Klarheit schaffen und Diagnosik verbessern

Füssener Arzt wirkt bei der Entwicklung einer Corona-App mit

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Der Füssener Arzt Dr. Dr. Martin Zens hat bei der Entwicklung einer App mitgeholfen, um für mehr Klarheit im Umgang mit dem Corona-Virus zu sorgen.

Freiburg/Füssen – Da um das weltweit grassierende Corona-Virus noch vieles unklar ist, hat der Füssener Arzt Dr. Dr. Martin Zens zusammen mit anderen Medizinern am Universitätsklinikum Freiburg eine neue App mitentwickelt. Diese soll Klarheit schaffen und eine bessere Diagnostik ermöglichen.

„Unser Ausgangspunkt ist, dass wir über die Symptomverläufe bei COVID-19 relativ wenig wissen“, sagt Studienleiter Dr. Dr. Martin Zens vom Klinikum Füssen und dem Universitätsklinikum Freiburg. Neben häufig geschilderten Symptomen wie Husten und Fieber treten auch Durchfall, Atemnot, Kopfschmerzen und andere Beschwerden als Anzeichen einer Infektion mit dem Coronavirus auf. Das sei vor allem für Hausärzte oder Ärzte in Notaufnahmen nicht einfach, erklärt Zens. Sie sehen Patienten mit positivem Abstrich, die in die häusliche Quarantäne entlassen werden. „Es verbleibt ein ungutes Gefühl, da unklar ist, wie sich die Erkrankung weiterentwickelt“, so der Füssener Arzt. 

Krankheit und Ausbreitung besser verstehen

„Ein wichtiger Aspekt ist die hohe Dunkelziffer an Corona-infizierten Menschen, die nicht erkannt oder getestet werden. Wir wollen wichtige Daten gewinnen, um die Krankheit und deren Ausbreitung besser zu verstehen“, ergänzt der stellvertretende Studienleiter Dr. Dr. Fabian Duttenhöfer aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. „Wir hoffen, mit der App und der dazugehörigen wissenschaftlichen Studie einen kleinen Beitrag zu leisten, damit die Corona-Pandemie bestmöglich bewältigt werden kann.“ 

Die App erfasst anonym die Daten der Nutzer und deren Vorerkrankungen. Mit Hilfe von täglichen Fragebögen dokumentiert sie den Gesundheitszustand der Nutzer. Der Aufwand dafür liegt bei etwa drei Minuten am Tag. „Gut investierte Zeit!“ findet Zens. 

App ersetzt keinen Arztbesuch

Ergeben sich dabei Hinweise, die stark für eine COVID-19-Erkrankung sprechen, werden die Nutzer benachrichtigt. Die App ersetze jedoch keinen Arztbesuch. Auch könne sie eine Infektion nicht mit letzter Sicherheit bestätigen oder ausschließen. Die Forscher können mit Hilfe der anonymisierten Daten aber den Verlauf, die Häufigkeit und die zeitliche Abfolge bestimmter Beschwerden sowie Hinweise auf Risikofaktoren auswerten. „Die Erkenntnisse werden umso valider, je mehr Menschen mitmachen“, erklärt der Füssener Arzt. 

„Die App ermöglicht eine neue Dimension bei der Datenerfassung“, ergänzt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg. „Sie kann damit wichtige Hinweise auf den Verlauf von COVID-19 liefern und möglicherweise sogar helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und somit die Ausbreitung zu verhindern.“ 

Android-Version soll bald folgen

Die App ist nach Angaben des Universitätsklinikums Freiburg bereits für iOS verfügbar, eine Android-Version soll in wenigen Tagen folgen. Sämtliche Daten werden demnach anonymisiert und verschlüsselt auf einem Server in Deutschland abgelegt. Teilnehmen können alle Erwachsenen ab 18 Jahren. Bei unklaren Krankheitssymptomen, nach Kontakt zu Patienten, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, oder bei Unsicherheit können sie die App herunterladen.

kk

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