Füssener Bauausschuss segnet Umnutzung eines leer stehenden historischen Stadels ab

Füssener Bauausschuss entscheidet: Aus Stadl werden Gasträume

Altstadt in Füssen
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Im alten Stadl sollen künftig Gäste bewirtet werden.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – In dem Stadl am Brotmarkt, auf der Rückseite des Gebäudes, in dem sich das Restaurant „Aquila” befindet, sollen künftig Gäste bewirtet werden. Die dafür nötige Nutzungsänderung hat jetzt der Bauausschuss einstimmig abgesegnet. 

„Es ist gut, dass ein Leerstand und damit ein städtebaulicher Missstand aufgehoben wird“, sagte der Füssener Bauamtsleiter Armin Angeringer zu dem Antrag. Der Bauherr möchte im Untergeschoss des Gebäudes Lagerräume einrichten und aus dem Lager im Erd- und Obergeschoss des instandgesetzten Stadels Gasträume machen. „Der Biergarten soll erhalten bleiben“, sagte Angeringer. Fest überdacht könne er laut Denkmalschutzbehörde aber nicht werden.

Bei dem Haus dürfte es sich um eines der ältesten Gebäude Füssens handeln, berichtete UBL-Stadtrat und Historiker Magnus Peresson. Es sei wohl um die 700 Jahre alt. „Das war immer schon eine Riesenwirtschaft“, sagte der Vorsitzende des Historischen Vereins „Alt Füssen”. In einem Saal im Obergeschoss hätten früher die gut betuchten Füssener Fasching gefeiert. Dort, wo jetzt der Stadl steht, seien damals wohl die Fuhrwerke der Gäste abgestellt worden. Noch heute seien an dem Gebäude Ringe zu finden, an denen früher die Lasttiere angebunden wurden. Weil die beantragte Nutzung vor diesem Hintergrund einfach passt, bat er bei den Stellplätzen nicht so genau hinzuschauen.

Problem Stellplätze

Nach Angaben der Stadtverwaltung liegen für das Gebäude 29 anrechenbare Stellplätze vor – Parkplätze, die aber nur auf dem Papier existieren. Als das Baugesetzbuch 1954 in Kraft trat, wurde das Gebäude schließlich schon seit Jahrhunderten genutzt. Um solche Betriebe und Wohnungen mitten in der Altstadt zu legalisieren, wurde ihnen damals theoretische Parkplätze zugesprochen, erklärte Angeringer auf Nachfrage von Andreas Eggensberger (CSU).

„Es ist wichtig, dass die mitgeführt werden“, sagte Jürgen Doser (FWF). Müssten diese Stellplätze in der Altstadt tatsächlich nachgewiesen werden, „dann töten wir die Altstadt komplett.“ Kein Betrieb dürfte dann mehr seine Türen öffnen. Erst wenn eine große Nutzungsänderung ansteht, werde dieses Thema wieder aktuell – und dann könne die Stadt auch steuernd eingreifen.

Um mit seinen 29 Stellplätzen klar zu kommen, möchte der Bauherr abwechselnd das erste Obergeschoss oder den Stadl nutzen. Das müsse er jedoch noch näher beschreiben und in geeigneter Form sicherstellen, forderte die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme. Fehlen dann immer noch Stellplätze, sollen diese demnach abgelöst werden. Dafür gaben die Ausschuss-Mitglieder schließlich einstimmig grünes Licht.

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