Gegenwind für Stadtkritiker

Harald Vauk stellt Zughalt in Füssen-West in Frage – ÖDP distanziert sich

Stadtkritiker Harald Vauk
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Stadtkritiker Harald Vauk

Füssen – In der Diskussion um eine Bahnhaltestelle im Füssener Westen hat sich jetzt auch Harald Vauk, altbekannter Kritiker der Füssener Stadtverwaltung, zu Wort gemeldet. In einer E-Mail, die auch an Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) und das Rathaus ging, wandte er sich an die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH und stellte die Wirtschaftlichkeit der geplanten Haltestelle in Frage. Dass er dafür allerdings seinen E-Mail-Account der ÖDP verwendete und die E-Mail mit „Vorstand ÖDP Füssen/Altlandkreis“ unterschrieb, passte dem ÖDP-Ortsverein gar nicht. Dessen Vorstand distanzierte sich jetzt öffentlich von Vauks Aktion. 

Seit einigen Jahren wird im Füssener Stadtrat über eine zweite Haltestelle im Füssener Westen, genauer an der Mariahilfer Straße, diskutiert (der Kreisbote berichtete mehrfach). Die neue Haltestelle soll nur ca. einen Kilometer entfernt vom Bahnhof in einem Wohngebiet entstehen. Zudem grenzt sie an eine Fahrradstraße. Das Projekt ist deshalb umstritten.

Wichtigster Faktor: Wirtschaftlichkeit

Im Zuge ihrer „Stationsoffensive Bayern“ wollen der Freistaat und die DB Station & Service AG 20 neue Bahnstationen in Freistaat errichten, um das Stationsnetz der Deutschen Bahn zu verdichten und so mehr Fahrgäste zu gewinnen. Wichtigste Voraussetzung bei der Wahl der neuen Standorte war deren Wirtschaftlichkeit, erklärte 2015 das Bayerische Innenministerium in einer Mitteilung an die Presse. Der Mehrerlös, der durch die zusätzlichen Fahrgäste entsteht, müsse demnach die Investitionskosten übersteigen. Außerdem sollten die Haltestellen in den Fahrplan und die Netzinfrastruktur integriert werden können.

Vauk hegt Zweifel

Ob das allerdings auch auf die geplante Haltestelle im Füssener Westen zutrifft, daran hegt Vauk Zweifel. Deshalb wollte er in einer E-Mail an die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH wissen, welche belastbaren Erhebungen belegen, dass sich die neue Haltestelle auch finanziell trägt.

„Sollte der Bahnhof in den kommenden Jahren nicht mehr angefahren werden, entstehen der Stadt Füssen neben den Investitionen für die Infrastruktur an der neuen Haltestelle weitere Kosten, um im Sommer das hohe Fahrgastaufkommen durch Touristen und Schlossbesucher zum neuen Haltepunkt zu befördern“, befürchtet Vauk mit Blick auf den Bau des Neuen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Bahnhof. „Daher muss gesichert sein, dass die jetzige Endstation auch zukünftig angefahren wird.“

Weiter wollte Vauk wissen, welche Garantien die BEG und deren Rechtsnachfolger geben, dass die jetzige Endstation der Bahn in 30 bis 40 Jahren auch noch angefahren wird, wenn sich zwei Stationen kurz hintereinander als unwirtschaftlich erweisen.

Keine Legitimation

Diese E-Mail hatte Vauk über seinen ÖDP-E-Mail-Account verschickt und unter anderem mit „Vorstand ÖDP Füssen/Altlandkreis“ unterschrieben – zum Missfallen seiner Parteikollegen. Diese sahen sich nun in einer E-Mail genötigt, Abstand von Vauks Vorgehen zu nehmen. „Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass die Anfrage von Herrn Harald Vauk nicht mit dem Vorstand des ÖDP-Ortsverbandes Füssen/Altlandkreis abgesprochen ist und eine Anfrage der Privatperson Harald Vauk darstellt“, heißt es darin.

Außerdem sei Vauk nicht Vorstand des Ortsverbands, sondern „nur“ ein Vorstandsmitglied. Seinen Posten als Pressesprecher der ÖDP Füssen/Altlandkreis habe er bereits vor etwas mehr als einem Jahr abgegeben. Daher besitze Harald Vauk keine Legitimation mehr, im Namen des ÖDP-Ortsverbands Pressemitteilungen, Interviews oder sonstige Stellungnahmen abzugeben, heißt es weiter vonseiten des ÖDP-Vorstands.

Katharina Knoll

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