Polizei im Königswinkel zieht Silvesterfazit

Silvester: Ansturm von Tagesausflüglern sorgt für chaotische Zustände - Vorbildliches Verhalten beim Jahreswechsel

Polizisten beobachten die Schlittschuhläufer auf dem Schwansee bei Schwangau.
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Auch am Silvestertag behält die Polizei Füssen die Situation am Schwansee im Blick. Eine Schlittschuhstreife weist hier auf die Einhaltung der derzeit geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen hin.

Füssen/Pfronten/Schwangau/Halblech - Vor allem auswärtige Besucher haben das schöne Wetter am letzten Tag des Jahres für einen Ausflug ins südlichen Ostallgäu genutzt und nahmen dafür zum Teil weite Anreisen von bis zu 150 Kilometer in Kauf. Das berichtet die Polizei. Dadurch kam es mitunter zu so chaotischen Zuständen auf den Parkplätzen, dass die Gemeinde Pfronten die Rodelstrecke von der Hündleskopfhütte nach Pfronten-Kappel bis auf weiteres sperren ließ. Umso ruhiger verlief dagegen die Silvesternacht.

Viele Tagesausflügler nutzten nach Angaben der Polizei am Silvestertag das schöne Wetter für Ausflüge zu Rodelstrecken am Buchenberg oder in Pfronten Kappel. Dabei fiel nach Angaben der Beamten auf, dass ein Großteil der Fahrzeuge auf den Parkplätzen auswärtige Kennzeichen trugen. Diese stammten aus Landkreisen aus Oberbayern, Schwaben und auch Baden-Württemberg, in einem Radius von bis zu 150 km.

Gegen 12 Uhr mussten die Rettungskräfte dann zu ihrem ersten Einsatz auf dem Wanderweg zur Hündleskopfhütte in Pfronten-Kappel ausrücken. Ein 70-jähriger Mann aus dem Kreis Augsburg war mit seiner Familie zu einem Tagesausflug zum Rodeln ins Allgäu gekommen. Beim Aufstieg zur Hündleskopfhütte, in 1200 Metern Höhe, bekam er plötzlich gesundheitliche Probleme und brach vor den Augen seiner Familie zusammen. Die alarmierten Rettungskräfte der Bergwacht Pfronten und die Besatzung eines österreichischen Rettungshubschraubers mit Notarzt versuchten den Mann noch an der Unfallstelle zu reanimieren. Doch ihre Hilfe kam zu spät. Die Polizei geht derzeit von einer medizinischen Unfallursache aus. Die Polizei Pfronten hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Schlitten fährt auf Schlitten auf

Etwa zwei Stunden später mussten die Retter der Bergwacht Pfronten dann erneut die Hündleskopfhütte ansteuern. Dieses Mal wegen eines Rodelunfalls. Der Fahrweg von der Hütte nach Pfronten-Kappel, der aktuell gesperrt ist, wird derzeit als Rodelstrecke genutzt. Eine 28-Jährige und ein 30-Jähriger rodelten hier auf einem Schlitten ins Tal. Auf der steilen Abfahrt konnten sie allerdings nicht mehr rechtzeitig abbremsen und fuhren auf den Schlitten einer 45-Jährigen auf. Beim Zusammenprall wurde die 45-Jährige vom Schlitten geschleudert und blieb zunächst bewusstlos liegen. Da sich die Rettungskräfte noch in der Nähe befanden, konnten sie sofort Erste Hilfe leisten. Die Frau erlitt eine Rückenverletzung und wurde in eine Klinik geflogen. Die beiden anderen Unfallbeteiligten wurden nur leicht verletzt und begaben sich selbst in ärztliche Behandlung.

Gemeinde Pfronten lässt Rodelstrecke sperren

Wegen der vermehrten Rettungseinsätze und des enormen Besucheransturms ließ die Gemeinde Pfronten in Zusammenarbeit mit der Polizei die Rodelstrecke von der Hündleskopfhütte nach Pfronten-Kappel bis auf weiteres sperren In den vergangenen Tagen waren auch die Parkplätze in Pfronten-Kappel restlos überfüllt. Der weit überwiegende Teil der Besucher waren auswärtige Tagesausflügler. Gemeinde und Polizei sehen sich gezwungen, den Besucheransturm einzudämmen, um Rettungseinsätze zu reduzieren und die Kliniken nicht mit weiteren Verletzten zusätzlich zu belasten. Diese Sperrung wird die Polizei nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Streifentätigkeit überwacht!

Großer Ansturm auf den Schwansee

Da erneut viele Eissportbegeisterte am Silvestertag den Schwansee in Schwangau ansteuerten, musste die Polizei erneut regelnd eingreifen (der Kreisbote berichtete). Polizisten waren hier wieder mit Schlittschuhen auf dem Eis unterwegs, um die zum Teil weit angereisten Frischluftsuchenden auf die geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen hinzuweisen.

Zudem statteten die Beamten in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei die Parkstraße zwischen Alterschrofen und Hohenschwangau in beiden Fahrtrichtungen mit Halteverbots-Schildern aus, da es in den Tagen davor durch Fahrzeuge, die am Fahrbahnrand parkten, zu extremen Verkehrsbehinderungen gekommen war. Dieses Halteverbot gilt laut Polizei bis auf weiteres! Besucher sollen auf die öffentlichen Parkplätze in Hohenschwangau und Schwangau auszuweichen.

Fahrzeuge werden abgeschleppt

Die Polizei Füssen wird nach eigenen Angaben auch in den kommenden Tagen einen Schwerpunkt auf die Überwachung und Ahndung von Falschparkern, insbesondere an den beliebten Ausflugszielen, setzen. Bei gravierenden Verstößen werden die Fahrzeuge auch konsequent abgeschleppt. Die zum Teil sehr hohen Kosten müssen dann die jeweiligen Falschparker tragen.

Bevölkerung verhält sich in der Silvesternacht vorbildlich

Um so ruhiger verlief für die Beamten der Polizeiinspektion Füssen dann jedoch die Silvesternacht. Die Bevölkerung in ihrem Dienstbereich verhielt sich demnach absolut vorbildlich. Die Streifen stellten keine Verstöße gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen fest. Auch die Bürger meldeten der Polizei keine Verstöße gegen die Corona-Regeln. Auch sonst kam es zu keinen nennenswerten Einsätzen zum Jahreswechsel.

kk

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