mit Rollator oder Kinderwagen sowie Rollstuhlfahrer auf Barrieren stoßen.

Diese Steine hatte die Klinik laut Sperling in Abstimmung mit dem Chefarzt der Geriatrie im Bereich der Feuerwehrzufahrt verlegen lassen, um den geriatrischen, teilweise dementen Patienten der Klinik anhand des Belags zu verdeutlichen, dass hier der Außenbereich endet.

Dieses Argumente ließen die beiden VdK-Berater aber nicht gelten. Sie hätten sich bei Ärzten umgehört: „Keiner der Ärzte kennt eine Verordnung, die in irgendeiner Weise das Klinikgelände einer Geriatrie einschränken.“ Dabei handle es sich wohl eher um persönliche Einschätzungen.

Daneben möge es zwar sein, dass das Gelände ein Privatgrundstück ist. Aber: „Das Krankenhaus mit Areal gehört dem Land also gehört es auch den Bürgern. Außerdem ist es öffentlich, sollte barrierefrei und vor allem bürgerfreundlich sein“, so Halaby und Schweiger. Eine bürgerfreundliche Lösung wäre ihrer Ansicht nach, den Durchgang zu öffnen und ein Schild mit der Aufschrift „ Privatgrund – Betreten auf eigene Gefahr“ anzubringen.

Einigung erzielt

Und genau das wird jetzt auch gemacht. Die Stadt und das Klinikum haben sich darauf geeinigt, dass der Weg grundsätzlich wieder ganzjährig geöffnet wird, informierte Bürgermeister Eichstetter die Stadträte im Bauausschuss. Wegen des gefährlichen Kreuzungswinkels von 90 Grad zum Lechuferweg hin und einer Stufe bleibt das kleine Tor zwar geschlossen, das benachbarte große Tor soll aber geöffnet und der Übergang zwischen Tor und Lechuferweg auf Stadtkosten befestigt werden.

Um Gefahrensituationen auf dem Gelände zu vermeiden, soll Radfahren und Inlineskaten verboten werden. Weitere Schilder, die die Stadtverwaltung darüber hinaus anfertigen lässt, werden darauf hinweisen, dass es hier nur einen eingeschränkten Winterdienst gibt und das Betreten deshalb auf eigene Gefahr erfolgt. „Unser Bauhof bereitet derzeit bereits die Schilder vor und ist zeitnah bereit, diese aufzustellen“, berichtete Eichstetter.

Stadt will helfen

Ein Spiegel an der Kreuzung zum Lechuferweg soll außerdem für Orientierung sorgen. Darüber hinaus werden die Rasensteine auf einer Breite von 1,5 Meter mittig durch Platten ersetzt, die derzeit vor dem alten Krankenhauszugang verlegt sind. In Sachen Winterdienst will das Rathaus bei der Suche nach geeignetem Personal helfen.

Bei der Umgestaltung des Weges, vor allem bei der Rasensteinstrecke, sollen außerdem die Vdk-Berater und der Krankenhaus-Förderverein eingebunden werden. „Ich freue mich, dass wir für die Bürgerinnen und Bürger eine schnelle, unkomplizierte und unbürokratische Lösung finden konnten“, sagte der Rathauschef.

kk

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