Dem EV Füssen fehlt die Konstanz

Wechselbad der Gefühle beim EV Füssen und auch bei den Fans – Nach einem wahren Eishockey-Krimi am Freitag in Peiting, wo die Leopards knapp mit 7:6 gewannen, folgte am Sonntag zu Hause gegen Klostersee eine müde Partie, bei der die Gäste mit 2:1 die Oberhand behielten.

Am Freitag in Peiting begann Füssen hochmotiviert Richtung Peitinger Tor, wurde aber nach eineinhalb Minuten bedingt durch eine Strafzeit gebremst. Währenddessen vereitelte André Irrgang gleich mehrmals die Führung der Gastgeber, deren bessere Ansätze aber nur bis zum ersten Tor der Füssener in der 10. Minute durch Tim Richter (Nadeau, Driendl) hielten, dem 42 Sekunden später das 0:2 durch Jordie Preston (Rohwedder, Lavallee) folgte. Weitere Treffer wären möglich gewesen, doch Peitings Dibelka war stattdessen zum Pausenstand erfolgreich, da der Torwart der Heimmannschaft einen Alleingang von Preston klärte. Nach zwei Minuten untermauerte Björn Friedl (Lavallee, Helmbrecht) mit einem platzierten Tor die Siegesambitionen seiner Mannschaft. Sechs Minuten später stand Jordie Preston (Lavallee, Eickmann) bei seinem zweiten Treffer goldrichtig. Doch Peiting konterte und kam in der 30. und 33. Minute durch Treffer von Vavrusa und Kreuzer zum Anschluss. Dann überstand Füssen trotz des guten Überzahlspiels von Peiting zwei bange Minuten. Nur sieben Sekunden nach deren Ablauf gelang Tim Richter (Naumann) das 3:5. Ein Sturmlauf der Sulak-Truppe zu Beginn des letzten Drittels schien die Füssener auf die Verliererstraße zu bringen, denn Fröhlich in Überzahl (41.) sowie Schweiger in der 42. und der agile Dibelka in der 44. Minute drehten kurzzeitig das Spiel in eine 6:5 Führung der Hausherren. Doch nur 24 Sekunden nach dem Peitinger Führungstreffer gelang Johannes Mayr (Helmbrecht, Naumann) mit einem sehenswerten Tor der Ausgleich, dem drei Minuten später Jordie Preston (Völk) seinen 3. Treffer folgen ließ. Durchwachsene Leistung Peiting wechselte darauf seinen Torwart. Beide Torhüter hatten nun Schwerstarbeit zu verrichten, wobei vor allem Irrgang der große Rückhalt seiner Mannschaft war, als zwei Unterzahlspiele Gefahr brachten. Auch eine Auszeit von Peiting und die Herausnahme des Torwarts brachten nichts mehr ein. Mit 1:2-Niederlage verlor der EV Füssen am Sonntag gegen den EHC Klostersee trotz wesentlich besserer Schussstatistik. Über lange Strecken lief bei den Füssenern nicht viel zusammen, eine mehr als fragwürdige Entscheidung des Hauptschiedsrichters gegen Preston, als der einem Gegner korrekt die Scheibe mit dem Schläger auf dem Eis abnahm und dann zwei Minuten wegen „Hohem Stock“ bekam, unterbrach einen Alleingang des Stürmers. Ein „Verstolperer“ von Björn Friedl, der konsterniert die Scheibe gar nicht mehr sah, die sich dann zwei Gegenspieler sicherten, waren symptomatisch für das Geschehen auf dem Eis. Schon nach 69 Sekunden führten die Gäste durch einen Treffer von Quinlan. Erst die erste numerische Überlegenheit der Füssener brachte durch Kevin Lavallee (Ricky Helmbrecht, Jordan Preston) in der 13. Minute den Ausgleich. Füssen war zwar optisch überlegen, aber es sprang nichts zählbares heraus. Bei Abprallern vom gegnerischen Torwart waren die Gäste immer eher an der Scheibe oder es wurde gar nicht nachgesetzt. Gegen alte Bekannte Aber auch bei den Gästen klappte es vorerst nicht, das zweite Drittel blieb torlos. Zudem fehlte ab der 39. Minute Lavallee seiner Mannschaft insgesamt 12 Minuten lang, auch diese Entscheidung rief ratloses Kopfschütteln bei vielen Beobachtern hervor. Das letzte Drittel wurde auch nicht besser, entsprechend war auch die Stimmung im Stadion. Klostersee hatte die erste zwingende Chance, versenkte den Puck jedoch nicht im Netz. Björn Friedl fuhr bei eigener Unterzahl alleine auf das Tor von Ashton zu, aber er verstolperte. Es war mehr oder weniger klar, dass das nächste Tor die Partie entscheiden würde. Braydon Cox besiegelte mit einem glücklichen Treffer aus der Luft die Füssener Heimniederlage. Am kommenden Freitag um 20 Uhr muss der EVF bei den HEV Ruhrpott Crusaders in der Emscher-Lippe-Halle auf „Schalke“ antreten. Dabei treffen die Leopards auch auf den ehemaligen Füssener Stürmer Tom Fiedler. Das Heimspiel am kommenden Sonntag um 18 Uhr dürfte etwas Brisanz bringen, kommt doch Trainer Dave Rich an seinen alten Arbeitsplatz zurück, dieses Mal als Trainer des Zweitligaabsteigers EC Bad Tölz.

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