Kreuzungspunkte vermeiden

Stadt stellt erste Pläne für neuen Fahrradweg in Hopfen vor

Uferpromenade in Hopfen
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Obwohl Fahrradfahren auf der Uferpromenade verboten ist, sind hier häufig Radler unterwegs. Denn vielen ist das Radeln auf der stark frequentierten Uferstraße zu gefährlich.
  • Katharina Knoll
    vonKatharina Knoll
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Füssen – Erste Pläne für den neuen Fahrradweg an der Uferstraße in Hopfen hat die Stadtverwaltung den Stadträten im Verkehrsausschuss in der vergangenen Woche vorgestellt. Dieser soll parallel zwischen Uferstraße und Uferpromenade sowie zum Großteil im Bereich der bereits befestigten Parkplätze verlaufen. Probleme ergeben sich allerdings vor der „Fischerhütte“ und auch vor dem neuen Strandbadgebäude. Hier fehlt der Platz, um Fußgänger und Fahrradfahrer strikt voneinander zu trennen. Doch das ging einigen Stadträten gegen den Strich. 

Fußgänger, die auf der Uferpromenade entlang schlendern und das Alpenpanorama genießen, und Fahrradfahrer, die sich dazwischen hindurchschlängeln: an schönen Tagen ist das ein gewohntes Bild. Dabei ist das Fahrradfahren auf der Uferpromenade verboten. Radler müssen eigentlich auf der Uferstraße fahren. Doch vielen ist das zu gefährlich. Denn Autofahrer fahren rückwärts auf die Straße, wenn sie die Parkplätze entlang der Uferstraße verlassen. „Der fährt im Blindflug heraus. Das ist jedes Mal eine Gefahrensituation“, unterstrich Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Deshalb möchte die Verwaltung die ca. 97 Parkplätze drehen, um so auch Platz für einen Fahrradweg zu schaffen. Die Stellplätze, die dadurch wegfallen, sollen westlich und östlich des Ortes durch Auffangparkplätze ersetzt werden (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Nachdem die Stadträte darüber bereits diskutiert hatten, stand nun der geplante Fahrradweg auf der Tagesordnung. „Das Projekt ist unter Hochdruck in der Entstehung“, berichtete Bauamtsleiter Armin Angeringer. Um die volle Förderung zu erhalten, muss die Stadt bis August den entsprechenden Antrag bei den zuständigen Stellen einreichen. „Das wird so nicht haltbar sein“, meinte Angeringer mit Blick auf die derzeitigen Planungsprobleme. Denn unter anderem vor der „Fischerhütte“ reicht der Platz nicht aus, um Fahrradfahrer und Fußgänger sauber voneinander zu trennen. Dort werden beide Wege zusammengeführt. „Wir tun uns schwer, die Flächen ganz anders zu organisieren.“

Platz reicht nicht

Schließlich muss das Restaurant 39 Parkplätze für seine Kunden bereitstellen. Werden sie in Längsparkplätze umgewandelt, muss es weitere auf seinem Grundstück nachweisen. Dafür reicht aber der Platz nicht aus. Ob das in irgendeiner Form trotzdem möglich ist, soll die weitere Planung zeigen, erklärte Eichstetter. „Ich bin so auch noch nicht zufrieden“, meinte er zum derzeitigen Planungsstand.

Allerdings seien die Pläne in sehr kurzer Zeit entstanden und auch noch nicht ganz fertig. Um sich aber frühzeitig ein Meinungsbild der Behörden und Träger öffentlicher Belange abholen zu können, bat Planer Thomas Haag trotzdem darum, mit dem Verfahren starten zu dürfen. Schließlich könnten die Pläne auch dann noch ergänzt werden.

„Ein Radweg, der an zwei Stellen kein Radweg ist, ist eigentlich keine Lösung.

Dr. Martin Metzger, BfF-Stadtrat

Dr. Martin Metzger (BfF) sah die ganze Sache trotzdem kritisch: „Ein Radweg, der an zwei Stellen kein Radweg ist, ist eigentlich keine Lösung. Wir schaffen uns hier Probleme. Ich kann dem so eigentlich nicht zustimmen.“ Schließlich sei es die Aufgabe des Verkehrsausschusses, auf Probleme hinzuweisen. Planer und Stadtverwaltung sollten sich hier frühzeitig Lösungen überlegen. „Sonst wird es doch ein Reinfall und dafür ist es zu teuer.“

Ob dieser Radweg mehr Sicherheit für Fahrradfahrer bringt, zweifelte auch Erich Nieberle (SPD) an. Er hielt es für übereilt, jetzt schon ins weitere Verfahren zu gehen. „Allein die Planung so ist für mich nicht beschlussfähig.“

Ganz anders sah es Bernhard Eggensberger (Füssen Land). Dadurch, dass die Fahrradfahrer von der Straße weggeholt werden, verringere sich für sie das Gefahrenpotential. Der Konflikt mit den Fußgänger, der ja jetzt schon besteht, werde sich hingegen nicht ganz lösen lassen.

Die Kreuzungspunkte gibt es auf der gesamten Strecke.

Jürgen Doser, FWF-Stadtrat

Gleicher Meinung war Jürgen Doser (FWF). „Die Kreuzungspunkte gibt es auf der gesamten Strecke.“ Schließlich werden Einheimische und Gäste von den Restaurants an der Nordseite der Uferstraße über den Radweg an die Uferpromenade spazieren. „Der Radweg ist für Familien super“, meinte Doser. Fahrradfahrer, die dagegen schnell fahren wollen, werden jedoch weiterhin die Straße nutzen, ist er sich sicher. „Alles andere, denke ich, ist weltfremd“, lautete sein Fazit.

Den Fahrradweg möglichst nah an der Uferstraße zu bauen, ist der Wunsch von Thomas Meiler (CSU). Er ist der Überzeugung, dass man diesen errichten könnte auch ohne einen einzigen Parkplatz bewegen zu müssen. „Das Eine schließt das Andere nicht aus“, sagte er.

Böhm ist dagegen

Gleicher Meinung war Dr. Christoph Böhm (CSU). „Wir werden den Verkehr nie aus Hopfen herausbekommen“, meinte er. Schließlich wollen Gäste Hotels und Restaurants direkt anfahren können. Er schlug vor, es bei den aktuellen Parkplätzen zu belassen, dann könnte die Stadt auch auf die umstrittenen Auffangparkplätze verzichten. Stattdessen sollte die Stadt an der „Fischerhütte“ das Seeufer – wie sie es bereits beim Fußweg getan hat – weiter aufschütten, um Platz für einen Fahrradweg zu schaffen. „Oben hereinzufahren ist zu gefährlich“, so Böhm.

Das sah der Bürgermeister jedoch anders. In Gesprächen hätten sich einzelne Hoteliers dazu bereit erklärt, für ihre Gäste einen Shuttle zu den Auffangparkplätzen anzubieten, um das Problem mit den Wildparkern in den Griff zu bekommen. „Wir wollen so viel Verkehr wie möglich aus dem Ortsteil herausholen“, so Eichstetter. „Je mehr Parkplätze wir innerorts haben, desto mehr Verkehr ziehen wir herein.“ Durch die Auffangparkplätze würden sich auch mehr Kapazitäten für die örtliche Gastronomie ergeben.

Am Ende gab das Gremium bei zwei Gegenstimmen von Dr. Christoph Böhm (CSU) und Erich Nieberle (SPD) grünes Licht dafür, den Radweg auf Grundlage dieser Pläne weiterzuentwickeln. Allerdings sollen dabei Geh- und Radweg, soweit es geht, entflechtet werden.

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