Feuerwehr sorgt sich um ausreichend Nachwuchs

Füssener Feuerwehr mit neuem Einsatzrekord

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Alle Geehrten, Jubilare und Beförderten auf einen Blick. Ganz oben stehen Kommandant Thomas Roth (links) und Vereins-Vorstand Gerhard Ruf.

Füssen – Mit 360 Einsätzen musste die Füssener Feuerwehr im vergangenen Jahr so oft ausrücken wie noch in keinem Jahr zuvor. Gleichzeitig werde es wegen immer neuer Vorschriften zunehmend schwerer, Nachwuchs zu gewinnen.

„Wenn das so weitergeht, dass wir von immer neuen Vorschriften erdrückt werden, wird es schwer sein, Leute für das Ehrenamt Feuerwehr zu begeistern“, klagte Kommandant Thomas Roth am Freitagabend in der Jahreshauptversammlung der Wehr. 

Im weiteren Verlauf des Abends legte der Kommandant nach: „Vorschriften, die für mich oft nicht nachvollziehbar sind und unsere Arbeit erschweren, halten uns von dem ab, was eigentlich unser Auftrag ist – wir wollen helfen und nicht im Auflagendschungel ersticken.“ 

Vereins-Vorstand Gerhard Ruf äußerte sich ähnlich. Mit 360 Einsätzen habe die Wehr so viel Alarmierungen Folge geleistet, wie noch in keinem Jahr Zeit ihres Bestehens. Gleichzeitig sei das Ehrenamt ernstlich in Gefahr, wenn die Anforderungen immer größer werden. „Wir sind an unserer Leistungsgrenze angelangt – viel mehr geht nicht mehr!“, warnte er. 

Diese Aussage unterstrich Thomas Roth in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr. Das Spektrum der Einsätze reichte von Brandeinsätzen (27) über Sicherheitswachen (148) bis zu technischer Hilfeleistung (85) sowie Täuschungs- und Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen (57). „Dabei stehen wir oftmals in Kollision mit dem Beruf und sind dankbar, wenn uns die Arbeitgeber mit Freistellungen in unserer Arbeit unterstützen“, sagte er. 

Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst heftet Kreisbrandrat Markus Barnsteiner Magnus Roth an.

Im Großen und Ganzen sei die Wehr gut aufgestellt und man habe alle Anforderungen mit Bravour gemeistert. Insgesamt wurden bei den 360 Einsätzen 3340 Arbeitsstunden geleistet. Weiter wies er darauf hin, dass bei Übungs- und Lehrgangsstunden weitere 4200 Stunden abgeleistet wurden – ein Plus gegenüber 2017 von 1620 Stunden. 

Immer mehr Einsätze

In seinem Bericht wies er außerdem auf die stetige Zunahme der Einsätze hin. Einen besonderen Appell richtete er an die Betreiber von Brandmeldeanlagen, die wegen unsachgemäßer Einstellung immer wieder zu unnötigen Einsätzen führen. Derzeit leisten 63 Männer und 14 Frauen aktiven Dienst in der Füssener Wehr. Dazu kommen sechs Mädchen und 22 Jungen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren in der Jugendfeuerwehr. 

Schriftführer Stefan Stein zeigte auf, dass auch das Vereinsleben funktioniert: Preiskegeln, Dartturnier, Floriansfeier, Sommer- und Herbstfest sowie der gemeinsame Ausflug nach Kufstein waren nur einige Termine, die das Vereinsleben festigten. Dazu kamen auch einige Einsätze bei kirchlichen Anlässen, wie Fronleichnam und Volkstrauertag. Er dankte zudem allen Füssener Bürgern, die durch ihre fördernde Mitgliedschaft den Verein unterstützen. 

Dass die Wehr ein besonderes Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit legt zeigten die Berichte von Matthias König (Kinderfeuerwehr) und Fabian Guggemos (Jugendfeuerwehr). Bei den Kindern lag der Zeitaufwand des Betreuerteams bei 375 Stunden. Die Kinder beteiligten sich unter anderem an der Aktion „Sauberes Ostallgäu“, absolvierten verschiedene Übungen und beim Elternabend wurden die Erziehungsberechtigten ausführlich über die Jugendarbeit informiert. 

Eifriger Nachwuchs

Auch die Jugendfeuerwehr, sie besteht mittlerweile 20 Jahre, absolvierte bei über 1800 Ausbildungsstunden ein umfangreiches Programm: bei der Abnahme der bayerischen Jugend- Leistungsprüfung, dem 12. Allgäuer Feuerwehrtag, bei einer 24-Stunden-Übung, dem theoretischen und praktischen Wissenstest sowie beim Informationsbesuch bei der Firma Nestlé in Bießenhofen war die Jugend ausgiebig gefordert. 

Der oberste Dienstherr der Füssener Feuerwehr, Bürgermeister Paul Iacob (SPD), dankte im Namen der Bevölkerung für die beispielhafte Einsatzbereitschaft über 365 Tage und dies 24 Stunden rund um die Uhr. Er dankte der Feuerwehrmannschaft für ihr stetiges Weiterbilden, ohne das die heute enormen technischen Ansprüche nicht zu bewältigen sind. Er wies auf die psychologischen und physiologischen Belastungen hin, die bei den Einsätzen von der Wehr gefordert werden. Hier komme das gute Verständnis untereinander zum Tragen, um diese in der Gemeinschaft zu verarbeiten. 

Der Ostallgäuer Kreisbrandrat Markus Barnsteiner lobte die Füssener Brandbekämpfer: „Eure Feuerwehr ist intakt und momentan muss es einem vor der Zukunft, aufgrund eurer intensiven Jugendarbeit, nicht bange sein!“ Die Hoffnung, auf ein ruhigeres 2019 könne man aufgeben. „Es werd bestimmt id ruhiger“, prophezeite er. Es stünden jede Menge Pflichtarbeiten an und er forderte dazu auf, nicht wegen jeder Kleinigkeit unnötig die Feuerwehr zu alarmieren. 

Grußworte überbrachten die Feuerwehr Reutte mit ihrem Kommandanten Alexander Ammann sowie Edmund Martin als Leiter der Polizeiinspektion Füssen. Er bezeichnete die Wehr als einen tollen Partner, der bei allen Einsätzen hundertprozentige Arbeit leiste.

ed

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