"Ich kann damit leben"

Füssener Gewerbepark wächst weiter

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Die beiden Firmen Bihler und PMG wollen im Füssener Westen weiter wachsen. Grünes Licht gab dafür jetzt der Bauausschuss und erteilte dabei Befreiuungen vom Bebauungsplan.

Füssen – Die Firmen Bihler und PMG dürfen in Füssen erweitern. Grünes Licht gab dafür der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag.

Ob die Firmen anbauen dürfen, stand dabei gar nicht zur Diskussion – wohl aber das Wie. Denn der Bebauungsplan in der Hiebelerstraße wurde geändert. Dieser schreibt nun vor, dass Flachdächer bekiest oder begrünt werden müssen – was beide Firmen allerdings ablehnen.

 An der Rückseite ihres bisherigen Produktionsgebäudes will die Firma PMG anbauen, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. An sich sei das kein Problem. Der neue Trakt soll aber genauso ausschauen wie das Bestandsgebäude – was dem Bebauungsplan widerspricht, der zwischenzeitlich geändert wurde. Zudem sollen auf dem Dach technische Geräte angebracht werden, mit denen der Neubau außerdem die maximale Wandhöhe um einen halben Meter überschreitet.

Daneben müssen laut Bebauungsplan 20 Prozent des Grundstücks als Grünfläche angelegt werden. Das wären bei 55.000 Quadratmetern 219 Bäume, fügte Angeringer hinzu – was für Unruhe im Gremium sorgte. Für dieses Problem hatte der Bauamtsleiter aber schon eine Lösung parat: Da es nur um eine Erweiterung gehe, könne man diese Vorgabe auf die neue Fläche beziehen, so dass der Bauwerber nur zehn neue Bäume pflanzen müsste. 

Was allerdings noch aussteht, sei ein Lärmschutzgutachten, das aufzeigt, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Darauf lege auch das Landratsamt Wert, berichtete Angeringer. Ganz klar für die Erweiterung war Michael Jakob (CSU). Dieser Fall zeige mal wieder, dass ein Bebauungsplan eine Idealvorstellung sei, erklärte er. Den Räten müsse klar sein, dass man durch neue Bebauungspläne immer Probleme bei Erweiterungsbauten bekomme. „Das lösen wir, indem wir zustimmen.“ 

Gleicher Meinung waren die Stadträte Jürgen Doser (FWF) und Ursula Lax (CSU). „Wir müssen froh sein, dass PMG jetzt erweitert. Sie hatten schon mal andere Überlegungen“, sagte Lax. Das sah auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) so. „Wir müssen froh sein, dass die Firmen funktionieren und florieren.“

Deshalb genehmigte das Gremium auch einstimmig den Bauantrag. Etwas anders bewertete Angeringer dagegen den Bauantrag der Firma Bihler. Das Unternehmen möchte ein neues Logistikzentrum errichten – ein kompletter Neubau, der nur durch einen relativ kleinen Verbindungsbau an das Bestandsgebäude angeschlossen wird. Diesen mit Kies oder Pflanzen einzudecken, sollte „grundsätzlich machbar sein“, so der Bauamtsleiter. 

Vor allem, da die Nachbarschaft noch nicht vollständig bebaut sei und so ein Präzedenzfall entstehen könnte. „Es wirkt von der B310 anders, wenn es begrünt wäre“, meinte auch der Rathauschef. Daneben seien die Themen Flächenversiegelung und Ökologie derzeit stark in den Medien vertreten, meinte Angeringer und verwies auf das aktuelle Volksbegehren Artenvielfalt. Doch das ging Doser zu weit. „Ich unterschreibe auch für die Bienen. 

Aber das hier zusammen zu tun ist mir zu weit hergegriffen. Ich kann selbstverständlich damit leben, dass es nicht begrünt wird.“ Diese Ansicht teilten zudem Dagmar Rothemund (SPD) und der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Schaffrath. Schließlich sei das ein Funktionsbau, so Rothemund. „Ich sehe keine Veranlassung das zu fordern.“ 

Und mit Blick auf den vielen Schnee der vergangenen Wochen, der auf den Dächern laste, mache diese Forderung zudem wenig Sinn, fügte Schaffrath hinzu. Und mit dem Erhalt der Artenvielfalt könne man hier auch nicht argumentieren, fügte der Wirtschaftsreferent der Stadt, Klaus Zettelmeier, hinzu. Schließlich dürfe der Bauherr sein Flachdach auch mit Kies auffüllen. Das Unternehmen habe außerdem bereits Solarpanels angebracht. „Das bringt mehr als ein paar Blümchen auf dem Dach“, so Zettelmeier. 

So segnete der Ausschuss einstimmig den Antrag ab. Allerdings mit der Auflage, dass der Bauherr noch ein Lärmschutzgutachten und einen Freiflächenplan nachreichen müsse. Über diese Erweiterung freute sich der Rathauschef. Vor allem da sie seinen Angaben nach nur ein erster Schritt sein soll. Derzeit gebe es bei Bihler interne Gespräche, noch ein Ausbildungszentrum auf dem Nachbargrundstück zu errichten – eine „großartige Geschichte“, so der Rathauschef.

kk

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