Eigene Chancen verbessern

Berufsberater hilft Schülern ohne Ausbildungsvertrag

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Berufsberater Wolfgang Gabler hilft Jugendlichen, die noch keine Lehrstelle haben, mit einem Extra-Service näher ans Ziel zu kommen. Dem Kreisbote stellt er außerdem das an der Füssener Realschule vor den Sommerferien erstmals eingesetzte „Berufswahl-Cockpit“ vor.

Füssen – Mit dem „Berufswahl-Cockpit” setzte Berufsberater Wolfgang Gabler kürzlich in den achten Klassen der Füssener Realschule eine neue Methode ein. Entwickelt hat das „Berufswahl-Cockpit“ das Team der Ulmer Agentur für Arbeit. 

Außerdem lud er bislang erfolglose Bewerber zu einem persönlichen Extra-Orientierungstag ein.

Der regionale Lehrstellenmarkt bietet derzeit ein fast schon kurioses Bild: Da melden Ausbildungsbetriebe im Ostallgäu sogar, dass sie noch freie Plätze für eine Kfz-Mechatroniker-Ausbildung. Der moderne Beruf Kfz-Mechatroniker ist auch für Bewerberinnen interessant. Daher überrascht es doch, dass es hier vor dem Ausbildungsstart im September noch mehrere Einstiegschancen gibt. Es ist kein Geheimnis, dass die Kfz-Mechatroniker-Ausbildung bei ihrer Einführung bei jungen Leuten begehrt war. Bedingt durch den Ansturm konnten nicht alle Bewerbungen erfolgreich sein. 

Schon lange bekannt ist hingegen: Gastronomie- und Handwerksbetriebe suchen dringend Nachwuchskräfte. Lücken zu füllen gilt es darüber hinaus noch im Einzelhandel. Die Gastronomie mit Arbeitszeiten am Wochenende und das Handwerk, wo weniger zu verdienen ist als in der Industrie, lassen sich aktuell vieles einfallen, um ihr Nachwuchsproblem zu lösen. 

Die Initiative für Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz hatte jetzt kurz vor den Sommerferien mit einem Extra-Beratungstag die Agentur für Arbeit ergriffen. Das ausführliche persönliche Gespräch mit Fachmann Wolfgang Gabler in dessen Büro bei der Füssener Arbeitsagentur war allerdings nicht die „letzte Chance“ der jungen Menschen für den Sprung in den Beruf. Im Gegenteil: Wer Gabler gut zugehört hatte, dürfte mit großer Erleichterung festgestellt haben, dass die Chance besteht, nach persönlichen Interessen und Neigungen den Weg nach der abgeschlossenen Schulzeit fortzusetzen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte der Berufsberater: „Nicht alle Jugendlichen sind reif, um Azubi zu werden, wenn sie ihr Abschlusszeugnis in Händen halten.“ Damit sich Jugendliche positiv entwickeln können, gebe es aber Angebote der Arbeitsagentur. Gabler betont: „Die Berufsvorbereitung oder Berufsausbildungsvorbereitung kann den Einstieg in das Berufsleben erleichtern beziehungsweise erst ermöglichen.“ Insbesondere solle dadurch die Berufswahl unterstützt und außerdem eine gezielte Nachqualifizierung erreicht werden. Es gehe darum, die Voraussetzungen für die erfolgreiche Aufnahme einer Berufsausbildung zu schaffen, die vom möglichen Bewerber während der Schulzeit nicht erreicht wurden. Ein Beispiel dafür sei das Berufsvorbereitungsjahr an Berufsschulen. 

Wichtige Hinweise 

Wer ein gutes schulisches Abschlusszeugnis vorweist und bei seinen Bewerbungen noch keinen Erfolg erzielen konnte, bekommt von Gabler einen Hinweis, woran dies liegen könnte: „Das Anschreiben, mit dem die persönliche Bewerbung begründet wird, ist sehr wichtig, um die erhoffte Einladung zum Vorstellungsgespräch zu bekommen“, erklärte der Experte. Mit anderen Worten: Wenn sämtliche Unterlagen zum Abgabetermin zwar rechtzeitig eingereicht, aber vorher nicht gründlich durchgesehen wurden, hätte sich der Bewerber – um es zugespitzt zu formulieren – den ganzen Aufwand eigentlich sparen können. Nach wie vor verbessere ein freiwilliges Betriebspraktikum die persönlichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Dazu sei aber Eigeninitiative erforderlich, die sich jedoch auszahle. Sei es auch, dass der Jugendliche merkt, dass er ins falsche Berufsfeld hinein geschnuppert hat.

Ein Grundproblem, bei dem die Berufsberatung den Schülern bereits jetzt mit neuen Ideen zur Seite steht, stellen unterschiedliche Berufsfelder und die damit verbundenen Anforderungen in den Ausbildungsjahren dar. Kurz vor Beginn der Sommerferien hat Berufsberater Gabler daher in die achten Klassen der Füssener Realschule das „Berufswahl-Cockpit“ mitgebracht. Die neue Methode – entwickelt von der Agentur für Arbeit in Ulm – helfe jedem Teilnehmer durch Beantwortung von insgesamt 32 Fragen, die anschaulich durch Fotos illustriert werden, innerhalb kurzer Zeit auf Kurs zu kommen. „Die Schülerinnen und Schüler übertragen die Reglerwerte auf das Auswertungsblatt“, so Gabler. Am Ende halte jeder einige interessante Berufs(Reise)-ziele auf einem Info-Blatt ausgedruckt in der Hand.

cf

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