Füssener Verwaltung darf Arbeiten ausschreiben

Füssener Stadtrat segnet Verlegung der Alatseestraße ab

kaputte Straße am Alatsee
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Im Februar ist die Böschung der Alatseestraße auf Höhe Gipsbruchweiher abgesackt. Seitdem ist die Straße für Autos gesperrt.

Füssen – Einen entscheidenden Schritt weitergekommen ist die Füssener Stadtverwaltung bei der Sanierung der Alatseestraße. Der Stadtrat hat jetzt einstimmig grünes Licht für die Verlegung gegeben, die die Stadtverwaltung bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt hat. Nun darf sie die Bauarbeiten dafür ausschreiben. Theoretisch wäre damit schon ein Baubeginn Mitte November möglich. Realistischer erscheint jedoch ein Start im kommenden Frühjahr.

Seit im vergangenen Februar die Böschung an der Alatseestraße zwischen Bad Faulenbach und dem sogenannten Gipsbruchweiher gebrochen und der Bankettbereich um ca. 40 Zentimeter abgesunken ist, beschäftigt dieses Thema intensiv die Füssener Stadtverwaltung. Denn von der Straße hängt der Badebetrieb am Obersee ab. Schließlich können Rettungskräfte nur über diesen Weg das Bad erreichen. Doch der Boden in dem Bereich ist nicht sonderlich stabil. Zudem liegt das betroffene Straßenstück in einem hochsensiblen „Natura 2000“-Naturschutzgebiet. Der Gipsbruchweiher ist außerdem als Alpenbiotop ausgewiesen.

Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde hat die Stadtverwaltung aber jetzt eine Verlegungsvariante gefunden, von der die Lebensraumtypen und Arten, die im Fauna- und Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ausgewiesen sind, nicht betroffen sind. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung sei deshalb nicht erforderlich. Einen entsprechenden landschaftspflegerischen Begleitplan soll nun das Büro Dietz-Hoffmann erstellen.

Bei den Bauarbeiten wird gleich die Hauptwasserleitung der Stadtwerke auf der neuen Straßentrasse mitverlegt. Auch ein Leerrohr für die Schwefelleitung des Mineralienbrunnens von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) kommt hier unter die Erde. Sollte es künftig zu Problemen bei der bisherigen Leitung auf der alten Trasse kommen, weil beispielsweise die Böschung weiter abrutscht, können die Stadtwerke auf das Leerrohr umstellen.

Hohe Kosten und eine technisch Herausforderung würde es allerdings bedeuten, auch die Quellleitung für den Springbrunnen im Wiedemann Weiher hier zu verlegen. Schließlich steht die bisherige Leitung nicht unter Druck und kann somit auch keine Höhenunterschiede überwinden. Diese wollen die Stadtwerke nun wieder kurzfristig in Betrieb nehmen, um zu prüfen, ob sie noch intakt ist und der Springbrunnen anspringt. Sollte das nicht der Fall sein, will die Stadtverwaltung hier eine Pumpe mit Steuerung anschaffen. Das wäre ihrer Ansicht nach die deutlich günstigere Lösung.

Baukosten von rund 649.000 Euro

Denn für die Verlegung der Alatseestraße muss die Stadt auch so schon tief in die Stadtkasse greifen. Die Berechnungen des beauftragten Ingenieurbüros haben Kosten von rund 649.000 Euro ergeben. „Ja, die Summe ist Wahnsinn. Aber wir kommen nicht darum herum“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Vor zwei Wochen sei erneut ein Stück der Böschung abgebrochen. „Die Maßnahme müssen wir machen.“

So billigten die Stadträte einstimmig die vorgestellte Planung und beauftragten die Stadtverwaltung die Arbeiten auszuschreiben.

kk

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