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Füssener Arzt nimmt an Aktion gegen Darmkrebs teil

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Von: Chris Friedrich

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Koloskop und  ein Cent Stück
Dieses Bild veranschaulicht eindrucksvoll, wie klein ein Koloskop ist. Mit diesem wird die Vorsorgeuntersuchung vorgenommen. © Felix Burda Stiftung

Füssen - Mit zahlreichen Aktionen wirbt die Kampagne „Deutschland gegen Darmkrebs“ im März für die Darmkrebs-Vorsorge. Mit dabei ist auch ein Arzt aus Füssen.

Jährlich sterben in Deutschland etwa 24.000 Menschen an Darmkrebs. Diese Zahl könnte man drastisch verringern, wenn die Menschen die angebotenen Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch nehmen würden. „Zeit für das Wesentliche“ heißt deshalb das Motto der diesjährigen Darmkrebsvorsorge-Kampagne „Deutschland gegen Darmkrebs“. Mit dabei ist auch der Füssener Arzt Dr. Andreas Feil.

Wer Blut im Stuhl entdeckt, für den heißt es: sofort zum Arzt. Doch auch wer als schon ältere Person keinerlei körperlichen Auffälligkeiten beobachtet oder auch keine Beschwerden wie Bauchschmerzen hat, sollte sich in Hinblick auf den „gesunden Darm“ unbedingt einen baldigen Termin für fachärztliche Beratung geben lassen.

Dr. Andreas Feil betont im Gespräch mit dem Kreisboten: „Die Darmspiegelung ist das beste Vorsorgeinstrument!“ Denn keine Krebsart lässt sich so gut im Frühstadium erkennen, wie der Darmkrebs. Dieser wächst relativ langsam aus Darmpolypen oder Adenomen. Das kann bis zu zehn Jahre dauern, was einen großen Zeitraum für Vorsorgeuntersuchungen bietet.

Der Spezialist aus dem Team des Medizinischen Vorsorgezentrum (MVZ) der Klinik Pfronten im Alten Landratsamt in der Augsburger Straße ist einer von 2400 Fachärzten in Deutschland, die eine Vorsorge-Darmspiegelung vornehmen dürfen. Feil nimmt im März erneut an der Aktion „Deutschland gegen Darmkrebs“ teil. „Seit rund 20 Jahren bin ich hier dabei“, berichtet er.

5000 Teilnehmer

Bundesweit machen bei der alljährlich im März startenden Aktion mehr als 5000 Arztpraxen, Apotheken sowie Reformhäuser mit. In den kommenden Wochen werden mehrere hunderttausend Infoflyer und Poster verteilt und in den Auslagestellen vor Ort wird zum Thema Darmkrebs und Vorsorge beraten. Ziel der Teilnehmer ist, so viele Menschen wie möglich zu motivieren, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Vorsorge in Anspruch zu nehmen.

Die Spiegelung des Organs – vorgenommen von Experten nach voraus gegangener eingehender Beratung – dauert mindestens 20 Minuten und erfolgt mittlerweile sehr schonend. „Nichts gespürt“, lauten in der Regel die Kommentare, wenn die ambulante Prozedur vorüber ist. Auch Felix Rotaru von der Projektleitung „Deutschland gegen Darmkrebs“ betont: Eine Darmspiegelung ist heute in der Regel schmerzfrei und dauert nur etwa 20 Minuten.“ Auf Wunsch könne vor Beginn der Untersuchung auch eine Beruhigungsspritze gegeben werden.

Zuvor muss sich der Patient zuhause allerdings einer Darmreinigung unterziehen: dazu gehört, ein medizinisches Getränk zu sich nehmen, das einfach nur widerlich schmeckt. „Der Darm muss für die Spiegelung blitzsauber sein“, betonte Feil gegenüber unserer Zeitung.

Die eigentliche Untersuchung erfolgt mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem, dem Koloskop. An der Spitze befindet sich eine hochempfindliche Videokamera, die Bilder aus dem Darminneren auf einen Monitor liefert. Der Arzt kann so die gesamte Darmwand beurteilen. Wie die Kollegen sagt auch Feil: Kaum eine Früherkennungsmaßnahme sei so erfolgreich wie die Darmspiegelung. „Bedingt durch die Vorsorge gibt es weniger Menschen, die schwer an Darmkrebs erkranken.“

Erfolgreiche Vorsorge

Erfreulicherweise sinke inzwischen die Zahl der Personen mit einem erkrankten Darm. Wie die gemeinsame Aktion „Deutschland gegen Darmkrebs“ in einer Pressemitteilung weiter erklärte, hat jede gesetzlich versicherte Person – Männer ab 50, Frauen ab 55 Jahren – Anspruch auf eine kostenlose vorsorgliche Darmspiegelung, die im Ärztejargon als „Koloskopie“ bezeichnet wird.

Im Zeitraum von zehn Jahren habe die fachmännisch durchgeführte Koloskopie 180.000 Menschen vor Darmkrebs bewahrt. Bei weiteren 40.000 Personen wurden die Tumore in so frühen Stadien entdeckt und beseitigt, dass für die behandelten Menschen noch ausgezeichnete Chancen auf Heilung bestehen – so das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.

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