Totengräber des örtlichen Handels

Freie Wähler Füssen lehnen ein Amazon-Verteilerzentrum am Allgäu Airport in Memmingen ab

Christine Fröhlich, Vorsitzende der Freien Wähler Füssen
+
Christine Fröhlich, Vorsitzende der Freien Wähler Füssen

Füssen/Allgäu – Ganz klar gegen ein Amazon-Verteilerzentrum am Allgäu Airport Memmingen sprechen sich jetzt die Freien Wähler Füssen aus. Der Versandriese Amazon bedrohe die Vielfalt der Geschäfte in den angrenzenden Städten, warnt die Gruppierung und macht auch auf die klimaschädlichen Einflüsse des geplanten Verteilerzentrums aufmerksam. 

Deshalb fordern die Freien Wähler Füssen die Stadt Füssen und Mitglieder des Kreistages auf, über den Kreis Ostallgäu entsprechend Einfluss zu nehmen.

Auf einer Fläche von vier Hektar am Allgäuer Airport Memmingen plant der Versandriese Amazon aus den USA ein Verteilerzentrum. Über den Verkauf dieser Fläche muss jedoch eine Besitzgesellschaft entscheiden, der unter anderem auch der Landkreis Ostallgäu angehört.

„Die Mitglieder des Kreistages bzw. des Kreisausschusses sollten zur geplanten Ansiedlung von Amazon ein klares Statement abgeben und dagegen stimmen“, fordert die Vorsitzende der Freien Wähler Füssen, Christine Fröhlich. Die wirtschaftliche Entwicklung des Allgäus liege auch den Freien Wählern am Herzen, aber dies sollte nicht um jeden Preis erfolgen.

Verkehrsaufkommen wird erhöht

Bauchschmerzen bereitet den Freien Wählern vor allem, dass der Internet-Riese als Konkurrenz zum stationären Handel eine unverhältnismäßige Marktmacht ausübt. Mit der Unterstützung zum Verteilerzentrum mache man sich zum Handlanger des Totengräbers für das Angebot und die Vielfalt der Geschäfte in den angrenzenden Städten.

Strukturwandel und Digitalisierung lasse sich sicherlich nicht aufhalten, so die Freien Wähler, dennoch sollte man Amazon in seinen Expansionsbestrebungen nicht unterstützen. Auch wenn viele kleinere und mittlere Unternehmer über Amazon den Zugang zu Online-Diensten nutzen, dürfe man nicht ausblenden, dass auf lange Sicht Amazon seine Marktmacht zum eigenen Vorteil nutzen werde.

Mit einer Ansiedlung des Versandriesen würden weder qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden noch bestehe die Aussicht auf sprudelnde Steuereinnahmen, ergänzen die Freien Wähler.

Zudem weisen sie auf die klimaschädlichen Einflüsse hin: Mit dem Verteilerzentrum werde sich das Verkehrsaufkommen in der Region drastisch erhöhen. Auch seien wegen der Nähe zum Airport in der Zukunft Frachtflüge nicht auszuschließen.

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Ausbruch im Seniorenheim: BRK-Kreisgeschäftsführer schildert die Situation in St. Michael
Corona-Ausbruch im Seniorenheim: BRK-Kreisgeschäftsführer schildert die Situation in St. Michael
Corona im Ostallgäu: Aktuell 205 Infizierte im Ostallgäu und Kaufbeuren - 7-Tage-Inzidenzwerte von 50 fast erreicht
Corona im Ostallgäu: Aktuell 205 Infizierte im Ostallgäu und Kaufbeuren - 7-Tage-Inzidenzwerte von 50 fast erreicht
Deutschland in der Corona-Krise: »Wir dürfen jetzt nicht nachlassen!«
Deutschland in der Corona-Krise: »Wir dürfen jetzt nicht nachlassen!«
Inhaber Helmer stellt seine Umbaupläne für das Schlossbrauhaus Schwangau vor
Inhaber Helmer stellt seine Umbaupläne für das Schlossbrauhaus Schwangau vor

Kommentare