»Sprachrohr der Polizei«

Nach 41 Jahren Dienst ist für Polizeihauptkommissar Thomas Meiler Schluss

Polizeihauptkommissar Thomas Meiler (links) und sein Nachfolger Polizeihauptmeister Johannes Stoll.
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Polizeihauptkommissar Thomas Meiler (links), der jetzt mit 60 Jahren in den Ruhestand geht, und sein Nachfolger, der 32-jährige Polizeihauptmeister Johannes Stoll.

Füssen – Thomas Meiler hatte schon als Schüler am Gymnasium Hohenschwangau vor Augen, was er einmal werden will: Polizist. Schon sein Großvater hatte diesen Weg eingeschlagen, ebenso Meilers Vater. Was lag also näher, als in deren Fußstapfen zu treten. Jetzt hat sich der 60-jährige Polizeihauptkommissar und „Urgestein der Füssener Polizei“, so sein bisheriger Chef Edmund Martin, in den Ruhestand verabschiedet.

Ein paar Tage nach Meilers 60. Geburtstag trifft sich der Kreisbote mit Meiler im Besprechungszimmer der Füssener Polizeiinspektion. Hier war Meiler den größten Teil seiner 41 Jahre im Einsatz, beim Innen- und Außenschichtdienst. Seine Aufgaben unter Chefs wie Walter Ganseneder oder Günter Stadler waren vielfältig: Meiler war nicht nur Verkehrsexperte, Mitglied der Unfallkommission und Bindeglied zu den Kommunen im Altlandkreis.

Er arbeitete darüber hinaus auch lange Jahre als Bootsführer und Koordinator der Wasserschutzpolizei im Königswinkel. „Thomas Meiler, eine Institution der PI Füssen, war als Verkehrsexperte im gesamten Altlandkreis Sprachrohr der Polizei für sämtliche verkehrsrechtlichen Aufgaben“, beschreibt und lobt der Füssener Polizeichef Edmund Martin das jahrelange Wirken des Neu-Ruheständlers.

Zuletzt gehörte der Polizeihauptkommissar für neun Wochen in Marktoberdorf einem Team an, dessen Aufgabe es ist, die Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Er kann sich gut vorstellen, als Pensionär wieder in einem solchen sogenannten CTT-Team (Contact Tracing Team) mitzuarbeiten, das Aufgaben übernimmt, um eine weitere Virus-Ausbreitung in der Region zu verhindern.

Ungewohntes Gefühl

Es sei ein doch ziemlich ungewohntes Gefühl gewesen, für das Interview um 14 Uhr an der Tür der Füssener Inspektion klingeln zu müssen, um – wie jeder andere Besucher auch – dort Einlass zu finden, wo er in den vergangenen Jahren an Werktagen und Wochenenden ein- und ausgegangen ist, erzählt er eingangs des Gesprächs. Es sei „jetzt noch ein Gefühl wie Urlaub“, obwohl seine Dienstzeit mit der Pensionierung zu Ende ist. Dennoch hat er auch im Privaten bereits festgestellt: „Der polizeiliche Blick bleibt.“

Nie die Waffe gezogen

Den hat der Pensionär in den vergangenen 41 Jahren als Polizist im Königswinkel ausgiebig geschult. Froh ist er rückblickend auf seine Laufbahn vor allem darüber, dass er bei Einsätzen nie seine Schusswaffe auf einen Menschen richten musste. „Das ist mir zum Glück erspart geblieben.“

Spektakulär war, dass er zu den Polizisten gehörte, die im Oktober 1980 in München in nur 30 Minuten am Schauplatz des Bombenattentats eintrafen. Unvergesslich sei auch sein Dienst bei der „Expo 2000“ in Hannover. Darüber hinaus war er als Sachbearbeiter mit dem schlimmen Kutschunfall bei den Königsschlössern im Herbst 2012 befasst.

Außergewöhnliche und kurze persönliche Begegnungen mit Prominenten sind ebenfalls in Thomas Meilers Erinnerung geblieben. Bei einem Einsatz etwa durfte er die Hände des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton schütteln. „Gorbatschow habe ich damals auch getroffen“, erzählt er.

Aktiv in den Vereinen

Als Ruheständler will er in seiner Heimatstadt aber in gleich mehreren Vereinen aktiv bleiben. So ist der neu gewählte 2. Vorsitzende der Wasserwacht auch Schriftführer der Verkehrswacht. Und: „Ich bin gern bei der Freiwilligen Feuerwehr!“ Darüber hinaus gehört er seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr zur CSU-Fraktion im Füssener Stadtrat. In seiner Freizeit macht der Familienvater gerne Motorrad- und E-Biketouren.

Meilers Erbe hat der Verkehrserzieher, Polizeihauptmeister Johannes Stoll, angetreten. Stoll ist aber weiterhin als Verkehrserzieher an den Schulen und Kindergärten im südlichen Altlandkreis tätig und jetzt zusätzlich neuer „Verkehrsspezialist der Polizei“.

cf

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