»Wir hatten keine Mitarbeiter«

Hinweisschilder zur Maskenpflicht stehen länger als vorgeschrieben

Schild weist auf Maskenpflicht hin
+
Die Hinweisschilder zur Maskenpflicht standen länger in der Füssener Fußgängerzone als sie gemusst hätten.

Füssen – Die einen haben sich bereits so daran gewöhnt, dass sie sie noch nicht einmal mehr im Auto abziehen, für die anderen sind sie nach wie vor ein lästiges Übel: die Mund-Nasenschutz-Masken (MNS) zum Schutz vor dem Corona-Virus. In Füssen müssen diese im öffentlichen Raum zwar offiziell seit dem 3. Februar nicht mehr getragen werden – eine Pflicht zum Tragen von MNS gab es jedoch schon seit Mitte Januar nicht mehr. Dass die Bürger dennoch länger als nötig in der Öffentlichkeit eine Maske tragen mussten, erklärt Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) mit Kommunikationsfehlern und Personalnot im städtischen Bauhof. 

Als die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Menschen in der Stadt Füssen und im Landkreis im Herbst wieder anstieg, reagierte das Landratsamt Ostallgäu mit Allgemeinverfügungen. Demnach bestand ab dem 24. Oktober unter anderem eine Maskenpflicht für viel frequentierte Orte wie die Füssener Altstadt einschließlich der Luitpoldstraße, Ritterstraße, Lechhalde, Spitalgasse, Klosterstraße sowie B16/ Bahnhofstraße in Richtung Altstadt. In Hopfen musste an der Uferstraße ein MNS getragen werden. Auch in der Gemeinde Schwangau galt diese Vorgabe zeitweise an bestimmten Plätzen.

Mit den seit geraumer Zeit wieder sinkenden Infektionszahlen lockerte das Landratsamt die angeordnete Maskenpflicht nach und nach wieder. So musste zuletzt nur noch in der Reichenstraße sowie am Kaiser-Max-Platz eine Maske getragen werden. Am 3. Februar gab die Stadt auf Nachfrage des Kreisboten schließlich bekannt, dass auch hier keine Maskenpflicht mehr besteht und die entsprechenden Schilder bereits am Tag zuvor abgebaut wurden.

Eine Pflicht zum Tragen einer Maske gab es für die Füssener zu diesem Zeitpunkt aber schon seit mindestens zwei Woche nicht mehr – diese war mit dem 5. Januar abgelaufen, wie aus dem Amtsblatt des Landkreises hervor geht. Allerdings, so schildert es Bürgermeister Eichstetter gegenüber unserer Zeitung, habe er sich mit dem zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes für die Reichenstraße und Kaiser-Max-Platz auf eine Verlängerung bis zunächst zum 17. Januar verständigt.

Zu viele Überstunden

Warum die Füssener dennoch noch bis Anfang Februar in der Fußgängerzone eine Maske trugen, obwohl sie das gar nicht mehr mussten, erklärt der Rathauschef mit Kommunikationsfehlern und Personalnot im Bauhof. So habe ihm das Landratsamt zum einen nicht mitgeteilt, dass die Verfügung nicht über den 17. hinaus verlängert werde.

Zum anderen habe der Bauhof wegen Personalmangels seine am 19. Januar erfolgte Anweisung, die Hinweisschilder in der Innenstadt abzubauen, nicht sofort umsetzen können. Das sei tatsächlich erst am 29. Januar und 1. Februar geschehen. Grund dafür: viele Mitarbeiter hätten die aus dem vorherigen Schneechaos resultierende Überstunden abbauen müssen, seien beim Fräsen gewesen oder hätten die drei Brücken abgesichert.

„Wir hatten in der Woche fast keine Mitarbeiter“, beschreibt er die Situation. Prozesse und Arbeitszeiten müssten aber unbedingt eingehalten werden. Zwei Schilder seien zudem verschwunden gewesen und erst später in einer Passage wieder gefunden worden.

Gleichwohl gibt Eichstetter zu, dass die Prozesse und auch die Kommunikation mit dem Landratsamt hätten besser laufen können. „Aber ich glaube auch, dass das Landratsamt derzeit wichtigeres zu tun hat, als die vier Schilder in der Reichenstraße im Blick zu haben.“

mm

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Kaufbeurer Inzidenz verdoppelt – Wert im Landkreis unverändert
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Kaufbeurer Inzidenz verdoppelt – Wert im Landkreis unverändert
20 Prozent der Wohnungen sind Zweit- oder Ferienwohnungen
20 Prozent der Wohnungen sind Zweit- oder Ferienwohnungen
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Ein Jahr Corona im Ostallgäu: Umso autoritärer, umso besser?
Ein Jahr Corona im Ostallgäu: Umso autoritärer, umso besser?

Kommentare