Füssen sucht den Mediator

Letzten Endes musste auch Hans Martin Beyer am Montagabend in der Stadtratssitzung zugeben, dass man das Thema in zehn Minuten hätte diskutieren und darüber abstimmen können. So aber brauchte der Füssener Stadtrat über eine Stunde, um den Vorschlag des Mediziners zu diskutieren und sich der Idee (mit einer Gegenstimme) anzuschließen. Beyers Vision: eine Lösung für das Verkehrsproblem Füssens, Schwangaus und des südlichen Ostallgäu per Dialog mit Mediation zu finden.

Der Vorschlag Beyers, der aktuell in zahlreichen Gemeinderäten des Altlandkreises Füssen diskutiert werden dürfte, ist einfach. Die Ortsumfahrung Füssen sei eine lange bestehende Forderung der in der Region lebenden Menschen, fasst Beyer das Problem zusammen. Man habe diese zum Teil nördlich von Füssen mit der B310-Umgehung realisiert, eine Lösung des Verkehrsaufkommens in der Füssener Innenstadt sei aber nicht in Sicht. Dieses Vorhaben müsse aber unbedingt in den vordringlichen Bedarf im Bundesfernstraßenplan aufgenommen werden, erklärte Stadtrat Beyer in der Sitzung am Montagabend. Ansonsten drohe die Gefahr, sich die Umsetzung auf die nächsten Jahrzehnte zu versperren. Dazu regt Stadtrat Beyer einen „strukturierten und transparenten Entscheidungsprozess, geführt durch einen kompetenten Mediator“ an, um die unterschiedlichen Interessen der betroffenen Gemeinden, vor allem Schwangaus, aber auch Halblech, Rieden und Roßhaupten sowie Seeg, Hopferau, Eisenberg und Lechbruck, einzubringen. Nachdem man sich auf diesen Prozess geeinigt hat, könnte der Dialog im März beginnen und Ende des Jahres abgeschlossen werden. Am Ende stünde, nachdem letztlich auch Firmen und Einzelpersonen ein Anhörungsrecht eingeräumt und das Ausserfern gehört würde, die Auswertung sämtlicher Eingaben, die im Rahmen eines öffentlichen Dialoges diskutiert werden. Daraus resultiere dann die abschließende Empfehlung des Mediators, die zur Grundlage der eigentlichen Entscheidung würde. Während der durchaus heftig geführten Diskussion gab es verschiedene Ansichten der Ratsherren. Sicher scheint aber, dass man einerseits das Verkehrsproblem Füssens lösen möchte, andererseits gleichzeitig aber Verständnis für die Haltung Schwangaus aufbringen möchte, das keine „kleinräumige“ Lösung über den Lech will. Man dürfe vor allem jetzt noch nicht über irgend eine Trasse diskutieren, so die Meinung des Gremiums, sondern müsse erst den Prozess des Gespräches in Gang bringen. Allerdings laufen parallel zu der möglichen Mediation schon Gespräche zwischen den Bürgermeistern des südlichen Ostallgäu, Steingadens und Bernbeurens mit Vertretern des Landratsamtes und des Bauamtes, wie Paul Iacob anmerkte. Weiterhin lässt der Freistaat ein neues Verkehrsgutachten erstellen. Zwei Reaktion hat Beyer immerhin schon auf den Vorschlag bekommen – während man sich in Hopferau diesen Dialog vorstellen könnte, wurde er im Schwangauer Gemeinderat vergangene Woche abgelehnt. Dort sieht man keine Notwendigkeit zu „reden, um des Redens willen“.

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