Protschka folgt auf Münzenrieder

Brigitte Protschka ist neue Präsidiumsvorsitzende der AWO Schwaben

Brigitte Protschka
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Brigitte Protschka

Füssen/Augsburg – Die Füssenerin Brigitte Protschka ist neue Präsidiumsvorsitzende der AWO Schwaben. Die Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Kaufbeuren-Ostallgäu und des Ortsverbandes Füssen-Schwangau tritt die Nachfolge von Dr. Heinz Münzenrieder an und ist damit die erste Frau an der Spitze des Bezirksverbandes.

Die Corona-Krise hat das Vereinsleben auch bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwaben schwer durcheinander gewirbelt. Erstmals in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte musste eine Bezirkskonferenz mit Neuwahlen jetzt in schriftlicher Form stattfinden. Satte 94 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich nach AWO-Angaben an der rechtssicher begleiteten Briefwahl und bestimmten Brigitte Protschka mit großer Mehrheit als neue Präsidiumsvorsitzende fest.

Damit steht erstmals eine Frau – die auch stellvertretende AWO-Landesvorsitzende ist – an der Spitze der AWO Schwaben. Als ihre Stellvertreter erhielten Petra Fischer (Augsburg-Land), Paulus Gruber (Dillingen) sowie Horst Winter (Neuburg a.d. Donau) das Vertrauen zugesprochen. Außerdem erstmals mit im Gremium: Heidi Bucka aus Osterzell. Die Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei ist seit 2019 stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein und Kassiererin im Kreisverband.

„Die Ideale der AWO, wie Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, sind für mich beruflich wie auch privat wichtige Werte, die es immer zu leben und zu unterstützen gilt“, sagt sie.

Auf soliden Beinen

Die Füssenerin Protschka war bereits bei der Bezirkskonferenz im Jahr 2016 zur Stellvertreterin des Vorsitzenden Dr. Heinz Münzenrieder gewählt worden. Nach 35 Jahren legte dieser jetzt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder und wurde von den Delegierten zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Ich bin ganz zufrieden, was wir zusammen erreichen konnten. Wir stehen solide auf zwei Beinen: den rund 3000 Hauptamtlichen und den ebenso vielen Ehrenamtlichen“, blickte Münzenrieder zurück.

Grundlage all ihres Tuns, so Protschka, sei der Glaube an das Gute, das Vertrauen in eine Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist. „Wo sich vor allem die Starken für die Schwächeren engagieren und dafür sorgen, dass jede und jeder in unserer Gesellschaft eine faire Chance hat.“ Dabei hat die neue Vorsitzende die Zukunft des eigenen Verbandes fest im Blick. Die Freude am Ehrenamt müsse wieder befeuert werden, wobei Ehrenamt aber auch vereinbar mit Beruf und Familie sein müsse, sagt sie.

Neue Wege finden

Die AWO Schwaben ist eigenen Angaben zufolge für 24 Seniorenheimen, über 40 Kinderbetreuungseinrichtungen, zwei Suchtkliniken, ein großes Zentrum für junge Menschen mit Behinderungen und diversen Beratungsstellen verantwortlich. „Wir werden uns wappnen müssen, um unsere Zukunft auch wirtschaftlich zu sichern“, sagte die neue Vorsitzende dazu.

„Miteinander müssen zudem neue Wege gefunden werden, um dem in allen Bereichen bestehenden Personalmangel entgegenzuwirken. Und unsere Einrichtungen sind mit Blick in die Zukunft bereits jetzt so auszustatten, dass wir mit Krisen wie Corona, dem Klimawandel und der Personalnot so zurechtkommen, dass die hervorragende Betreuungsqualität erhalten bleibt.“

red

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