Ausschuss bleibt bei »Nein«

Füssener Bauausschuss lehnt Ferienwohnungen im ehemaligen »Eiskristall« weiter ab

Baustelle in Füssen
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Einmal mehr „Nein“ hat der Bauausschuss zum Ansinnen eines Bewerbers gesagt, in einem Neubau in der Birkstraße Ferienwohnungen zu erlauben.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Gesetze hin oder her: Der Bauausschuss bleibt bei seiner ablehnenden Haltung gegen die geplanten Ferienwohnungen im neuen Mehrfamilienhaus in der Birkstraße. Das haben die Mitglieder in ihrer jüngsten entschieden. Dabei war den Stadträten in ihrer jüngsten Sitzung klar, dass ihnen die rechtliche Grundlage dafür fehlt, solange das Beherbergungskonzept noch nicht fertig ist. 

Dort wo früher das Hotel „Eiskristall“ stand, wo einst der Deutsche Eishockeybund seine Spieler unterbrachte, wenn sie auf Lehrgang in Füssen waren, sollten eigentlich Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Doch im März beantragte der Eigentümer, zwei Wohnungen zu Ferienwohnungen zu machen – was gar nicht gut beim Gremium ankam (der Kreisbote berichtete). Es lehnte einstimmig das Anliegen ab, im vollen Bewusstsein darüber, dass die Stadt Füssen das wahrscheinlich nicht durchsetzen kann.

Denn: „Stadtentwicklungstechnisch müsste das abgelehnt werden. Rein rechtlich werden wir dazu allerdings keine Grundlage finden“, hatte Bauamtsleiter Armin Angeringer seinerzeit erklärt. Deshalb ging er davon aus, dass die Stadträte entweder erneut darüber abstimmen werden müssen oder das Landratsamt Ostallgäu als Genehmigungsbehörde gleich das kommunale Einvernehmen ersetzen werde.

Und genau dazu ist es jetzt gekommen: Das Anliegen stand erneut auf der Tagesordnung. Sollte die Räte den Antrag wieder ablehnen, werde das Landratsamt grünes Licht geben, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). Er persönlich werde aber trotzdem bei seinem „Nein“ bleiben, wie er erklärte. „Ich werde dagegen stimmen, weil es an der Stelle nicht gerechtfertigt ist. Ich kann das an dieser Stelle nicht unterstützen.“ Gleicher Ansicht waren die übrigen Ausschussmitglieder, die sich versammelt hinter Eichstetter stellten.

Grundlage fehlt

Mit Anträgen wie diesen müssen sich die Stadträte immer wieder herumschlagen: Wohnungen sollen zu Ferienwohnungen werden, obwohl es bereits an Wohnraum in der Stadt mangelt. Jede Wohnung, die da vom freien Wohnungsmarkt wegfällt, tut weh. Doch bis die Stadtverwaltung das städtische Beherbergungsverbot fertiggestellt hat, fehlt ihr oft die rechtliche Grundlage, um solche Anträge abzulehnen. Wann das Papier Rechtskraft erlangen wird, ist derzeit noch ungewiss. Erst steht noch eine Klausurtagung an, im Herbst soll es dann weitergehen, kündigte der Rathauschef an.

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