Bauerlaubnis trotz Veränderunssperre

Hier stand einmal ein Bauernhof. Nun darf die Firma Hubert Schmid trotz Veränderungssperre sieben Reihenhäuser auf dem Gelände errichten. Foto: Knoll

Füssen – Trotz Veränderungssperre darf die Baufirma Hubert Schmid sieben Reihenhäuser in der Glückstraße bauen. Grünes Licht gab dafür der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Doch die Stadträte taten sich schwer damit. Erst nach einer intensiven Diskussion sprach sich die Mehrheit dafür aus.

Häuser soweit das Auge reicht und mittendrin eine große, grüne Wiese – das schreit geradezu nach Baugebiet. Vor allem nachdem die Baufirma Hubert Schmid die Wiese hinter der Christuskirche gekauft hatte. Da das Unternehmen kurz darauf einen Bauernhof an der Glückstraße abgerissen hatte, regte Dr. Anna Derday im Februar an für das gesamte Quartier zwischen der Sonnen- und Glückstraße einen Bebauungsplan aufzustellen. So sollte die Stadt ein Mitspracherecht bei der Gestaltung bekommen, falls auf dem Gebiet gebaut werden sollte. Dabei wollten die Stadträte sicherstellen, dass hier preisgünstiger Wohnraum für Familien entsteht, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer auf Nachfrage. Doch einen Bebauungsplan aufzustellen braucht Zeit. Bis dahin sollte eine Veränderungssperre verhindern, dass ein Bauantrag eingereicht wird, der dem zukünftigen Bebauungsplan widerspricht. 

Einen Antrag stellte nun Hubert Schmid. Die Baufirma möchte sieben Reihenhäuser auf dem Gelände des abgerissenen Bauernhofs errichten. Doch das Unternehmen hat in Füssen bisher vor allem qualitativ hochwertige und teure Wohnungen gebaut. Allerdings argumentierte die Firma laut Angeringer, dass ein Reihenhaus eine klassische Bauform für Familien sei, da hier mit drei Geschossen der nötige Platz geschaffen werde. 

Und die Nachfrage nach Reihenhäuser sei da, erklärte der Bauamtsleiter. Denn „bei uns rufen immer wieder Menschen an, die nach verfügbaren Grundstücken fragen“. Um den Preis niedrig zu halten, will die Baufirma einen Garagenhof bauen. Doch einigen Stadträte passte das nicht. Sie sprachen sich zugunsten eines besseren Stadtbildes für eine Tiefgarage aus. Doch das sei in der Stellplatzsatzung nicht vorgeschrieben, erklärte der Bauamtsleiter. Denn die Satzung gelte nur, wenn sich in einem Haus mehrere Wohneinheiten befinden. In diesem Fall handelt es sich aber um sieben geteilte Häuser mit eigenen Grundstücken. Deshalb segneten die Stadträte mehrheitlich den Antrag so ab, wie er eingereicht wurde. kk

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