Beleuchtung für Hubschrauber-Einflugschneise

Sebastiankirche muss für Hubschrauber beleuchtet werden – Stadträte bevorzugen Minimallösung

Hubschrauberlandeplatz am Klinikum Füssen.
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Damit auch weiterhin Hubschrauber am Klinikum Füssen landen können, muss die Kirchturmspitze der Sebastiankirche beleuchtet werden.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – „Die Einflugschneise der Hubschrauber braucht dringend eine Beleuchtung“, erklärte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) jetzt im Bauausschuss. Andernfalls dürften keine Hubschrauber mehr am Landeplatz am Klinikum Füssen aufsetzen. Deshalb beantragten die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren ein Hindernisfeuer auf der Sebastiankirche – mitten im sensiblen Denkmal- und Ensemblebereich der Füssener Altstadt.

Entweder soll dort ein 62 Zentimeter hohes Solarpanel mit Akku, das bei Dunkelheit ständig blinkt, aufgestellt werden oder eine 28 Zentimeter hohe Leuchte mit Kabelverlegung durch das Kirchendach, das Piloten mit Hilfe einer Fernsteuerung nur dann anschalten, wenn sie sich im Landeanflug befinden. Zum Solarpanel meinte Eichstetter: „Das wäre wie ein kleiner Kühlschrank. Das geht an dieser Stelle nicht.“ Auch, dass dieses Hindernisfeuer die ganze Zeit leuchtet, lehnte der Rathauschef ab.

Dieser Meinung sind auch die Untere Denkmalschutzbehörde und das bayerische Landesdenkmalamt für Denkmalschutz München, nachdem eine Verlegung der Anflugschneise offenbar nicht möglich ist, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht.

Illuminierte Kirche statt Leuchte

Beide Behörden sprechen sich deshalb dafür aus, die gesamte Kirche einfach anzustrahlen, wie das beispielsweise bereits in München der Fall sei. Das würde ihrer Meinung nach nicht nur das Einzeldenkmal und das Ensemble am geringsten beeinträchtigen, sondern sei auch mit einem deutlich geringeren Wartungs- und Installationsaufwand verbunden.

Diese Lösung hielt BfF-Stadtrat und Notarzt Dr. Martin Metzger allerdings für unrealistisch. „Das ist ein schöner Gedanke, aber die Kirchturmspitze wird nicht beleuchtet. Keiner will da drüber fliegen.“ Da das Landefeld am Klinikum ebenfalls nur dann angestrahlt werde, wenn sich ein Hubschrauber im Anflug befindet, könnte man das mit der Leuchte auf der Sebastiankirche koppeln. „Das muss nicht den ganzen Tag blinken.“

Das ist die offizielle Einflugschneise. Das ist die Vorschrift.

Bürgermeister Maximilian Eichstetter

Über den Verlauf der Einflugschneise wunderte sich dagegen Füssen-Land-Stadtrat Martin Dopfer, der in der Nähe wohnt und Hubschrauber häufig an der Klinik landen sieht, wie er erklärte. „Der kommt von überall her. Ich habe noch nie einen Hubschrauber über die Sebastiankirche hereinfliegen sehen“, sagte er.

„Das ist die offizielle Einflugschneise“, unterstrich jedoch der Rathauschef. „Das ist die Vorschrift.“ Deshalb sei die Füssener Stadtverwaltung für die Minimallösung, den Kirchturm eventuell per Fernsteuerung von der Stadtmauer aus anzustrahlen. Falls das nicht geht, schließt sie sich der Empfehlung des bayerischen Landesdenkmalamtes an, das eine minimierte Blitzleuchte, am besten mit Funksteuerung, bevorzugt, um eine störende, dauerhafte Beleuchtung zu vermeiden. Eine Lösung mit Solarpanels oder Akkuanlagen auf dem Dach lehnt die Stadtverwaltung dagegen ab. Und dem stimmte auch der Bauausschuss geschlossen zu.

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