Ein Mehrwert für die Bürger

Stadtrat befürwortet drei neue Buswartehäuschen in Eschach, Hopfen und Füssen

Bushaltestelle Flixbus in Füssen.
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Auch die Bushaltestelle in der Kemptener Straße, an der der Flixbus hält, soll ein Buswartehäuschen bekommen. Das missfällt allerdings SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth.

Füssen – Grünes Licht für drei Buswartehäuschen in Eschach, Hopfen und Füssen hat jetzt der Füssener Stadtrat gegeben. Da die Stadtverwaltung dafür Förderanträge stellen möchte, wollte sie jetzt die Zustimmung des Füssener Stadtrats einholen. Der befürwortete das Ganze. Nur eine Stadträtin stand dem zwiegespalten gegenüber. 

Konkret ging es um drei bayernweit einheitliche Buswartehäuschen. Zwei davon sollen als Ersatzhalte-Häuschen an den bestehenden ÖPNV-Haltestellen unterhalb von Eschach und in Hopfen-Fischerbichl hinkommen. Dafür müssten die Fundamentplatten seitlich erweitert werden, informierte die Stadtverwaltung. Falls möglich soll dort jeweils eine Rampe den Gehweg mit der Fundamentplatte verbinden, um Rollstuhlfahrern, Personen mit Rollator und Eltern mit Kinderwägen den Zugang zu erleichtern. Ein weiteres Bushäuschen soll an der neuen Haltestellen für den Flixbus in der Kemptener Straße aufgestellt werden. Für alle drei werden Kosten von rund 49.000 Euro anfallen. Da die beantragte Förderung rund 10.000 Euro beträgt, muss die Stadt selbst rund 39.000 Euro aus eigener Tasche bezahlen.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen noch im Herbst die Bauarbeiten beginnen. Im kommenden Jahr könnte dann ein viertes Buswartehäuschen in Heidelsbuch nachziehen, das an der ÖPNV-Haltestelle auf einem Grundstück des EWR Reutte aufgestellt werden soll. Die entsprechenden Grundstücksangelegenheiten würden derzeit verhandelt. Förderanträge könnte die Stadtverwaltung dann bei der Regierung von Schwaben (5000 Euro) und beim Landkreis Ostallgäu (2500 Euro) stellen. Zwischenzeitlich hat der städtische Bauhof bereits eine Sitzbank neben dem Bushaltestellenschild aufgestellt.

Indirekte Unterstützung

Während Ilona Deckwerth (SPD) bei den Wartehäuschen in Eschach und Hopfen mitgehen konnte, stand sie dem dritten in Füssen kritisch gegenüber. „Der Flixbus ist nicht auf einer Höhe mit der RVA und dem RVB.“ Hier müsse man differenzieren. Schließlich handle es sich beim Flixbus um ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das im Zusammenhang mit Knebelverträgen stehe. Durch das Buswartehäuschen würde es indirekt durch öffentliche Gelder unterstützt. „Ich tue mir da schon schwer damit“, meinte die SPD-Stadträtin. Ganz anders sah das Andreas Eggensberger (CSU). Der Flixbus ersetze beispielsweise auf der Strecke nach Innsbruck den öffentlichen Personennahverkehr, da die Bahn dieses Ziel nicht ansteuere. Deshalb sei diese Haltestelle auch aus ökologischer Sicht „sehr wohl im öffentlichen Interesse“, sagte Eggensberger. „Das ist absolut unterstützenswert.“

„Der Flixbus ist auch Teil des ÖPNV“, unterstrich auch Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). So bringe er beispielsweise Einheimische und Touristen zum Flughafen nach Memmingen. „Das ist ein Angebot für die Nutzer unseres ÖPNV“, sagte der Rathauschef. „Wir schaffen einen Mehrwert für unsere Bürger und Gäste. Wir schaffen keinen Mehrwert für ein Unternehmen.“

kk

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