"Ein bunter Blumenstrauß"

Stadtplaner geben Zwischenbericht zum Füssener Stadtentwicklungskonzept

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Wohin geht die Reise der Füssener Innenstadt? Antworten auf diese und viele anderen Fragen soll das ISEK geben.

Füssen – Wird die Parkfläche des Morisse-Parkplatzes halbiert und stattdessen ein Wohn- und Geschäftshaus dort errichtet?

Ideen wie diese werden derzeit im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) diskutiert, das seit 2015 für die innere Füssener Kernstadt erstellt wird. Einen Zwischenstandsbericht erhielten die Stadträte nun unlängst in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments.

Dort stellten die beiden Planer Dr. Susanne Wolf und Ferdinand Kaiser von Kling Consult aus Krumbach die Ergebnisse ihrer Bestandsanalyse vor. Allerdings, betonte Wolf eingangs, sei ISEK lediglich ein informelles Planungsinstrument und kein förmliches wie etwa ein Bebauungsplan. 

Dennoch ist ISEK Voraussetzung dafür, in die Städtebauförderung aufgenommen zu werden. Hier winken Zuschüsse in Höhe von fast 60 Prozent der Gesamtkosten. Ohne diese könnte die Stadt Füssen die verschiedenen Vorhaben wohl auch kaum stemmen. Und von diesen Vorhaben bzw. Konzepten und Sanierungsgebieten gibt es einige in der Kernstadt mit ihren insgesamt 59 Hektar Fläche. 

Ziel des ISEK sei, bereits laufende Konzepte und Planungen zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren oder für bestimmte Gebiete ganz neue zu entwickeln – so zum Beispiel für das Hanfwerkeareal am Lech, wo sich in Zukunft bekanntlich einiges tun soll (der Kreisbote berichtete mehrfach). Weitere Punkte, die im ISEK betrachtet werden, sind unter anderem die Barrierefreiheit in der Innenstadt, die Verkehrsprobleme, ein Radwegekonzept oder ein Konzept für den Einzelhandel. 

Planerin Wolf sprach in diesem Zusammenhang von „einem bunten Blumenstrauß an verschiedenen Themen, die wir am Schluss zusammen bringen müssen“. „Es ist eine integrierende Planung“, sagte sie. 

Ihr Kollege Ferdinand Kaiser zeigte den Stadträten anschließend einige städtebauliche Missstände auf, die sich bei der Analyse gezeigt hätten. Dazu gehören unter anderem: 

• Lechvorstadt: Hier sei bereits 1991 eine Untersuchung vorgenommen worden. Seitdem hat sich aber der Zustand einiger Gebäude in der Schwangauer-/Tiroler Straße noch weiter verschlechtert. Hier sei dringender Handlungsbedarf gegeben, möglicherweise durch die Förderung privater Maßnahmen. Ein weiteres Problem sei der Verkehr in der Straße. Außerdem fehle es an Parkplätzen in der südlichen Vorstadt. 

• Ehemalige Hanfwerke: Kaiser attestierte dem alten Industrie-Areal am Lech „ein hohes städtebauliches Entwicklungspotenzial“. Tatsächlich hat der Stadtrat bereits Untersuchungen in Auftrag gegeben, um den Magnuspark als Sanierungsgebiet ausweisen zu können. Denn wie bereits berichtet, soll hier ein kleines Quartier mit Wohnungen und kleinen Läden entstehen. Allerdings müsse zunächst die Denkmalwürdigkeit des Geländes und der Gebäude geprüft werden, was derzeit geschehe. „Das wird über Jahre wachsen müssen“, so Kaiser. Ein weiteres Problem sei die Frage der Erschließung über die Tiroler Straße.

• Morisse-Parkplatz: Fast 17.000 Quadratmeter groß, müsse der Parkplatz zumindest in Teilen erhalten bleiben. „Das muss man langfristig erhalten – wie auch immer“, so Kaiser, der auf die gute Erreichbarkeit der Innenstadt von der Morisse aus verwies. Auf etwa 8000 Quadratmetern könnten künftig aber Wohn- und Einzelhandelsgebäude entstehen. 

• Einzelhandel: In diesem Bereich gebe es „kein Mangelaufkommen“, erklärte Kaiser. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Wachstumspotenzial. Vor allem der südliche Stadtbereich sollte gestärkt werden. Außerdem sollten innenstadtrelevante Sortimente weiterhin nicht in den Außenbereichen angesiedelt werden, so Stadtplaner Kaiser weiter. 

• Innere Kemptener- und Luitpoldstraße: Hier bestehe ebenfalls Handlungsbedarf, das Entwicklungspotenzial sei aber groß. Beide Planer wiesen darauf hin, dass das Vorgestellte nun weiter diskutiert werden müsse. „Das ist kein Endergebnis!“, betonte Dr. Wolf. 

Wichtig dabei sei, dass möglichst viele Bürger an den Prozessen beteiligt werden – etwa durch Stadtspaziergänge, Infoveranstaltungen oder Workshops zu den einzelnen Themen. „Wichtig ist, dass viele mitmachen“, so Wolf. Auch die Stadträte werden sich daran beteiligen. So soll die aus Ratsmitgliedern bestehende ISEK-Arbeitsgruppe bereits am 25. April zusammen kommen.

mm

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