Stadtrat diskutiert Masken-Aktion für Senioren

FFP2-Masken-Ausgabe: Vor Füssener Apotheken bilden sich lange Schlangen

Menschen stehen vor der Stadt-Apotheke in Füssen Schlange, um kostenlose FFP2-Schutzmasken zu bekommen.
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Morgens um 8 Uhr warten schon die Ersten vor der Stadt-Apotheke in der Reichenstraße, um kostenlose FFP2-Corona-Schutzmasken zu bekommen.

Füssen – Am Dienstagmorgen standen die Menschen vor der Stadt-Apotheke in der Reichenstraße Schlange: Menschen ab 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen erhielten hier, wie von der Bundesregierung angekündigt, kostenlos jeweils drei FFP2-Schutzmasken. Auch der Stadtrat beschäftige sich am Abend mit dem Schutz Älterer vor dem Corona-Virus.

Die ersten Füssener Senioren stellten sich am Morgen schon zur Öffnung um 8 Uhr an einem Tischchen vor der Apotheke an, um sich bei Stephanie Lichter die FFP2-Coronaschutzmasken abzuholen. Eine unter ihnen war Heidrun Steinmaier aus Füssen. Sie hatte im Internet davon erfahren, dass man sich unter anderem bei der Stadt-Apotheke die FFP2-Masken, die als besonders sicher bei der Abwehr von Corona-Viren gelten, geben lassen kann, wenn man mindestens 60 Jahre alt ist oder zur sogenannten Risikogruppe zählt. Die 74-Jährige war deshalb auch ziemlich „froh“, als sie nach einer Wartezeit von etwa 15 Minuten drei Masken bekam. Schließlich versprach sie sich dadurch „einen besseren Schutz“ vor einer Infektion mit dem Virus. Aus dem gleichen Grund reihte sich ein ebenfalls 74-jähriger Herr in die Warteschlange ein. Er gehöre nicht nur wegen seines Alters zur Risikogruppe, sondern leide zudem noch unter Asthma, sagte er.

Kurz nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt hatte, dass FFP2-Masken kostenlos an Risikogruppen ausgegeben werden, hatte Apotheker Daniel Hierl „ungefähr 5000“ Masken für die Stadt-Apotheke bestellt, wie er berichtete. Doch wie in der Stadt-Apotheke waren die ersten rund 1000 Masken auch in der Bahnhof-Apotheke schon nach etwa drei Stunden vergriffen. Am Mittwoch waren dort nach Angaben einer Mitarbeiterin allerdings „nochmal etwa 2000 Stück“ ausgegeben worden.

Auch im Füssener Westen ergab sich das gleiche Bild: Bei der „Drei-Tannen-Apotheke“ standen die Kunden Schlange. Hier hatte Apothekerin Julia Hierl um die 5000 FFP2-Masken geordert.

Metzger für Tübinger Modell

Am Abend befassten sich auch die Stadträte mit dem Thema Corona und dem Schutz der älteren Bevölkerungsgruppen. Dr. Martin Metzger (BfF) hatte den Eilantrag gestellt, in Füssen ähnlich wie im baden-württembergischen Tübingen vorzugehen und Mitbürger über 70 mit kostenlosen FFP2-Masken auszustatten.

Um ältere Menschen vor Covid-19 zu schützen, setzt die Stadt Tübingen auf verschiedene gezielte Schutzmaßnahmen. So dürfen Menschen über 60 Jahre Taxis zum Preis von Busfahrkarten nutzen. Bürger über 65 Jahre bekommen kostenlos FFP2-Masken zur Verfügung gestellt. Die Zeit zwischen 9 und 11 Uhr soll besonders Senioren für ihren Einkauf zur Verfügung stehen.

Metzger verwies darauf, dass über 90 Prozent der Menschen, die bislang im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren im Zusammenhang Covid-19verstorben sind, über 70 Jahre alt gewesen seien. Diese Gruppe zu schützen, müsse vor diesem Hintergrund das klare Ziel sein. Auch sollte darüber nachgedacht werden, eine zentrale Corona-Anlaufstelle im Rathaus einzurichten, schlug Metzger vor.

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) erwiderte, dass es schwer werden dürfte, mit den Lebensmittel-Läden eine Einigung über eine gesonderte Einkaufszeit für die Füssener Senioren zu erzielen. Zudem gebe es in der Lechstadt bereits die „Corona Hilfe Füssen“, die vieles koordiniere und Senioren in der Corona-Krise unterstütze (der Kreisbote berichtete). Dennoch versicherte er, die Vorschläge durch die Verwaltung prüfen zu lassen.

Meiler appelliert an Eigenverantwortung der Älteren

CSU-Ratsmitglied Simon Hartung bot dagegen an, gemeinsam mit Helfern von der Hopfener Feuerwehr Masken zu verteilen. Sein Fraktionskollege Thomas Meiler appellierte hingegen auch an die Eigenverantwortung der Älteren. Er berichtete, dass er als Polizist in den vergangenen Wochen im Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung ausgeholfen habe. Dabei habe er festgestellt, dass die Älteren zum Teil sehr sorglos mit der Situation umgingen und viele nach wie vor Kontakte pflegen würden. „Viele sind sehr uneinsichtig in der Hinsicht“, berichtete er.

lex/mm

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