Neubau steht nichts mehr im Weg

Füssen: Wohnungen statt Tennisplätzen

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Die Tennishalle beim BLZ soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden – dann allerdings aber nur noch mit zwei Plätzen, dafür aber 37 Mietwohnungen.

Füssen – Den letzten Schritt im Genehmigungsverfahren für ein Wohnhaus mit zwei Tennisplätzen und 37 Wohnungen hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend gemacht.

Nachdem der Bauausschuss in seiner Februarsitzung den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „W 27 – Am Kobelhang“ gefasst hatte, segnete er jetzt einstimmig und ohne Diskussion den Bauantrag für den Neubau auf dem Areal der derzeitigen Tennishalle ab. 

Damit kommt nach etwas mehr als einem Jahr die Diskussion um die Tennishalle zu einem Ende. Bereits im Januar 2018 hatte der Betreiber der Halle einen Neubau mit Mietwohnungen über den Tennisplätzen beantragt. Weil einige Ratsmitglieder seinerzeit mit diesem Schritt eine erhebliche Bodenwertsteigerung für das Grundstück vermuteten, schlugen sie vor, dass die Stadt davon auch einen Teil abbekommen sollte.

Daraufhin zog der Investor noch in der Sitzung seinen Antrag wütend zurück. Weitere Verhandlungen mit Bürgermeister Paul Iacob (SPD) folgten, führten zunächst aber zu keinen Ergebnissen. Die Folge: Die vor allem energetisch nicht mehr dem heutigen Stand entsprechende Halle wurde Anfang Mai 2018 geschlossen (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt beantragte der Eigentümer bei der Stadt erneut einen Neubau mit Mietwohnungen und zwei statt bisher drei Tennisplätzen im Erdgeschoss. Einem Vorhaben, dem die Stadtverwaltung grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstand. Schließlich fehlt es in der Lechstadt an Mietwohnungen. Doch einige Räte hatten Bedenken wegen der Tennisplätze. Sie wollten sicher gehen, dass diese langfristig erhalten bleiben und nicht irgendwann einer lukrativeren Nutzung wie beispielsweise Wohnungen oder Einzelhandel weichen müssen. 

Eine Sorge, die am Dienstag noch einmal Stadträtin Ursula Lax (CSU) zur Sprache brachte. „Ich bin grundsätzlich dafür“, erklärte sie mit Blick auf den Bauantrag. Schließlich sei es wichtig, günstigen Wohnraum zu schaffen. Der könnte beispielsweise auch über Filialen von Discountern wie Lidl oder Aldi entstehen. Doch an dieser Stelle neben dem Bundesleistungszentrum (BLZ) müsse der Sport sichergestellt werden. Deshalb hoffe sie, dass alles so rechtlich arrangiert wurde, dass hier nur die Tennishalle und Wohnungen zulässig seien. 

Möchte der Bauherr die Tennishallen anders nutzen, müsse der Bauausschuss dem erst zustimmen, erwiderte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Ich hoffe, dass die Tennishalle gut läuft und Wiedemann sie nicht zusperren muss“, meinte Lax daraufhin. 

Zwei Tennisplätze

In dem neuen Gebäude wird es künftig nur noch zwei Tennisplätze im Erdgeschoss geben, erklärte Iacob. Dort, wo derzeit der dritte Tennisplatz ist, werden künftig Autos parken. 

In den oberen Geschossen finden 37 Mietwohnungen Platz, fügte Bauamtsleiter Armin Angeringer hinzu. Die meisten von ihnen, insgesamt 13, werden zwischen 72 bis 98 Quadratmeter umfassen, zehn werden 30 Quadratmeter, neun um die 68 Quadratmeter und fünf über 100 Quadratmeter groß werden. 

Außerdem werden sie Balkone bzw. Loggia haben, die vor allem Richtung BLZ-Parkplatz für den Schallschutz nötig sind. „Das erinnert mehr an ein Kreuzfahrtschiff“, meinte Stadträtin Gerlinde Wollnitza von den Freien Wählern zur Gestaltung des Gebäudes. „Im Bebauungsplanverfahren wurde die Planungskonzeption vorgestellt“, erklärte dazu Bauamtsleiter Angeringer. „Heute ist sie aber detaillierter.“

kk

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