Ein Lichtblick

Öffnung ab März: Friseure sind erleichtert – Kritik an Corona-Maßnahmen

Friseursalon in Füssen.
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Frisorsalons wie das „Haar Handwerk“ in Füssen dürfen ab 1. März wieder ihre Türen für Kunden öffnen.

Füssen/Landkreis – Die Friseursalons in Bayern dürfen ab 1. März wieder öffnen. Grundsätzlich sind die Friseure in Füssen und dem Umland darüber zwar erleichtert. Darüber hinaus gibt es aber auch Kritik an den Maßnahmen, die weiterhin strikt gelten. So wünscht sich etwa Juniorchef Florian vom Traditionsbetrieb Schmölz in Pfronten, „das wir wirtschaftlich arbeiten können.“

Dazu sei es aber unbedingt notwendig, die Quadratmeterbeschränkung aufzuheben. „Da spreche ich sicherlich für alle Kollegen aus der Innung“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Friseursalon Schmölz ist normalerweise ein Fünfer-Team am Werk. Bedingt durch die geltenden Beschränkungen ist es derzeit nur gestattet, dass zwei Friseure hier arbeiten. „Im Salon werden Kunden ab 1. März im Zweier-Schichtbetrieb bedient“, kündigt der Juniorchef an. Wer, so Schmölz weiter, „schon einen Termin mit uns vereinbart hatte, wird bevorzugt. Wir rufen die Kunden an.“ Andererseits werde der Salon von 10 bis 16 Uhr erreichbar sein.

Seniorchef Jakob Schmölz sowie der Juniorchef betonen, dass sie alles getan haben, um auf ihren knapp 60 Quadratmetern den Gesundheitsschutz für die Kunden und Mitarbeiter – derzeit noch in Kurzarbeit – zu gewährleisten. Beide schütteln den Kopf. In solch einer Situation sei man noch nie dagewesen. Sogar während des Zweiten Weltkriegs konnte der Salon – heute in der dritten Generation – geöffnet bleiben. „Dafür hat die Oma gesorgt“, so der Junior.

Unnötige Schließung?

Wie Schmölz baut auch ein Salon in Seeg telefonisch eine Brücke zu seinen Kunden. Tamara Janke von „Hair & Beauty“ fordert Kunden zum Kontaktieren auf. Auch hier sollen wegen der Pandemie ausgefallene Termine besonders schnell nachgeholt werden. „Wir kontaktieren solche Kunden“, verspricht die Stimme auf dem Anrufbeantworter des Seeger Salons.

Grundsätzliche Kritik an der Schließung der Friseur-Salons kommt aus Füssen: nach Ansicht von Friseurmeisterin Simone Rohde, die ihren Salon „Haar Handwerk“ in der Füssener Luitpoldstraße hat, wäre die Schließung nicht notwendig gewesen. Sie betont: „In Haar Handwerk haben wir alle Hygienemaßnahmen getroffen.“ Rohde nennt Beispiele, die zeigen, dass der Aufwand groß war, der betrieben wurde.

„Leider haben wir wenig Einfluss darauf, dass wir eine Förderung bekommen. Bei den Anträgen ändert sich ständig etwas.“ Ein Förderantrag für Überbrückungshilfe 3 laufe noch. Dass die wirtschaftliche Lage der Friseursalons schwierig sei, zeigt Rohde an einem Beispiel: „Das Weihnachtsgeschäft fiel komplett aus.“

Bei aller Kritik sieht sie einen Vorteil gegenüber anderen Selbstständigen: „Wir machen die Tür auf und haben wieder Geschäft.“ Das sei „ein Lichtblick“.

Chris Friedrich

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