Stadtrat muss über Vorschläge entscheiden

Füssen: Wohnungen und Gewerbe statt Touristen

+
Bestes Bauland bietet das Areal zwischen Gewerbegebiet Füssen-Nord und dem Festspielhaus. Deshalb will die Stadtverwaltung dem Stadtrat Vorschläge zur Nutzung machen.

Füssen – 2013 mussten die Pläne für das Tourismusprojekt „Allgäuer Dorf“ endgültig beerdigt werden, weil die Gemeinde Schwangau hart blieb. Seitdem stellt sich die Frage, was mit den Flächen geschehen soll. Nun scheint die Stadtverwaltung eine Antwort gefunden zu haben.

Jenseits der B310 solle ein Mischung aus Gewerbe- und Wohngebiet entstehen. Bereits für dieses Jahr sind 50.000 Euro für die Überplanung des Gebiets vorgesehen.

Wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vergangene Woche im Gespräch mit dem Kreisbote erläuterte, sei der mittlerweile spruchreife Vorschlag der Stadtverwaltung, unmittelbar an der B310 Gewerbe anzusiedeln und weiter nördlich – also weiter weg vom Lärm der Straße – Flächen für den Bau von Wohnhäusern auszuweisen. „Wir haben Bedarf an Gewerbegrund und Wohnbauland“, sagte Iacob gegenüber unserer Zeitung. 

Während Rathaus und Politik deshalb das Weidach als Baugebiet für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgewiesen habe, sollen nun auf den Flächen des „Allgäuer Dorfs“ Mietwohnungen gebaut werden. „Auf einem akzeptablen Mietpreisniveau“, wie Iacob betonte. Denn dafür gebe es zwar einen enormen Bedarf in der Lechstadt – etwa durch die Angestellten in der Hotelbranche oder die vergleichsweise zahlreichen Alleinerziehenden in Füssen – , aber im unmittelbaren Stadtbereich schlicht und ergreifend keinen Platz mehr, erklärte der Rathauschef. „Wir haben dort keine Grundstücke.“ 

Interessenten in den Startlöchern?

Sowohl für die Ansiedlung von Gewerbe als auch den Bau von Wohnungen im Norden der Stadt gebe es bereits Anfragen. „Für beides haben wir bereits Interessenten“, versicherte er. „Das sind inzwischen drei oder vier Betriebe, die fragen: Wann dürfen wir?“ 

Nach Angaben von Rathauschef Iacob sollen nun zunächst der Fraktionsbeirat des Stadtrates und dann das Stadtparlament selbst über die konkreten Pläne der Stadtverwaltung informiert werden. Im städtischen Haushalt für dieses Jahr sind laut Haushaltsplan bereits 50.000 Euro für eine Überplanung bzw. das Aufstellen eines Bebauungsplans für das betreffende Gebiet an der B310 vorgesehen. 

Ob die Überlegungen der Stadtverwaltung aber auch tatsächlich umgesetzt werden, hängt laut Bürgermeister Iacob jetzt vor allem vom politischen Willen der einzelnen Fraktionen im Stadtrat ab.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Wegen Drogenkonsums auf die Intensivstation
Wegen Drogenkonsums auf die Intensivstation
Polizei weist 990 illegale Einwanderer an der Grenze ab
Polizei weist 990 illegale Einwanderer an der Grenze ab
Gemeinsam durch den Schlamm
Gemeinsam durch den Schlamm
Feuerwehren im Ostallgäu verzeichnen Rückgang bei den Aktiven
Feuerwehren im Ostallgäu verzeichnen Rückgang bei den Aktiven

Kommentare