"RBs" präsentieren Pläne für Baseballplatz

Ein "Gewinn" für das Sportzentrum

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Das Baseballfeld soll südlich des FCF-Geländes entstehen. Dafür muss aber der Geh- und Radweg verlegt werden.

Füssen – Seit sechs Jahren läuft es bei den Royal Bavarians rund: Aufstieg in die Landesliga, Aufstieg in die Bayernliga, Aufstieg in die Regionalliga und dreimaliger Regionalvizemeister.

Doch damit sie auch zukünftig in der Regionalliga spielen können, muss sich etwas ändern: Die Königlichen brauchen ein eigenes Baseballfeld, wie zweiter Vorsitzender Sven Ludwig am Dienstag im Sportausschuss erklärte. Er stellte den Stadträten die Pläne für ein Feld im Weidach vor. Bereits seit zwanzig Jahren spielen die „RBs“ auf dem Hartplatz des FC Füssen – ein Ort der eigentlich nur als Übergangslösung gedacht war, wie Ludwig deutlich machte.

 Denn der ist alles andere als optimal. Das größte Problem: Er entspricht nicht den Verbandsanforderungen. Statt auf einer Tribüne sitzen die Zuschauer auf Bierbänken, die nötige Sicherheitsmaßnahmen sind nicht gegeben und daneben ist der Platz auch noch zu klein. Das hatte in der vergangenen Saison dazu geführt, dass die Ulm Falcons zwei Spielergebnisse angefechtet hatten und die Partien nachgeholt werden mussten (der Kreisbote berichtete).

Verband drückt ein Auge zu

Die Royal Bavarians müssen daneben auch immer wieder Strafen zahlen, so der Zweite Vorsitzende. Der Deutsche Baseballverband drückt bei dem Platz zwar beide Augen zu, doch ein Aufstieg in die zweite Bundesliga wäre nicht möglich. Da außerdem die Lizenzkriterien für die Regionalliga immer höher werden, könnte den Königlichen in der Zukunft ein Zwangsabstieg drohen, erklärte Ludwig.

Daneben ist die Oberfläche des Platzes zu hart. Das führt nicht nur zu einem hohen Verschleiß bei den Bällen, Trikots und Schuhen. Einige Spieler hätten chronische Knieschmerzen. Sie ziehen sich laut Ludwig auch bei jedem Bodenkontakt Verletzungen zu. Und das bei einem Sport bei dem das Rutschen auf die „Bases“ zum Spiel gehört. Ein weiteres Problem sei die Zusammenarbeit mit dem FC Füssen: Die Baseballer und Fußballspieler kommen sich bei den Spielplänen und den Trainingszeiten immer wieder in die Quere.

Kein optimales Training

Deshalb können die Baseballer laut Ludwig nicht optimal trainieren, für die Nutzung von April bis Oktober zahlen sie aber 700 Euro pro Jahr. Mit Hilfe des neuen Platzes will der Verein wachsen, erklärte Ludwig. So sollen Kinder früher an den Baseballsport herangeführt werden, Mannschaften jeder Altersklasse sollen aufgebaut werden und der Verein will verstärkt mit Kindergärten und Schulen zusammenarbeiten. Zudem wollen die Royal Bavarians Baseball als Freizeitsport etablieren und durch Firmenevents, Eintrittsgelder und Sponsoren mehr Einnahmen generieren.

 Die Pläne für einen regelkonformen Platz hat Landschaftspfleger Cornelius Wintergerst in Zusammenarbeit mit den Baseballern erstellt. Der soll 12.000 Quadratmeter groß werden und zwischen dem Lechuferweg, der B16, dem geplanten Skateplatz und dem FCF-Gelände liegen. Das werde davon „nicht berührt“, wie Sportbeauftragter Markus Gmeiner deutlich machte. Das sogenannte Innfield wird mit einer Drainagesystem verstehen. Das „Outfield“ wird planiert, erklärte Wintergerst. Daneben wird es eine Zuschauertribüne geben.

Sponsoren gesucht

Die Duschen, Umkleiden und Parkplätze werden sich die Füssen Royal Bavarians aber weiterhin mit dem FC Füssen teilen. 298.654 Euro wird das Feld den Verein kosten. „Da wir nicht geglaubt haben, so weit zu kommen“, habe der „RB“ bisher nur einen groben Finanzierungsplan, so Ludwig. Dabei hofft der Verein unter anderem auf Zuschüsse vom Bayerischen Landessportverband (BLSV), der Major Baseball League (MLB), des Landratsamtes Ostallgäu und auch der Stadt Füssen. Denn das Landratsamt werde den Verein nur unterstützen, wenn auch die Kommune einen Beitrag leistet. Den restlichen Betrag will der Verein über Eigenkapital, Sponsoring, Spendenaktionen und Darlehen abdecken.

 Von diesen Plänen zeigten sich die Stadträte angetan. „Das ist ein gewaltiger Gewinn für das Sportzentrum“, meinte Wolfgang Bader (SPD). Er hielt es für positiv, dass das geplante Baseballfeld genau wie der Skateplatz „deutlich näher an der Straße als an der Wohnbebauung“ liege. „Ich finde das super“, meinte auch Martin Metzger (BfF). Er sei froh, dass die Besitzer jetzt doch ihre Grundstücke am Weidachsportplatz verkaufen bzw. tauschen wollten.

kk

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