Füssen wird Herzzentrum

Das Projekt „Herzzentrum" mit ungewöhnlicher Tragweite stellten Dr. Martin Hinterseer (v.l.), Dr. Joachim Klasen (OAL/Füsssen), Dr. Eugen Ladner, Dr. Dietmar Baron, Aurel Schmidhofer (BKH), Stefan Bosse, Johann Fleschhut und Ludwig Lederle (Kaufbeuren/OAL) vor. Foto: ed

Ein grenzüberschreitendes Ereignis von fast historischer Dimension wurde Anfang der Woche im Gasthof „Schluxen" in Pinswang, sinnigerweise nahe der Grenze zwischen dem Außerfern und dem Allgäu, vorgestellt: Die Gründung eines gemeinsamen „Herzzentrums Allgäu/Außerfern". Vertreter des Bezirkskrankenhauses (BKH) Reutte und des Krankenhauses Füssen im Verbund mit den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren stellten das Projekt vor, bei dem als „Herzstück" ein gemeinsamer Links-Herz-Katheter-Messplatz am Standort Füssen angeschafft werden soll.

Behandeln beziehungsweise diagnostizieren können Ärzte so unter anderem Schäden an den Herzklappen, dem Herzmuskel und den Kranzgefäßen aber auch Herzoperationen können dort vorbereitet werden. Das Projekt soll im Herbst starten, noch sind einige versicherungstechnische Fragen zu lösen. Die Kosten für das Gerät betragen 800.000 Euro. Für Dr. Martin Hinterseer, ärztlicher Direktor des Krankenhauses Füssen, und „Motor" dieser Initiative, ist das Projekt der einzig richtige Weg, eine medizinisch hochwertige Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Im Rückblick auf die langwierigen Verhandlungen dankte er für den offenen Umgang miteinander und wünschte sich für die Zukunft ein förderliches Zusammenwachsen der Nutzer. Sein Kollege Dr. Eugen Ladner, ärztliche Direktor des BKH Reutte, wies auf die nach seiner Ansicht zusätzlich sinnvolle Ergänzung durch ein grenzüberschreitendes Herzinfarktnetzwerk mit telemedizinischer Datenübertragung mit der Uni Innsbruck hin: „Jährlich kommen ins BKH rund 150 Menschen mit Herzbeschwerden, davon ein Drittel als Akutfälle" sagte Dr. Ladner, der besonders den Faktor Zeit ins Feld führte. Der wird durch das Herzzentrum wesentlich verkürzt. “Es hat lange gedauert bis alle Instanzen durchlaufen wurden, aber nun steht das Projekt auf einer guten Grundlage", resümierte der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut (FW) und Stefan Bosse (CSU), Oberbürgermeister in Kaufbeuren und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kliniken Ostallgäu–Kaufbeuren hob die große Bedeutung des Herzzentrums für die Bevölkerung hervor. Eine Erfolgsstory Die Vorstände der Ostallgäuer Kliniken, Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen, zeigten sich beeindruckt von dem Gesamtpaket, das einen außergewöhnlichen medizinischen und betriebswirtschaftlichen Brücken- schlag bedeute. „Eine Anschaffung mit diesem Volumen können wir allein nicht schultern und wir haben mit diesem Verbund in fairen und unheimlich guten Gesprächen ein Maximum an medizinischer Sicherheit für Herzpatienten geschaffen", so Lederle. Und Klasen ergänzte: „Das Ganze ist aus medizinischer Sicht eine außergewöhnliche Erfolgsstory". ed

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