Füssen Tourismus startet Produktentwicklung

Fit für erholsamen Schlaf

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Erstes Coaching für einen erholsamen Schlaf: Gastgeber-Coach Petra Christ (hinten l.) sowie die Hoteliers Simone Sommerlad (vorne r.) und Michael Duijndam (vorne l.) prüfen eine Bettenausstattung im Dreimäderlhaus.

Füssen – Mit einem ersten Coaching  hat Füssen Tourismus und Marketing die touristische Produktentwicklung für einen „erholsamen Schlaf“ gestartet. Damit möchte FTM unter anderem Unterkunftsbetriebe, die keine eigenen medizinischen oder therapeutischen Angebote haben, für dieses Thema fit machen.

Es geht um Matratzen und Kissen, Beleuchtung und Verdunkelung, aber auch um Schlaftees und elektrische Geräte, wenn Gastgeber-Coach Petra Christ interessierte Betriebe besucht. Ein Kriterienkatalog, den die Hochschule Kempten und eine Spezialistin für Baubiologie entwickelt haben, bildet die Grundlage für die Beratung. Am Ende der Qualifizierung zum „Schlaf-Gastgeber“ sollen eine Ausstattung der Gästezimmer und Serviceangebote stehen, die den Rahmen für einen erholsamen Schlaf verbessern sollen. 

„Das Angebot für den Schlaf des Gastes gehört zu den Kernleistungen jedes Gastgebers“, meint Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. „Daher ist FTM überzeugt, dass die Beschäftigung mit einer idealen Schlafumgebung nicht nur für Gesundheitshäuser eine Pflichtaufgabe ist, sondern für jeden Unterkunftsbetrieb.“ 

Alle Erfahrung zeige, so Fredlmeier, dass es schwer sei, einen Gast zum Stammgast zu machen, wenn er in einem Hotel oder einer Ferienwohnung schlecht schlafe. Gleichzeitig verbessere ein erholsamer Schlaf den Gesamteindruck des Gastes von einem Haus. So fand das erste Coaching durch Petra Christ in einem Haus statt, das nicht auf den Gesundheitstourismus spezialisiert ist. 

Die Eigentümer des Boutique Hotels „Dreimäderlhaus“, Simone Sommerlad und Michael Duijndam, sind von der Wichtigkeit eines erholsamen Schlafes überzeugt. Um ihr Haus als Schlafspezialisten zu qualifizieren, werden sie laut FTM neun von 13 Zimmer entsprechend ausstatten. Darüber hinaus wollen sie an Schulungen zum sogenannten „Schlaflotsen“ teilnehmen, um ihren Gästen fundiert Auskunft über schlaffördernde oder auch schlafstörende Faktoren geben zu können. Dass FTM mit dem erholsamen Schlaf ein Thema aufgegriffen hat, das die Gesellschaft bewegt, zeigen nach Angaben von Füssen Tourismus und Marketing einschlägige Untersuchungen. Aus ihnen geht hervor, dass rund 30 Prozent der Bundesbürger an organisch oder nicht-organisch bedingten Schlafstörungen leiden. 

100 Probanden befragt 

Mit einem gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelten dreiwöchigen Präventionsprogramm engagiert sich FTM schon seit 2016 für den gesunden Schlaf. Auf der Grundlage der Kneipp’schen Naturheilverfahren sollen hierbei lebensstilbedingte Schlafstörungen therapiert werden. Nach sechs Studiendurchgängen mit insgesamt knapp 100 Probanden werden derzeit die Studienfragebögen ausgewertet. 

Fällt das Ergebnis positiv aus, soll das Vorsorgeprogramm nach Angaben von FTM in den „Dauerbetrieb“ überführt werden, also standardmäßig von Krankenkassen verschrieben werden können.

kb

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