"Ungeheure Leistung über die Jahre"

Der FC Füssen feiert sein 100-jähriges Bestehen

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"Die Kameradschaft bleibt bestehen", freute sich der ehemalig Torjäger Helmut Schuster (rechts), der zwar selbst fürs Hauptspiel beim Jubiläumsfest "100 Jahre FC Füssen" nicht die Fußballstiefel schnürzte, aber als Betreuer des Teams "Legends" an der Seitenlinie viel Einsatz zeigte. Seinen Anweisungen als Coach folgten (hinten von links) Manfred Gössl, Rochus Nickl, Christoph Egeter, Winfried Gössl, Wolfgang Amberger, Bernd Kanat, Werner Schütze, Michi Gössl, Helmut Schuster. Ebenfalls im Kader (vorne von links): Stefan Stiegeler, Roland Gössl, Thomas Arnold, Jochen Marquardt, Klaus Hanig, Marc-Michael Enzensberger und Miguel Rodriguez.

Füssen – Im dreitägigen Festprogramm „100 Jahre FC Füssen“ mit Jugendturnieren war das Spiel „Allstars“ gegen „Füssen Legends“ am frühen Samstagnachmittag ein Zuschauermagnet. Endergebnis: 3:1 für die Legends, die ihren verdienten Sieg kameradschaftlich feierten.

Derweil fand ein Blitzturnier mit fünf Vollmannschaften statt, das der SV Reutte vor Füssen I gewann. Der offizielle Teil war erfreulich kurz gestaltet und ging schnell in fröhliches Feiern über. „Wer sind denn hier die Füssener?“, fragte ein vermutlich auswärtiger Gast auf den Sitzplätzen die Nachbarn beim Spiel der „Allstars“ gegen die „Füssen Legends“. „Alle sind Füssener“, gab Peter Henne zur Antwort. 

Am Ende setzten sich die „Füssen Legends“ mit 3:1 durch. Beim Blitzturnier setzte sich der SV Reutte durch. Nach der Siegerehrung auf dem Spielfeld kündigte der FC-Vorstand die Eröffnung des Festabends „durch unseren Schirmherrn 1. Bürgermeister Paul Iacob an.“ 

Auch die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) war vor Ort und unterstrich in ihrem Grußwort: Ein Verein könne ein solches stolzes Alter von 100 Jahren nur erreichen, wenn er von engagierten Menschen getragen und immer weiter vorangetrieben werde. Angesichts der zahlreichen FC-Mannschaften von den G-Junioren bis zu den „Alten Herren“ die am Spielbetrieb des bayerischen Verbands teilnehmen, wünschte sich die Landrätin, dass in Füssen wie schon zur Saison 2009/10 auch wieder ein Damenteam kicken solle. 

Ein solcher Wunsch werde in Erfüllung gehen, konterte der zweite Vorsitzende Bernd Kanat freundlich: „Im Jugendbereich kicken auch Mädchen. Jedes Kind ist bei uns willkommen.“ Mit viel Beifall nahmen die Versammelten Jürgen Hechts Grußwort auf, der als Funktionär den Landessportbund und den Deutschen Fußball Bund (DFB) vertrat. Mitgebracht hatte Hecht einen Ball und eine DFB-500-Euro-Spende für den traditionsreichen Füssener Club, dem er zutraue, „dass es aufwärts geht, weil es den Kunstrasenplatz gibt“. 

An die erwünschte Kürze der Grußworte hielt sich auch die zweite Rednerin auf dem Podium. Im Namen der 40 der Interessengemeinschaft Füssener Sportvereine angehörenden Mitglieder überreichte Karin Ketterl dem FCF eine 400 Euro-Spende für die Jugendarbeit. Ketterl ist zuversichtlich, dass der Fußballclub sich „jung und lebendig halten wird“. Der Füssener Bürgermeister Paul Iacob (SPD), auch seine Vertreter Niko Schulte (CSU) und Herbert Dopfer (Füssen-Land) sowie Stadträte nahmen an der Feierstunde teil, bescheinigte dem Club eine „ungeheure Leistung über die Jahre“. 

Stellvertretend für die Treue zum Club hob er mit dem Ausspruch „Alle, alle Ehre, Frau Henne“ die viele Jahre als Vorstandsmitglied für die Kasse zuständige „Seele des Vereins“ aus den Reihen der 540 Mitglieder hervor. Ebenfalls gefeiert wurde Otto Gangl, Jahrgang 1937, der schon seit sage und schreibe 72 Jahren dem FCF die Treue hält. „Unser jüngstes Mitglied“, wie die Vorstandschaft stolz bekannt gab, „ist Jahrgang 2017.“

Zeit zum Feiern

Der FCF eröffnete den Festabend bereits um 18 Uhr, um den Vereinsmitgliedern und Gästen einen langen Abend für Gespräche und zum Feiern anbieten zu können. Die Rechnung ging auf. „Ja, Griaß di“ war an den Tischen und im Gang des Zelts bestimmt an die hunderte Male zu hören. Die positive Entwicklung des Fußballclubs, die heuer mit dem Kunstrasenplatz einen weiteren Höhepunkt erfährt, illustrierte der erste FCF-Vorsitzende Florian Durrer auch plakativ: Die Turn- und Sportgemeinde Füssen (TSG) hatte den 34 fußballbegeisterten Männern, die am 28. August 1919 in der Gastwirtschaft Bayerischer Hof die frühere TSG-Abteilung in einen eigenen Verein umformten, einen einzigen Spielball geschenkt. Wann der solide Lederball Luftlöcher bekam, steht nicht in der Chronik. Dagegen wird heute unter Ausgaben vermerkt: 250 Trainingsbälle gekauft – und verteilt.

Beim Jubiläumsfest war auch auf die große Helferschar Verlass. Es lief rund im LVM-Sportpark im Stadtteil Weidach, bei den Turnieren auf den Spielfeldern und auch dort, wo Organisation und Service der Feier in einer familiären Atmosphäre die Hauptrolle spielten. So löste der herzliche Dank an die helfenden Vereinsmitglieder kräftigen Sonderapplaus aus. In den Beifallsturm war auch das Projektteam „Kunstrasenplatz“ eingeschlossen. Jeder, der zum Festabend des traditionsreichen Fußballclubs gekommen war, konnte es sehen: angelieferte riesige Rollen liegen bereit, um die noch anstehenden Arbeiten am Kunstrasenplatz abschließen zu können. Das wechselhafte Wetter mit Regenschauern störte, wie Kanat berichtete, den vorgegebenen Zeitplan.

cf

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